1940-1945                          

Die Deutsche Luftwaffe errichtet  und betreibt einen Stützpunkt (Radarstation)  im Birkenwald am Alt-Rohrbacher Weg.

Die Namen der Radarstationen waren „Eulenhorst“ und „Krähenhorst“.

Noch heute sind in dem kleinen Wäldchen nach Rohrbach die Fundamente der Einrichtungen und Kasernenbauten zu erkennen. 1)., 36).

 

1944                                     

Die ersten Bomben des zweiten Weltkrieges fallen auf die Stadt 1.1).

Betroffen waren die Bismarckstraße und die Äcker hinter dem Kohlplattenweg.

Der Angriff galt wahrscheinlich einer rangierenden Lokomotive im Bahnhofsgelände. 1.1).

 

Es folgten dann ständig Bombenangriffe auf die Bahnlinie, das Lagerhaus, die Güterhalle sowie auf die Firma Dieffenbacher. Dort wurden 4 Menschen getötet. 1.1).

 

Ständige Angriffe auf Bauern auf dem freien Feld mit Tieffliegern ( Jabos)  = Abkürzung für Amerikanische Jagdbomber,  waren an der Tagesordnung 1.1).

 

1945                                    

Im Frühjahr wird Eppingen verstärkt Kriegsschauplatz, mehrere Tote sind zu beklagen.

89 % des gesamten Baubestandes wird in Mitleidenschaft gezogen;

96 Häuser total zerstört,

59 mit schweren,

50 mit mittleren Schäden.

 

 4 Brücken wurden von deutscher SS zerstört, bis auf die Elsenzbrücke bei der Volksbank.

 

Der Unterricht an allen Schulen wurde eingestellt.

 

Das Oberlandesgericht Karlsruhe, die Forstdirektion und die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft waren  in den Schulen und im Amtshaus in der Brettener Straße untergebracht.

 

An Ostern 1945 erfolgten ab Sonntags bis Dienstags schwere Fliegerangriffe.

Das Zunfthaus in der Altstadtstraße wurde total zerstört.

 

Sehr starkes Artilleriefeuer der Deutschen Wehrmacht vom Odenberg her auf die Stadt,  und den Franzosen von der Kaiserstraße her, zerstörten oder beschädigten viele Häuser in der Südstadt.

 

In der Bismarckstraße, der Heilbronner Straße und besonders an der Kreuzung zum Grünen Hof waren vier Tage lang heftige Kämpfe. 

Die Häuser Zimmermann, Schleihauf, Kögel (Scheffelstraße) waren dem Erdboden gleich.

Die Häuser Lang, Wittmer, Maurer, Glesing waren total beschädigt, andere Häuser so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnt werden konnten.

Auch das Haus Kobold in der Schillerstraße 21 erhielt einen Ari-Treffer, der eine  Gaube total beschädigte.

 

Die Wasser- und Stromversorgung war total unterbrochen.

 

Eppingen wurde im April  durch die Franzosen besetzt, diese hausten anfangs sehr schlimm, Vergewaltigungen von Frauen waren nicht selten.

Viele heimkehrende deutsche Soldaten wurden von den Franzosen erneut in Gefangenschaft genommen und abgeführt und verbrachten teilweise noch sehr lange in französischer Gefangenschaft. Der Krieg endete am 8. Mai 1945.  1.1).

 

Bedingungslose Kapitulation des Dritten Reiches  am 8. Mai 1945 33).

Die Besetzung Eppingens durch französische Truppen im April 1945 wird im Band 2 „Rund um den Ottilienberg“, Seiten 232-243 von Karl Wieser beschrieben 1.2).

     

Die Einwohnerzahl bestand 1945 aus 3.500 Eppingern und 1.500 Evakuierten.

 

Dazu kamen im Mai noch 1.000 Mann französische Besatzung (3 Bataillone Tunesier und 40 französische Offiziere).

Diese blieben in Eppingen bis Anfang Juni und waren in den Schulgebäuden und im Saal des Gasthauses zum Engel untergebracht.

 

Der alte Amtsbezirk Eppingen mit 15 Gemeinden wird am 15. Mai durch französische Offiziere dem Kreis Bruchsal zugeteilt.

 

Anfang Juni zogen die Franzosen ab und die Amerikaner ein und blieben In Eppingen bis Ende Oktober als Besatzer.

Sie quartierten sich dazu in die schönsten Häuser im Rot und in der Waldstraße ein 1.1).

Die deutschen Bewohner mussten ihre Häuser innerhalb einer Stunde räumen und konnten nur das Notwendigste mitnehmen. 43.)

 

Zwar erlitt Eppingen, wie auch seine sechs Stadtteile am Ende des zweiten Weltkrieges einen relativ geringen Gebäudeverlust, doch die Unterbringung von Evakuierten der ausgebombten Städte  während des Krieges und die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen nach dem Kriege verursachten nicht nur eine große Wohnungsnot, sondern auch einen Arbeitsplatzmangel.

 

Die Gemeinden des Landkreises Sinsheim mussten mit den höchsten Anteil an Heimatvertriebenen aufnehmen. 

 

Vordringlichste Aufgabe der Gemeinden in den ersten Jahren nach dem Krieg war, durch Ausweisung neuer Siedlungsflächen Bauplätze für neue Wohnhäuser und die Ansiedlung von Gewerbebetirben zu schaffen.

 

Eine weitere wichtige Aufgabe war die Integration der Neubürger, die nicht immer reibungslos verlief.

 

Außerdem war die Eingliederung der Kriegsheimkehrer, die um Lebensmittelkarten und Arbeit nachsuchten, eine schwierige Aufgabe für den damaligen Bürgermeister.

Außerdem war die Versorgung der Kriegerwitwen schwierig. Es war z.B. auch zu entscheiden, wer einen Bezugsschein für ein Paar neue Schuhe bekam, unter 500 Anträgen konnten nur 200 Bezugsscheine verteilt werden.       43.)

 

 

Die starke Bevölkerungszunahme nach dem Kriege verursachte auch einen chronischen Schulraummangel.

Die Eppinger höhere Lehranstalt, die während der NS-Zeit nur als fünfklassige "Oberschule für Jungen" bis zur Obertertia geführt wurde, wurde in ein sechsklassiges Realprogymnasium aufgestockt.

Der Unterricht konnte im Frühjahr 1946 mit zwei "politisch unbelasteten" Lehrern, Fräulein Biehlmann und Professor Igel, wieder aufgenommen werden.      43.)

 

Die Stadt Eppingen unternahm daher große Anstrengungen, durch den Neubau von Schulen die verlorengegangenen überörtlichen Verwaltungsfunktionen durch den Bau von weiterführenden Schulen zu kompensieren. 25).

 

Das Polizeirevier Eppingen  wird durch Neuorganisation der Polizei 1945 Sitz einer Landespolizei-Abteilung.

Dienstsitz ist das ehemalige Amtshaus an der Brettener Straße. 14).

