1900                                     

- Lagerhaus Eppingen als Bezirksgenossenschaft gegründet 1.1).

 

- Erstmals in Deutschland werden in Baden Frauen zum Universitätsstudium zugelassen 1.1).

 

- Einwohnerzahl Eppingen:  3.467 Einwohner 15.)

 

- Eisenbahn:  Ab dem 15. November  1900 kann man von Eppingen aus nach Heidelberg und Mannheim abdampfen.

 

1901                                     

- Gasthaus „Zum Schwanen“ mit Saalbau  wird erbaut in der Bahnhofstraße 26. Es ist ein zweigeschossiger Massivbau mit Werksteingliederungen in Neogotik mit Neorenaissance-Elementen, sieben Fensterachsen. Heute Gemeindesaal der kath. Kirchengemeinde.   1.3).  

  

1902                                     

- Gründung eines Spielmannszuges, er wurde gebildet aus den damaligen Hornisten und Tamburen der Feuerwehr 1.1).

 

- Der St.-Vincentius-Verein wird gegründet. Präsident ist Stadtpfarrer Anton Braun. 20).

 

- 50-jähriges Regierungsjubiläum der Gr. Königlichen Hoheit, Großherzog von Baden.

Huldigungslied der Stadt Eppingen zum Festakt der Realschule und Volksschule Eppingen am 26. April 1902 wird vorgetragen.

Der Text dazu wurde entnommen aus dem "Eppinger Volksboten" Nr. 65, vom Sonntag, den 27. April 1902.

Er erschien wöchentlich 4 mal, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag.

-> siehe unter "Lieder Eppingen".

 

1903                                     

- Städtische Turnhalle im Rot wird erbaut. Es ist ein schmucker Sandsteinbau und war für damalige Verhältnisse schon recht groß. Außerdem wird der Turnplatz vor der Halle neu angelegt 1.1).

 

- Ein stattliches Geschäftshaus in der Brettener Straße 5 wird aus heimischem Schilfsandstein mit neugotischen Stilelementen erbaut. Inschriftensteine geben Hinweis zur Geschichte der verschiedenen Gebäude und deren Erbauer 25).

Mühlbacher Rat- und Schulhaus wird als Sandsteinbau erstellt. 1.1). 25).

 

1903-1933                          

- Bürgermeister ist Albert Wirth bis 1933. Er stirbt im Dezember 1957 1.1). 15.)

 

1904

- Die badische Wahlreform erfolgt 1.1).

 

- Geschäftshaus Phil. Geiger, Rappenauerstraße 2 wird 1904 aus Backsteinen mit reicher Schilfsandsteingliederung sowie einem attraktiven Zwerchhaus im Jugendstil errichtet 12.)

 

- Zweigeschossige Villa in Neo-Barock wird in der Bahnhofstraße 23 gebaut. Es ist zwei-geschossig, verputzt mit Werksteingliederung.  1.3).

 

1905                                     

- Gründung des Frauenvereins und des Musikvereins 1.7).

 

Der Cäcilienverein entsteht 20).

 

1906                                     

Gründung des „Gemeinnützigen Vereins zur Hebung der Stadt“, ihm traten auf Anhieb 104 Mitglieder bei 1.7).

 

Gründung des Kriegervereins und eines Veteranenvereins, dem der Cigarrenfabrikant Karl Jost vorstand 1.7). 20).

 

Eine zentrale Wasserversorgungsleitung, anstelle einzelner Brunnen wird 1906 in der Brettener Straße installiert. 20).

 

Vorboten sich ändernder Zeiten waren das Mannheimer Abkommen 1906 zwischen den neu entstandenen Gewerkschaften und der SPD und die erste Internationale Konferenz der Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter in Stuttgart 1907. 1.1).

 

Die Ortsgruppe Eppingen der Sozialdemokratischen Partei wird von Johann Kurz gegründet.

Die erste öffentliche Versammlung fand 1906 im "Schwanen" statt.

 

Um den Vorsitzenden Wilhelm Frank hatte sich ein Stamm von engagierten Sozialdemokraten geschart.