 

Der erste Bürgermeister nach dem 2. Weltkrieg wird Jakob Dörr,  er amtiert bis 1948 1.1).

 

Am 27. April 1945 erfolgt die erste offizielle Nachkriegs-Gemeinderatssitzung.

Aus dieser Sitzung ging Otto Wieser als Bürgermeister-Stellvertreter hervor.

Außerdem gab es noch weitere acht Räte: Heinrich Vogel, Hermann Schäfer, Jakob Pfründer, Wilhelm Frank, Emil Ziegler, Ferdinand Diefenbacher und Karl Höge. Franz Barth kam erst 1947 hinzu, nachdem er aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war. 

Am 15. Dezember 1945 berief Bürgermeister Dörr folgende Männer zu Gemeinderäten: Wilhelm Frank, Maurer; Karl Frank, Maschinenschlosser; Karl Höge, Maurermeister; Ferdinand Diefenbacher, Schutzmann i.R.; Karl Pfründer, Landwirt; Jakob Lansche, Landwirt; Hermann Schäfer, Konditor- und Bäckermeister; Heinrich Vogel, Schreinermeister und Otto Wieser, Schreinermeister.

   43.)

 

Vermutlich gleich nach Ende des 2. Weltkrieges wurde eine Ehrengrabanlage für 15 osteuropäische Zwangsarbeiter erstellt.

Sie steht an der östlichen Friedhofsmauer und ist mit 11 Stelen für russische, ukrainische und polnische Zwangsarbeiter, die in Eppingen und Umgebung, vor allem in der Landwirtschaft, beschäftigt waren.

Die meisten starben im Eppinger Krankenhaus aber auch durch Luftangriffe. 27).

 

Letzter Bürgermeister von Mühlbach ist Wilhelm Grittmann von 1945-1973   14).

 

Freibank für Fleisch war während des Krieges neben dem Rathaus eingerichtet.

Es wurde dort Fleisch von notgeschlachteten Kühen und Schweinen vorgenommen.

 Das Fleisch musste von einem Tierarzt freigegeben sein.

Man erhielt für seine Lebensmittelmarken die doppelte Menge Fleisch, wie normal.

Nach dem Krieg wurde die Freibank geschlossen.

 

1946                                     

Die Landwirtschaftsschule Eppingen feiert ihr 100-jähriges Bestehen. 1.1).

 

Am 27. Januar 1946 fanden in Nord-Württemberg und Nord-Baden, die mittlerweile beide zur amerikanischen Besatzungszone gehörten, zunächst die ersten offiziellen Kommunalwahlen statt. 

In Eppingen gab es 2.026 Wahlberechtigt, abgegebene Stimmen 1.717, davon gültig 1.680 Stimmen.

Wahlergebnis:  CDU 954 Stimmen, SPD  591 Stimmen, KPD  135 Stimmen.

Die Sitze im Gemeinderat: CDU:  5 Sitze (Otto Wieser, Karl Pfründer, Karl Stroh, Joh. Ege, Ludwig Ries und Heinrich Vogel).

SPD: 3 Sitze  (Wilhelm Frank, Karl Frank und Ferdinand Diefenbacher).   

Es gab große Proteste der SPD durch einen Brief über die NS-Vergangenheit von Karl Stroh.

Die große Bedeutung dieser Gemeinderatswahlen lag - abgesehen davon, dass sie überhaupt die ersten allgemeinen und freien Wahlen nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches waren -  darin, dass mit ihnen die Wiederherstellung der durch das NS-Regime beseitigten gemeindlichen Selbstverwaltung, eingeleitet wurde.

Die Gemeinderäte wurden mittels Vorschlagslisten nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt.

Neben den bereits früher üblichen Gründen für den Ausschluss vom Wahlrecht wurden nun auch strikte Vorschriften über den Ausschluss politisch Belasteter eingeführt.

Mitglieder der NSDAP mussten sich erst durch das Verfahren der Entnazifizierung die Wahlberechtigung wieder erwerben.

Der Aufbau eines demokratischen Staatswesens von unten nach oben, der mit Gemeindewahlen in den Gemeinden unter 20.000 Einwohnern am 27. Januar 1946 begonnen hatte, wurde mit den Wahlen zu den Gemeinderäten für die größeren Gemeinden über 20.000 Einwohnern am 28. April und am 26. Mai 1946 folgerichtig weitergeführt.     43.)

 

Am 28. April 1946 fanden die Wahlen der Kreistagsabgeordneten in allen Landkreisen statt.

Die Kreistagsabgeordneten wurden in allgemeiner, unmittelbarer und geheimer Verhältniswahl auf "höchstens zwei Jahre" gewählt.  Mitglied dieses ersten Kreistages aus Eppingen und Umgebung waren Emil Ziegler, Kassenleiter, Eppingen, des weiteren Dr. von Degenfeld-Schonburg, Landwirt aus Stebbach, Karl Ernst, Landwirt und Bürgermeister aus Gemmingen, Karl Pottiez, Ziegeleibesitzer aus Sulzfeld .

Mitglieder des ersten Kreisrates waren, u.A: BM Gottlob Barth, Sinsheim, BM Jakob Dörr, Eppingen, BM Karl Ernst, Gemmingen, Karl Pottiez, Sulzfeld, BM Matthias Schnepf, Eichelberg.         43.)

 

Wahlen zur Verfassungsgebenden Landesversammlung erfolgten am 30. Juni 1946.

Für den Wahlkreis 22, Mosbach-Sinsheim ging BM Jakob Dörr aus Eppingen als Abgeordneter hervor.           43.)

 

Wahlen zur ersten ordentlichen Landtagswahl von Württemberg Baden erfolgten am 24. November 1946.  

Ergebnis Eppingen: Abgegebene Stimmen 1.614 (72,4 %), gültige Stimmen 1.515.

CDU  601 Stimmen, 39,7 %

SPD  518 Stimmen, 34,2 %

KPD  232 Stimmen, 15,3 %

DVP  164 Stimmen, 10,8 %

BM Jakob Dörr, CDU,  wurde der erste in freier Wahl gewählte Landtagsabgeordnete im Wahlkreis 22, er war MdL bis 1952.

Er war Mitglied des Finanzausschusses und des kommunalpolitischen Ausschusses.          43.)

 

Urteilsverkündung in Nürnberg

Das Nürnberger Internationale Tribunal verkündet am 2. Okt. 1946 die Urteile gegen 22 ehemalige Naziführer.

Lordrichter Lawrence verkündete die Strafen.

Hermann Göring, Tod durch den Strang

Rudolf Heß, Lebenslängliches Gefängnis

Joachim von Ribbentrop, Tod durch den Strang

Wilhelm Keitel, Tod durch den Strang

Ernst Kaltenbrunner, Tod durch den Strang

Alfred Rosenberg, Tod durch den Strang

Hans Frank, Tod durch den Strang

Julius Streicher, Tod durch den Strang

Walter Funk, Lebenslängliches Gefängnis

Karl Dönitz, Zehn Jahre Gefängnis

Erich Raeder, Lebenslängliches Gefängnis

Baldur von Schirach, Zwanzig Jahre Gefängnis

Fritz Sauckel, Tod durch den Strang

Alfred Jodl, Tod durch den Strang

Arthur Seyß-Inquart, Tod durch den Strang

Albert Speer, Zwanzig Jahre Gefängnis       19). 

 

Im Sommer 1946 war eine große Zahl von Heimatvertriebenen nach Eppingen gekommen, das noch stark kriegsbeschädigt und durch Evakuierte, Besatzer und Rückwanderer in die umliegenden Städte, wie Mannheim, Ludwigshafen und Karlsruhe, überfüllt war.

Es war eine schwierige Aufgabe, diese neu dazugekommenen Menschen unterzubringen und führte zwangsläufig auch zu Spannungen. Auf Befehl der Militärregierung musste Quartier gemacht werden und der Unmut der Bevölkerung war teilweise sehr groß.           43.)

 

1947                                      

Aufstellung einer Klimahütte bei der Landwirtschaftsschule, um auch die Temperaturen, neben dem Regenmessen, genau zu ermitteln 1.1).

 

Gründung des Kreisbauernverbandes Sinsheim am 14.2.1947 1.1).

 

Gründung des „Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer“ VDK, Ortsgruppe Eppingen am 31.3.47 1.1).

 

Gründung der “ Neuen Heimat“ auf Initiative des damaligen Stadtpfarrers Emil Thoma.

1973 erfolgte Umbenennung in „Familienheim Kraichgau“ 1.1).

 

Kapelle Ruck Zuck

Diese Musikkapelle existierte von 1947 bis 1951 und trat meistens im Schwanensaal auf.

Besetzung: Hans Thomä, Schlagzeug; Herbert Keller, Saxophon; Herbert Waidler, Akkordeon; Bertold Ehehalt, Kontrabass; Artur Ehehalt, Klavier.

1947-1951

 

Verlängerte Kriegsvollmachten

US-Präsident Truman eruschte die Führer beider Parteien im Kongreß um beschleunigte Bearbeitung seiner Forderung auf Verlängerung bestimmter Kriegsvollmachten, die am 30. Juni 1947 erlöschen sollen.

Ferner ersuchte der Präsident den Kongreß um baldiger Erwägung der allgemeinen Militär-Ausbildung und brachte gleichzeitig einen Bericht seines beratenden Ausschusses ein, der besagte, die Vereinigten Staaten müßten ihre Verteidigung verstärken oder sich auf Auslöschung in einem Atomkrieg gefaßt machen.      19).

1947

 

Marshall erklärt die europäische Not

Der amerikanische Außenminister C. Marshall betonte in einer Rede am 5.6.1947 vor der Harvard-Universität erneut das Interesse der Vereinigten Staaten an einer wirtschaftlichen Gesundung Europas und wiederholte die Bereitwilligkeit seines Landes zur Hilfe, um diese wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

Die Aufgabe der Vereinigten Staaten sollte es ein, die Aufstellung eines europäischen Programmes zu unterstützen.

Dieses Programm müßte ein Programm aller sein, dem ein Teil, wenn nicht alle europäischen Nationen zugestimmt haben.

Er betonte, daß die amerikanische Bevölkerung Verständnis aufbringen und politische Leidenschaften und Vorurteile beiseite lassen müsse.   19).

1947         

 

Stuttgarter Rundfunk

Dr. Fritz Ermath, der in der Zeit der Hitler-Regierung nach den Vereinigten Staaten flüchtete und nach dem Kriege nach Deutschland zurückkehrte, wurde am 6. Juni 1947 zum Sendeleiter des Stuttgarter Rundfunks ernannt.  19).

1947     

 

Gemeinde- und Kreistagswahlen fanden am 7. Dezember 1947 statt.  

Die Gemeinderäte wurden jetzt auf 6, bzw. 3 Jahre gewählt, erstmals Stimmen für die einzelnen Kandidaten.

Ergebnis in Eppingen: 

CDU   9.107 Stimmen,  4 Sitze

SPD   7.493 Stimmen, 3 Sitze

 Wählervereinigung Unabhängiger Liste:   5.719 Stimmen, 3 Sitze

 KPD  2.853 Stimmen, 1 Sitz

 Freie und unparteiische Bürgervereinigung  2.686 Stimmen, 1 Sitz                      43.)

 

 

 

1948                                     

Als Bürgermeister bis 1966 wird Karl Thomä am 1.2.1948 gewählt, er amtiert bis 1966 3).

 

Das 100 jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eppingen kann nur in ganz bescheidener Weise unter den Kameraden begangen werden:

Aufstellung der Geräte auf dem Marktplatz, Festakt in der Turnhalle 1.1).

 

Letzter Bürgermeister von Adelshofen ist Wilhelm Sitzler von 1948-1971 14).

 

Währungsreform in Deutschland, die Deutsche Mark (DM) kommt. 33).

 

Die Westmächte versuchen die Versorgung der Stadt Berlin über eine Luftbrücke aufrecht zu erhalten.

Die Anordnung der Sowjetbehörden, keine Lebensmittel mehr nach den Westsektoren zu liefern, hat die amerikanische Besatzungsmacht veranlaßt, nunmehr, ab dem 30. Juni 1948,  auf dem Luftwege die benötigten Lebensmittel und anderen wichtigen Güter nach Berlin zu schaffen.

Die Maschinen werden Tag und Nacht fliegen.

Auch die britische Militärregierung hat Transportflugzeuge in London angefordert, die französische Besatzungsmacht erwägt gleichfalls den Einsatz von Lufttransportmitteln.

General Clay teilte in einem Schreiben an Marschall Sokolowski erneut seinen Wunsch auf Fortsetzung der Handelsbeziehungen zwischen der sowjetischen und der US-Zone mit.     19).

1948

 

Am 1. Juli 1948 wird das Kriegsrecht in Deutschland aufgehoben.                       43.)

 

Marshallplan

Präsident Truman unterzeichnete am 30. Juni 1948 die Gesetzesvorlage für das gekürzte amerikanische Auslands-Hilfsprogramm (Marshall-Plan) in Höhe von 6,030 Milliarden Dollar, die damit Gesetzeskraft erhält.

Großbritanien, Frankreich, Italien und Irland haben als die ersten europäischen Länder zweiseitige Abkommen über die Marshallplan-Lieferungen mit den USA abgeschlossen.    19).

1948

 

1949                                     

Die Bundesrepublik Deutschland wird gegründet.

Das Grundgesetz wird erstellt, der erste Bundestag gewählt.

Der Präsident des parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, spricht dafür seinen Dank an General Clay aus, für seine Bemühungen um die deutsch-alliierte Einigung über das Grundgesetz.

Die vorläufige Verfassung  wird am 8.5.1949  vom Bonner Rat angenommen, mit 53 gegen 12 Stimmen, am 23. Mai 1949 wird das Grundgesetz verabschiedet und ist gültig.