 

Ein einzigartiges Ergebnis erzielt die SPD bei den Landtagswahlen am 21. Oktober 1909.

Mit 244 Stimmen (47,4%) war man in Eppingen erstmals die stärkste Partei und ließ die Nationalliberalen (31,1%) und den Bund der Landwirte (21,4%) deutlich hinter sich.

 

Kein anderer Sozialdemokrat prägte den SPD-Ortsverein so sehr und über einen so langen Zeitraum wie der Maurer Wilhelm Frank, auch der "Sozzefrank" genannt.  Er wurde am 25. Dezember 1874 in Eppingen geboren und begleitete von 1906 bis 1948 das Amt des 1. Vorsitzenden im Ortsverein Eppingen.

 

Die weiteren Vorsitzenden waren: August Frank 1948 - 1949; Erwin Stuntz 1949 - 1953; Hans Gromes 1953 - 1955 und 1962 - 1973; Fritz Harms 1955 - 1956; Alois Frank 1956 - 1962; Horst Wilhelm 1973 - 1975; Werner Förster 1975 - 1876 und 1977 - 1988; Klaus Kirchgessner 1976 - 1977; Hartmut Kächele ab 1988    23.)

 

Im Jahr 2016 wurde das 110-jährige Bestehen gefeiert   10.) 

 

Ein Eppinger,  Missionar Adolf Vielhauer,  hat das alte und neue Testament in Mungaka-Sprache übersetzt, sogenannte  Bali-Bibel 1). 

Er wurde am 20. August 1880 als Sohn des Bürgermeisters und Landwirts  Philipp Vielhauer, Adelshofener Straße 8, und dessen Ehefrau Emma geb. Gebhard in Eppingen geboren.

Das Komitee der Basler Mission entsandte ihn in das Grasland von Bali, etwa 300 km von der Küste Kameruns entfernt.

 

Hier arbeitete er 1906-1915, 1925-1931 und 1933-1938;

am 22. Oktober 1961 verstarb er.

Er hatte zwar in Berlin das Duala, eine Bantu-Sprache, und das Ewe des Sudans studiert, musste jedoch in jahrelangen Beobachtungen in Afrika das Mungaka erlernen und vor allem erst schreibbar machen, sodaß ihm diese schwierige und verdienstvolle Spracharbeit und die Übersetzung der Heiligen Schrift zur Lebensaufgabe erwuchs.  20).

 

1907                                     

Eine Postkarte mit dem Bild der Zukunft von Eppingen wird gedruckt.

Darauf ist zu sehen, wie sich der Postkartenmann die Zukunft Eppingens vorstellt:

eine Straßenbahn fährt in der Bahnhofsstraße, rechts nach Hilsbach mit Gegenwagen zum Bahnhof und zur Südstadt; links die Linie Gemmingen-Eppingen-Kürnbach.

Da die Hänge des Hardtwaldes für schienengebundene Fahrzeuge zu steil erschienen, setzte man am Marktplatz die Schwebebahn über den Ottilienberg nach Kleingartach und Ochsenburg ein.

Lufttaxis erfassen nicht am Schienennetz gelegene Nachbardörfer und das große Luftschiff bewältigt den Verkehr zwischen Heidelberg, Wiesloch, Haberschlacht und Tripsdrill! 1).  

Eine andere Postkarte zeigt den Marktplatz:

Vor dem Doppelgiebel in Fachwerk des Witwensitzes des Altposthalters und Gasthofbesitzers des Hotels „Krone-Post“, linkes Giebelhaus vorübergehend Weinhandlung, dann Buchbinderei W. Kepner;

das Giebelhaus rechts ist erst Stadtförsterei dann Buchdruckerei und „Generalanzeiger“ E. Kepner, im Obergeschoß eine zetilang Höhere Bürgerschule.

Das stattliche Eckhaus ist das Kolonialwarengeschäft A. Gebhard (dann Consum und Bank Harsch-Rosenfeld, dann Lebensmittel und Fischgeschäft Hermann und Ottilie Landin, dann Kaisers Kaffeegeschäft und Bierstüble Landin), es tummeln sich Draisine, Fahrräder Motorräder, Motorwagen (Autos) und Straßenbahnen.