Die Bundesflagge ist schwarz-rot-Gold.   19).

1949

 

Bundespräsident

Der erste Bundespräsident war Theodor Heuss, er stammte aus Brackenheim.

Er wurde 1949 zu diesem Amt berufen.

1949

 

Heimkehrer

450 Heimkehrer aus Polen und Rußland treffen am 7. und 8. Mai 1949 in Ulm ein.

Sie kamen aus den Lagern Cleophas, Pias, Jaworschne, Janov, Warschau, Ruda, Beuthen, Kattowitz, Jowisch, Michowitschne, Maxlowitz, Hindenburg.

Die Rußlandheimkehrer kamen aus den Lagern Krassnodar, Molotow, Stalinsk, Leninsk, Kemarowo, Ufa, Tuabse, Magnetogorsk und Mias.

Der nächste Transport wird voraussichtlich am 10.5.1949 in Ulm eintreffen.    19.)

1949

 

Die Teilung Deutschlands beginnt. 33).

 

Ein Volksbildungswerk im Landkreis Sinsheim wird eingerichtet 1.1).

 

Die Freiwillige Feuerwehr erhält ein Löschfahrzeug LF 15, auf Opel-Blitz-Basis, Führerhaus noch aus Sperrholz 1).

 

Neugründung des Landfrauenvereins, der bereits Ende der 20iger Jahre bestand 1.1).

 

Gründung des Reitervereins Eppingen e.V. am 8.12.1949 1).

 

Ansiedlung der Fa. Rudolf Michael K.G., Fabrik für Spulenkörper und Isolationsteile.

Sie stellt eine Nachfolge des seit 1912 bestandenen Unternehmens Kurt Michael & Söhne in Steinach/Thüringen dar 3).

 

Hornbuckel-Rennen

Erstes Seifenkistenrennen am Hornbuckel (Hornbuckel-Rennen)

Im Jahr 1949 wurde, auf Initiative von Edmund Kiehnle und Adolf Müller, Wirt des Gasthauses "zum Grünen Hof", beide  Vorstände des VfB, ein Seifenkistenrennen am Hornbuckel ins Leben gerufen. Es wurde in 2 Kategorien gefahren, nämlich in  Modellen mit "Kinderwagenrädern", welche an einem durchgehenden langen Brett befestigt waren, mit Seilzuglenkung, und solchen  mit kugelgelagerten Rädern, mit der Aufschrift "OPEL", und richtigen Steuerrädern. Diese Wagen waren aus Sperrholz, als geschlossenes Fahrzeug gebaut, und schön lackiert und teilweise mit dem grün-gelben "BP"-Logo versehen.  Die Strecke begann nach der scharfen Kurve am Hornbuckel und war mit Strohballen an gefährlichen Stellen "entschärft". Ziel war der VfB-Sportplatz. Es gab damals keine großen Preise, jedoch schon  Pokale und evtl. ein Vesper im "Grünen Hof".  10). 19).

1949

 

Volksrepublik China unter Mao Tse Tung, wirtschaftliche Öffnung Chinas. 10.).

 

1950                                     

Regulierung

des Flusses Elsenz 1.1).

 

Zweiter Eppinger Heimattag 8.-17. Juli.

Leistungsschau, Neubürger organisieren ein Heimattreffen, Eppinger Fohlenmarkt, Landjugendtreffen und Bauernkundgebung mit Landwirtschaftsminister Stooß.    3). 14).

 

Bisher sind 2  Fachwerkhäuser freigelegt 3).

 

Kreislandwirtschaftsschule und Kreislandwirtschaftsamt

Eppingen wird eingerichtet und existiert bis 1997 1.1).  14). 25).

 

Die Sonderschule

für geistig Behinderte (Lebenshilfe) wird ins Leben gerufen und existiert bis 1992.

Der Sitz war zunächst in einem Wohngebäude im Roth, danach in der früheren Landwirtschaftsschule (späteres Rathaus).

Träger war der Verein „Lebenshilfe e.V. Eppingen“.

Das Einzugsgebiet umfasste 15 Orte der Landkreise Heilbronn und Karlsruhe 14).

 

Die Stadt zählt, einschließlich den umliegenden Ortschaften 12.813 Einwohner:

Kernstadt Eppingen 4.891 EW, Adelshofen 984 EW, Elsenz 1.760 EW, Kleingartach 1.007 EW, Mühlbach 1.570 EW, Richen 1.185 EW, Rohrbach 1.416 EW 3).

 

Neuer Krankenwagen

Mercedes 170 V wird seiner Bestimmung übergeben. 1.1).

 

Krieg

in Korea, ausgelöst durch Ostwestkonflikt, bricht am 25. Juni 1950 aus.  19).

1950

 

 

1951                                     

Generalbebauungsplan der Stadt Eppingen liegt vor  1.1).

 

Die Badische Landesbühne Bruchsal

wird gegründet.

Seit der Gründung war die alte Nordstadtturnhalle Spielstätte.

Ab 1971 Umzug in den Saal des Gasthofes „Zum Schwanen (Sole D’Oro).

Ab 1973 Umzug in die neu erstellte Stadthalle am Berliner Ring 1.1).

 

Neugründung des Heimatvereines „Heimatfreunde Eppingen“,

nachdem er bereits in den 20iger Jahren eine Blütezeit erlebte.

Eine erneute Aufwärtsentwicklung begann 1976/77 1.1).

 

Beim 3. Seifenkisten-Rennen am Hornbuckel  1951 sind 34 junge Rennfahrer am Start.

Eppingen selbst stellt 16 Rennfahrer, von auswärts, zum Teil von recht weit her, kommen 18 Rennfahrer.

Durch die Ausbesserung der Rennstrecke ist diese die idealste Rennstrecke weit und breit    19.)

1951

 

In den 50er-Jahren baut die Stadt Eppingen auf dem Ottilienberg eine Terrassengaststätte.

Noch im Rohbau wird das Gebäude von dem Betreuungs- und Erholungswerk für Hirnverletzte e.V. Karlsruhe gekauft und in ein Erholungsheim umgebaut.

Die angegliederte Gaststätte durfte, gemäß Vertrag, noch bis Ende 1970 betrieben werden,

die Räume wurden seit dort von dem neuen Eigentümer benützt 1.1).

 

Gründung des evangelischen Posaunenchores

am 16.9. 1951 durch Dekan Glöckler 1.1).

 

Gründung des Motorsportclub im ADAC

am 2. August 1.1).

 

Die Europäische Gemeinschaft

für Kohle und Stahl, (EGKS oder Montanunion) genannt,  wird als ein europäischer Wirtschaftsverband und ein früher Vorläufer der EU gegründet. 13).

 

Südweststaat

wird gebildet.

Das Volk entschied am 9.12.1951 über die Bildung eines Südweststaates.

Die Wahlbeteiligung beträgt über 50 %.

Im gesamten Abstimmungs-Gebiet wurden 2.506 660 gültige Stimmen abgegeben.

Davon entschieden sich für den Südweststaat 1.748 136 Wähler, oder 69,7 %.

Die Wiederherstellung der alten Länder wünschten 758.510 Wähler oder 30,3 %.

Nordwürttemberg: 822.881 gültige Stimmen;

für den Südweststaat 769.533 oder 93,5 %, für die Wiederherstellung der alten Länder Württemberg und Baden 53.328 oder 6,5 %.

Nordbaden: 669.586 gültige Stimmen;

für den Südweststaat 382.017 oder 57,1 %, für die alten Länder 287.569 oder 42,9 %

Südwürttemberg: 397.502 gültige Stimmen;

für den Südweststaat 363.321 oder 91,4 %, für die alten Länder 34.181 oder 8,6 %

Südbaden: 616.691 gültige Stimmen;

für den Südweststaat 233.245 oder 37,8 %, für die alten Länder 383.440 oder 62,2 %

1951

 

 

1952                                     

Neugründung des Rad- und Rollschuhvereines.

Er ging aus den Clubs „RV“ um 1890, des „Wanderer“ 1920 und der „Koncordia“ 1922 hervor 1.1).

 

Klaus Zapf, 1952 – 2014; 

Er ist Gründer und Inhaber eines der größten europäischen Umzugsunternehmens, mit zuletzt 600 Mitarbeitern, 14 selbständigen Standorten  und mehr als 60 000 Kunden pro Jahr.

Er wuchs in Eppingen auf, floh vor dem Militärdienst nach Berlin, wollte Jura studieren.

Das Studium brach er ab  und gründete dort 1975 ein Umzugsunternehmen.

Mit einem Kleintransporter übernahm Zapf zunächst Entrümpelungen und beförderte Klaviere.  

Er beteiligte alle seine Mitarbeiter an dem Unternehmen, hatte nie einen Führerschein und war eine der schillerndsten deutschen Unternehmerpersönlichkeiten.

„Ich bin ein lautleiser, gierigbescheidener Ganzjahresweihnachtsmann“ sagte er einmal in einem Presse-Interview.

Er verstarb unerwartet, während eines Besuches in Eppingen im Jahr 2014.    17)., 10).

 

Stalin überrascht die Welt mit "Friedenserklärung"

Er erklärt sich während der Weihnachtsfeiertage zu einem Treffen mit Eisenhower bereit.

Der Westen urteilt zurückhaltend.

Auch Bonn ist skeptisch.    19).

1952

1953                                     

Das Land Baden-Württemberg entsteht.  33).

 

Günther Bossert

fährt zum ersten Mal mit seinem Motorrad, einer NSU-Fox, auf einem Drahtseil und dreht den sogenannten „Looping the Loop“, bei dem er mit dem Motorrad eine ganze Umdrehung um das Stahldrahtseil dreht.

Im Trapez sitzt der Untermann Bernhard Filsinger, sie fahren auf dem VfB-Platz von Tor zu Tor.

Mehrere Fahrten folgten, so am 4.7.53 in Flehingen, das Seil war 70 m lang in Dachfirsthöhe quer über den Sportplatz gespannt.

Die dritte Fahrt geschah beim Hornbuckel-Seifenkistenrennen am 26.7.53.

Später wurde der Untermann durch einen elektrischen Propeller ersetzt.

Bei der Fahrt vom evangelischen Pfarramt zum Balkon der evangelischen. Stadtkirche öffnete sich der Benzintankdeckel und übergoss Günther Bossert, er hatte dabei trotzdem noch großes Glück, dass sich das Benzin nicht entzündete.

Die letzte Fahrt machte er mit dem damaligen Bürgermeister Erich Pretz  im Trapez, vom Pfeifferturmeingang zum Turm der katholischen  Stadtkirche. 9.)

 

Das Baumann’sche Haus wird, nach 1913 wiederum renoviert. 

Ein ähnliches Bild wie 1913 zeigt die beschäftigten Bauarbeiter:

Heinrich Gebhard, Schlossermeister;

Hermann Höge, Maurer und Totengräber;

Bürgermeister Karl Thomä;

Karl Höge sen., Bauunternehmer und Altstadtrat (im Volksmund „de Höges Vadder“);

Valet, Malerlehrling, Bahnwärterhaus später Sulzfeld;

Robert Mannigel, Malermeister;

Heinrich Hecker, Malermmeister;

Edmund Kiehnle, Stadtbaumeister und Bauleiter;

auf dem Zwischenboden Adolf N. Maler;

Heinrich Höge, Maurer;

auf dem ersten Gerüststock Erwin N., Elsenz;

Fritz Janeschko, Rohrbach;

Manfred Höge,

Werner Kögel, Adelshofen;

Werner Höge.

Auf dem zweiten Gerüststock Wille Höge,

Erich Dubowy

und Maurer Emil Höge. 20).

 

Ausnahmezustand über Ostberlin

Am 17. Juni 1953 verhängen die Sowjets den Ausnahmezustand als Antwort auf einen offenen Aufstand der Ostberliner Bevölkerung gegen die Sowjetzonen-Regierung.

Es gab blutige Zusammenstöße mit der Volkspolizei und Sowjetsoldaten.

Sowjetpanzer und feldmarschmäßig ausgerüstete Rotarmisten griffen im Regierungsviertel ein und machten von der Schußwaffe Gebrauch, was von der aufgebrachten Menge mit Steinwürfen und Rufen: "Nieder mit der SED, wir fordern freie Wahlen!" beantwortet wurde.

1953

 

 

1954                                     

Gründung des Schachclub Eppingen 1.1).

 

Radrennen „Rund um den Grünen Hof“

findet erstmals statt. Veranstalter ist der Radfahrerverein Konkordia. . 15.)

 

Fußballweltmeister

wird die Deutsche Nationalmannschaft am 4.7.1954, durch einen 3:2 Sieg über den Favoriten Ungarn, vor 70.000 Zuschauern in Bern.

Viele Deutsche konnten dieses Ereignis erstmals im Fernsehen verfolgen.

1954 

 

Theessen & Nagel

Diese Strickwarenfabrik wird 1954 gegründet.

Die Gründer sind Willy Nagel und sein Schwager Ephratus Theessen.

Ein Gewerbebau mit einer Wohnungen für den Inhaber Willy Nagel entsteht in der Schillerstraße 19. (Heute Hermann-Hesse-Straße)

Die Fabrik hat bis zu 60 Mitarbeiterinnen, die im Schichtbetrieb, auch nachts, arbeiten.

Es kommen automatische Strickmaschinen zum Einsatz, die technisch von Willy Nagel betreut und auch selber repariert werden.

Die Fabrik wird in den Siebziger Jahren geschlossen.

1954

 

 

1955                                     

Eine Strickwarenfabrik, die Firma Bleyle,

 wird angesiedelt 3).

 

Wild Kartoffel- und Zwiebelmarkt

wird gegründet 1.1).

 

Eröffnung der „Milchbar“

an der Bahnhofstraße durch Hermann Geier 3).

 

Deutschland wird Mitglied der „NATO“ 13).

 

Letzter Bürgermeister von Kleingartach ist Heinz Dobler 1955-1972 14).

 

Österreich erhält am 15.Mai 1955 Freiheit und Souveränität zurück.

1955

 

Warschauer Pakt

wird am 15. Mai 1955 unter der Führung der Sowjetunion gegründet.

Es gehören dazu: Polen, Tschechoslowakei,  Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Albanien und Sowjetzonenrepublik (später DDR).

1955

 

Bundeswehr

Der Aufbau begann, nachdem die Bundesrepublik Deutschland im Mai 1955 als. 15. Mitglied in die NATO aufgenommen wurde.

Am 7. Juni 1955 wurde das Amt Blank, das sich um die Aufstellung von Streitkräften kümmerte, umbenannt.

Mit Theodor Blank als erstem Verteidigungsminister hieß es nun  Bundesministerium für Verteidigung.

Der Plan sah vor, dass bis zum Januar 1959 der Aufbau des Heeres und bis Januar 1960 auch der Aufbau von Luftwaffe und Marine fertig gestellt sein sollte. Die voraussichtlichen Gesamtkosten wurden mit 51 Milliarden Deutsche Mark beziffert.

Am 12. November 1955 erhielten die ersten 101 freiwilligen Soldaten ihre Ernennungsurkunden.

Anfang des folgenden Jahres wurden die ersten drei Standorte in Betrieb genommen und insgesamt 1.000 Soldaten dort stationiert:

In Andernach sieben Lehrkompanien des Heeres, in Nörvenich eine Lehrkompanie der Luftwaffe, in  Wilhelmshaven-Ebkeriege eine Marinelehrkompanie.

Mit der Wahl des 12. Novembers als Tag der Gründung der neuen deutschen Streitkräfte sollte die Tradition, in der sie stehen sollten kundgetan werden.

Es war der 200. Geburtstag des preußischen Generals Gerhard von Scharnhorst, der sich um die preußische Heeresform von 1807 bis 1813 verdient gemacht hatte.

1956 wechselten fast 10.000 der rund 17.000 Beamten des damals noch militärisch gegliederten Bundesgrenzschutzes freiwillig zu den Streitkräften.

Der Bundestag entschied sich im Juli 1956 in dritter Lesung mit 270 Stimmen der Koalitionsparteien gegen 166 der SPD und des BHE bei Stimmenthaltung der FDP, für die Einführung des Wehrgesetzes und damit für die Wehrpflicht aller Männer im Alter von 18 bis 45 Jahren.

Am 1. April 1957 wurden die ersten Wehrpflichtigen einberufen.

Mit der Verabschiedung des Soldatengesetzes am 20. März 1956 trugen die Streitkräfte nun endgültig den Namen Bundeswehr.  19).

1955

Rund um den Grünen Hof

Dies war ein Fahrradrennen, das ab 1955 rund um das Gasthaus "Grüner Hof" stattfand.

Veranstalter war der Radfahrverein "Concordia".

Das erste Rennen fand am 5. Juni 1955 statt.

Es waren zwischen 30 und 50 Teilnehmer am Start, die Strecke führte vom "Grünen Hof" über die Bismarckstraße nach Westen, dann links in den Kohlplattenweg, entlang am Friedhof über die Theodor-Storm-Straße (damals noch Goethestraße) zum Grünen Hof zurück, also eine Rundstrecke.

Unter anderen war auch ein erfolgreicher Radrennfahrer namens Plutowsky aus Adelshofen am Start.

Das Rennen war von den Zuschauern sehr begehrt und daher auch immer gut besucht.

Die Bewirtschaftung erfolgte entlang der Strecke direkt zu den Zuschauern.

Es kam manchmal vor, dass auf dem Kohlplattenweg, der damals noch nicht geteert war, von Unbekannten Reißnägel gestreut wurden und daher viele platte Reifen zu flicken waren.    10).

1955

 

1956                                     

Neugründung des Spielmannszuges Eppingen,

er bestand bereits 1902  1.1).

 

Gründung des Tennisclub Eppingen

am 25.1.1956   1.1).  

 

1957                                     

Planungsbeginn eines Stadionbaus durch den Turnverein

1865 Eppingen,

Rohbaufertigstellung war 1960, später übernahm die Stadt Eppingen  das Projekt,

Einweihung erfolgte im Jahre 1967 1.1).

 

Die Freiwillige Feuerwehr Eppingen

feiert ihr 110-jähriges Bestehen.  15.)

 

Der Turnverein 1865 Eppingen e.V.

schenkte der turnerischen Betreuung der Schuljugend große Beachtung.

Beim Kreisturnfest konnte der Verein zwölf Kreismeistertitel erringen.

Das Landesturnfest in Mannheim war für die 38 Wettkämpfer des TV 1865 Eppingen ein großes Erlebnis.

Sie waren in den vielen Wettkämpfen sehr erfolgreich.

An einem Sonntag im September fand in der Turnhalle ein Schau- und Werbeturnen statt, bei dem ein Querschnitt durch die Jahresarbeit gezeigt wurde.

Die Turnerinnen führten ihren Festtanz vom Landesturnfest auf, die Turner ihre Festgymnastik.

Ein Staffellauf wurde in der Adelshofener Straße gestartet und führte durch die Brettener Straße bis zur Abzweigung nach Mühlbach. . 15.)

 

Durch die Schützengesellschaft 1590

wurden Mitte Mai die Arbeiten zum Bau eines Schützenhauses und einer Schießstandanlage aufgenommen.

Ein großer Teil des Vorhabens wurde durch freiwillige Leistung der Mitglieder bewältigt.

Das Richtfest fand im Mai statt, die Schießstandeinweihung mit großem Preisschießen im August.

Aus diesem Anlass wurde eine Festschrift mit interessanten geschichtlichen Daten herausgegeben.

Erstmals seit 20 Jahren führte die Schützengesellschaft im Oktober wieder ein Königsschießen durch,

bei dem Reiner Lang Schützenkönig wurde. 15.)

 

Der Radfahrerverein Konkordia

veranstaltet sein 35-jähriges Jubiläum in der Turnhalle mit radsportlichen Vorführungen,

zu denen auswärtige Spitzenfahrer als Mitwirkende gewonnen werden konnten.

Die Rad- und Rollschuhsportler boten ein gutes Schau- und Werbefahren.

Im Juli führte der Verein zum dritten Mal sein Rundstreckenrennen „Rund um den Grünen Hof“ durch.

Für den Radfahrerverein fuhr Wolfgang Plutowsky aus Adelshofen bei der Europafernfahrt für Mopeds.

Mit 400 Maschinen und Fahrern stellte sich in Linz den Startern für den  Großen Preis von Österreich darunter eine komplette deutsche Nationalmannschaft.

Am ersten Tag hatte Plutowsky einen kaum einzuholenden Punktevorsprung, sonntags traf er pünktlich um 14 Uhr im überfüllten Stadion in Linz als Sieger ein.  15.)

 

Der Schachclub Eppingen

war 1957 sehr aktiv.

Gunter Uez wurde Eppinger Schachmeister, Paul Hagenbuch Vizemeister.

Vier Eppinger Spieler beteiligten sich an der badischen Schachjugendmeisterschaft und platzierten sich im Mittelfeld.

Beim Herbstturnier wurde ein Kampf um den Wanderpokal ausgetragen. 15.)

 

Der Tennisclub Eppingen vollbrachte mit der Erstellung einer Platzanlage,

die im Mai in Betrieb genommen werden konnte, eine gewaltige Leistung.

Diese war nur durch den Idealismus und die Opferbereitschaft der Mitglieder sowie eine Kreditaufnahme möglich. . 15.)

 

Die 1947 gegründete Gemeinnützige Baugenossenschaft „Neue Heimat

konnte ihr 10-jähriges Bestehen feiern.

Sie zählt am 31.12.1956 447 Mitglieder. 15.)

 

Neubau eines evangelischen Kindergartens

hinter der evangelischen Stadtkirche.

Er wird am 15. September eingeweiht.

Eine amerikanische Pioniereinheit leistete bei den Ausschachtungsarbeiten wertvolle Hilfe mit einem Bagger. 1). 15.)

 

Die Evangelische Gemeinschaft

gestaltet ihren Kirchenraum, die Friedenskapelle in der Kirchgasse im Innern neu aus und nimmt ihn im Juni wieder in Betrieb. 15.)

 

An der „Alten Universität

erhielt der Sockel der Südseite einen neuen Verputz.

Im Zuge dieser Maßnahmen wurden auch die vier Barockfenster herausgerissen, so dass die gotische Form wieder unverfälscht zu Tage trat.

Es wurden vier neue gotische Fenster mit Bleiverglasung und Echt-Antikglas eingesetzt. 15.)

 

Eine zweite Gefrieranlage in der Zehntgasse

wird eingebaut.

Die Gefriergemeinschaft hat bereits 1955 die erste geschaffen.

Es stehen jetzt 104 Gefrierfächer zur Verfügung. 15.)

 

Erteilung einer Wirtschaftskonzession für das Landgasthaus „Zum Dachsbau

von Ernst Wolfmüller an der Landstraße nach Kleingartach 3). 

 

Firma Bleyle,

Strickwarenfabrik, eröffnet in Eppingen ein Zweigwerk  10).

 

Gründung der Bauunternehmung Horst Hartmann 3).

 

Ein Stadtjugendring

wird gegründet.

Amtsgerichtsrat Dr. Schenk war Erster Vorsitzender.

Im Kellergeschoß der Gewerbeschule wurden Jugendräume eröffnet, darin Vorträge gehalten, Filme vorgeführt, Bücher gelesen und Spiele gemacht. 15.)

 

Ortverschönerungsaktion

im Landkreis Sinsheim.

Eppingen erhält in der Städtegruppe den ersten, Sinsheim den zweiten Preis.

Mühlbach erhält in der Gemeindegruppe den sechsten Preis. 15.)

 

Der Schweinemarkt

war 1957 noch mit 180 bis 320 Milchschweinen und mit 83 bis 120 Läufern beschickt. 

Am 13. Oktober 1905 herrschte ein Rekordauftrieb  von 539 Säuen und Ferkeln.

Bei 6 Pf. Standgeld nahm die Stadt nur 32,34 Mark ein, was nicht besonders ins Gewicht fiel, dagegen sehr die Belebung, die dadurch die Geschäftswelt erfuhr.

Im letzten Kriegsjahr sank die Menge der Säue auf 26 Stück

1932 waren über 500 Stück keine Seltenheit und die Spitze erreichte der 4. Oktober 1932 mit 701 Stück.

Das Standgeld kostete nun 10 RPf je Schwein.  

Der Schweinemarkt wurde 1979 geschlossen.    15.)  20).  10).

 

Volksbank Eppingen

feiert ihr 90jähriges Bestehen.

Dabei konnte sie ihren ersten Um- und Erweiterungsbau in Betrieb nehmen. 15.)

 

Palmbräu Zorn Söhne

erwartete im Februar das Eintreffen zweier Großtransporte mit zusammen 21 Lagertanks von je 17.300 Liter Fassungsvermögen.

Der 1954 vergrößerte Lagerkeller, der 18 Großtanks aufnehmen konnte, erfuhr eine abermalige Erweiterung.

Mit vier Omnibussen startete die Palmbräu-Belegschaft im September zu einem Betriebsausflug in den nördlichen Schwarzwald und besuchte die Volksschauspiele Ötigheim.

Es wurde „Die Jungfrau von Orleans“ aufgeführt. 15.)

 

Die Veithsche Dreschhalle,

 in der die Eppinger mangels einer Stadthalle alle größeren Feste abhielten, war 1956 durch einen Brand zerstört worden.

Sie wurde wieder aufgebaut, so dass sie für den Drusch der 1957er Ernte zur Verfügung stand. 15.)

 

Das Schwimmbad,

welches 1931 vom Schwimmbadverein bei der Siffringschen Mühle gebaut wurde,

geht am 1. April 1957  in den Besitz der Stadt über.

Einschließlich eines Darlehens von 3.000 Mark kostete dies die Stadt 5.041 Mark.

Die Gesamtfläche einschließlich Liegewiesen umfasste 42,84 Ar. 15.)

 

Der Sommer 1957 

war recht heiß.

Im Juli hat die Klimastation Eppingen 35,5 Grad Celsius im Schatten gemessen.

Durch die Hitze herrschte Wassernot in den höher gelegenen Stadtteilen.

Die Stadt sah sich dazu veranlasst, das Wasser von 20 Uhr bis 6 Uhr früh zu sperren.

Im „Roth“, das völlig ohne Wasser war, wurde ein Wasserwagen der Stadt aufgestellt, wo die dortigen Bewohner den wirklich nur dringendsten Bedarf decken konnten.

Zur Beseitigung der Wassernot wurden zwei neue Quellen erbohrt und die Brunnen ausgebaut. 15.)

 

Eine Ehrenanlage der Vertriebenen

entstand 1957 oberhalb des kleinen Ehrenfriedhofes.

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat dazu ein hohes Granitkreuz, zwei Granitsteine und eine liegende Tafel mit den Namen der Opfer des Krieges und der Vertreibung erstellt.

Auf dem Querbalken des Kreuzes sind die mahnenden Worte ausgehauen:

„Gedenket der Toten im deutschen Osten“. 27).

 

Geschwindigkeitsbeschränkung im gesamten Bundesgebiet.

Ab 1. September dürfen alle Kraftfahrzeuge innerhalb geschlossener Ortschaften nur noch 50 Kilometer je Stunde fahren. 15.)

 

Das erste Auslands-Ferngespräch  Chicago-Eppingen

erfolgte Im Februar. 

Der vor 34  Jahren ausgewanderte Ludwig Michel sprach mit seiner Schwester Emilie Nagel geb. Michel und hatte gute Verständigung.

Im Selbstwählferndienst konnten ab April die Eppinger Fernsprechteilnehmer jetzt auch die Teilnehmer in Bruchsal, Bretten, Mingolsheim und Flehingen anwählen. 15.)

 

Stadtpfarrer Emil Thoma

stirbt im 69. Lebensjahr und 45. Priesterjahr.

Er war von 1924 bis 1948 in der  Katholischen Kirche der Stadt Eppingen als Seelsorger tätig gewesen und hatte die Gemeinnützige Baugenossenschaft Neue Heimat (heute Familienheim Kraichgau) gegründet, die sich erfolgreich der Beseitigung der katastrophalen Wohnungsnot nach dem zweiten Weltkrieg verschrieb. 15.)

 

Sputnik I

Er wiegt 83,6 kg und wird durch die Sowjets in eine Umlaufbahn um den Erdball geschickt.

1957

Sputnik II

Er wiegt 508,3 kg und wird am 3. November 1957 mit einem lebenden Hund an Bord in eine Umlaufbahn um den Erdball geschickt.

Er umrundet mit einer Geschwindigkeit von 8.000 Metern in der Sekunde den Erdball.

Am Körper des Hundes sind verschiedene Meßinstrumente zur Kontrolle von Atmung und Herztätigkeit, Blutdruck und anderen Körperfunktionen befestigt. Der Hund hat einen größeren Futtervorrat und soll darauf dressiert sein, seine Mundvorräte einzuteilen und nur beim Ertönen einer Glocke zu fressen.

1957

 

 

1958                                     

Evangelischer Stadtpfarrer Michael Ertz

kommt nach Eppingen, er wird später Dekan.  1.3).

 

1958 wurde die „Bibelschule Adelshofen“

durch Pfarrer Dr. Riecker und einer Handvoll junger Leute gegründet.

1961 wurde mit dem Bau des „Lebenszentrum“ begonnen und ist seit dort auf dem Berg am Ortsrand nach Richen angesiedelt 3).

 

Eppingen wird Dekanatssitz der Katholischen Kirche  33).

 

Gründung der EWG

(Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) in Rom durch Deutschland, Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten. 13).

 

Atomwaffen

Die Nato-Verteidigungsminister beschließen im April 1958 in Paris die Ausrüstung der Verteidigungsstreitkräfte mit Atomwaffen. Außerdem stimmen sie dem Mindestprogramm des NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Norstad zu.

Dieses sieht die Verstärkung der NATO-Streitkräfte in Europa von gegenwärtig 17 bis 18 auf 30 mit Mehrzweckwaffen ausgerüstete Divisionen vor.     19).

1958

 

Weltausstellung

Sie wird in Brüssel  am 17. April 1958 durch König Baudouin eröffnet.

Das Budget belief sich auf zwei Milliarden belgische Francs (168 Millionen DM).

Zum ersten Mal seit der New Yorker "World Fair" von 1939 findet damit wieder eine Weltausstellung statt.

Die letzte in Europa war 1937 in Paris.

1958

 

 

 

1959   

                  

Flugzeugabsturz zwischen Eppingen und Stebbach

Ein Düsenjäger der deutschen Bundeswehr, Type "F 84",  ist am 24.3.1959 gegen 12.40 Uhr zwischen Eppingen und Stebbach abgestürzt und auf den Gleisen der Bundesbahnstrecke Heilbronn-Karlsruhe bei Kilometer 140/351 zerschellt.

An dieser Stelle mündet das Gleis Eppingen-Sinsheim in die Bundesbahnstrecke Heilbronn-Karlsruhe ein.  

Kurz zuvor hatte ein Schienenbus mit einem Begleitwagen die Absturzstelle passiert. Der Zugverkehr war für mehrere Stunden unterbrochen. 

Der Düsenjäger war in Sonthofen stationiert und stürzte aus ungeklärten Gründen ab.

Der Pilot des Jagdflugzeuges, ein 21 Jahre alter Leutnant,  konnte sich mit dem Fallschirm retten.

Bei dem Unfall wurden keine Personen verletzt.

Der Aufprall des schweren Flugzeuges, dessen Turbinen zum Zeitpunkt des Absturzes noch auf Touren drehten, war überaus heftig. In den Bahnkörper wurde ein Krater von beachtlichen Ausmaßen "gestanzt". Die Maschine schlug nicht unmittelbar auf die Gleise, sie zerschellte am Bahnkörper.  Die Trümmer der Maschine und durch den Aufprall hochgewirbelte Steine wurden mehrere hundert Meter weit durch die Luft geschleudert.

Nach vorsichtigen Schätzungen der badischen Landespolizei stürzte die Maschine nur wenige 100 m hinter dem in diesem Augenblick die Unfallstelle passierenden Triebwagen PTO 3763 ab. Der Schienenbus, der einen Anhänger mit sich führte, war gut besetzt.

Nach dem Absturz war die Strecke zunächst über eine Stunde in allen Richtungen gesperrt. Der Verkehr aus Eppingen in Richtung Heilbronn wurde um 13.50 Uhr zunächst eingleisig freigegeben.  Drei Stunden später war diese Strecke dann wieder zweigleisig befahrbar. Das Gleis Sinsheim-Eppingen dagegen war bis zum Abend für den Zugverkehr gesperrt.

Über acht Stunden lang wurde gearbeitet, bis die Gleisanlagen geräumt waren. Während dieser Zeit wurde der Personenverkehr mit Omnibussen aufrecht erhalten.

Die Bundesbahn beziffert den ihr an den Gleisanlagen entstandenen Sachschaden auf rund 1500 Mark.

Der Wert eines Düsenjägers beläuft sich auf mehrere Millionen Mark. Die Maschine wurde vollkommen zerstört.

Der Pilot der Maschine, Leutnant Hüllert, landete am Fallschirm in der Nähe von Hoffenheim sicher.  Er wurde unerheblich verletzt. Ein Hubschrauber brachte ihn, nachdem er sich kurze Zeit am Absturzort aufgehalten hatte, nach Heilbronn.

Ergänzend wurde bekannt, dass die Düsen der Jagdmaschine in 1600 Meter Höhe über Sinsheim ausgesetzt hatten. Darauf hatte sich der Pilot aus dem Flugzeug schleudern lassen.           19.)

1959

                

Die Flurbereinigung

ist abgeschlossen  1.1).

 

Das Heimatmuseum zieht in die „Alte Universität“ 1.1).

 

Eine Gedenktafel

aus Sandstein für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege wird an der Außenseite des Chores der katholischen Kirche angebracht. 27).

 

Bundespräsident

Der erste Bundespräsident war Theodor Heuss, er stammte aus Brackenheim.

Er wurde 1949 zu diesem Amt berufen.

1949

Der neue Bundespräsident Heinrich Lübke wurde am 15. September 1959, als Nachfolger von Theodor Heuss, vereidigt.

1959