Am Himmel kreuzen Heißluftgondeln, ein Luftschiff, Lufttaxi und Luftfahrrad.

Der Fahrradfahrer am linken Bildrand sieht aus wie Rösslewirt Franz Zorn.

Er hatte über seiner Theke einen gemalten Spruch: „All weil isch’s so“. Seine Antwort zur Frage warum?  „Weil’s hald so isch“.

 

Am 29. September verstirbt Großherzog Friedrich I. mit 81 Jahren,

bestens durch seine amtlichen Besuche in Eppingen bekannt und sehr beliebt nach 57 jähriger Regierungszeit.

Er war die Vaterfigur des Musterlandes Baden.

Friedrich II. tritt die Nachfolge an (bis 1918). 1.1.)  33).

1908                                     

Das  Notariat wird erstellt in der Rotstraße 14.

Es wurde später jedoch in das Amtsgericht verlegt.

Das Erdgeschoß war dem „Steuerperäquator“ (Steuereinnehmer) vorbehalten.

Als Bezirksbeamte wirkten außerdem in der Amtsstadt ein Amtsphysikus (Medizinalrat), ein Bezirksbaukontrolleur, ein Bezirksgeometer, ein Bezirkstierarzt und die Eichstelle.

Man ließ es jedoch nicht bei der reinen Amtstätigkeit bewenden.

Die höhere Beamtenschaft, Ärzte und Lehrer finden wir im wirtschaftlichen und im Vereinsleben Eppingens immer wieder an führender Stelle oder als treibende Kräfte 1). , 4).

 

Der älteste in Eppingen gegründete Kegelclub, der „Mittwochs-Kegelclub“ wird gegründet.

Mitglieder waren von Beruf:

Bankkaufmann, Schlossermeister (Junior), Schreiner, Buchdrucker und Schriftleiter, Metzger und Wirt, Maurer und Wirt, Bierbrauer (Clubpräsident, außerdem Vorsitzender des Verkehrsvereines und des Schwimmbadvereins), Fahrlehrer und Tankstellenbesitzer, Lebensmittelkaufmann, Brauereivertreter, Diplom-Handelslehrer, Schneidermeister, Elektromeister und Kfz-Mechaniker, Justizsekretär, Friseurmeister (Clubkassierer), Schlossermeister (Senior), Baumeister und Architekt, Schreinermeister 1.1).

 

An Kegelbahnen gab es:

in Zorns „Palmengarten“, hinter der „Krone-Post“,

beim „Badischen Hof“.  

Später (1931) kam der „Ratskeller“  und der „Deutsche Kaiser“ hinzu. 

Sie waren noch meist sehr „luftig“ angelegt, d.h. noch nicht total in geschlossenen Räumen.

Nach dem Sport wurde ausgeübt, was Johannes Kleinheins später im Jubiläumsgedicht besang.

„Trinke manchen Humpen Bier, Trinke nicht zu wenig, Mundet dann noch mancher dir, Fühlst du dich als König“.      20).

 

1908 bestanden in der Stadt, neben Palmbräu, noch weitere  sechs Brauereien

Gasthaus „Zum Engel“ (Friedrich Bitterich, 1910 Johannes Fröhlich, später Ochsenburg);

„Zum Adler“ (August Schäfer Wwe., 1911 Karl Barth);

„Zum Lamm“ (Konrad Metzger, 1903 August Kepner);

„Zum weissen Rössle“ (Karl Hartmann Wwe., 1911 Max Scholer);

„ Linde“, Brettener Straße 22, Friedrich Wirth, 1901 Karl Wirth);

„Eichbaum“ Altstadtstraße 237, (Heinrich Zaiß, 1902 Georg Zaiß Wwe.);

Gasthaus „Zum Badischen Hof“,  Rappenauerstraße 270, letztes Haus links, (Jakob Gebhard, letzter Zäpfler Feldschütz Karl Barth), 20).

 

Die Glocken der beiden Eppinger Stadtkirchen mussten im Ersten Weltkrieg abmontiert und abgeliefert werden, um Material für Kriegszwecke zu gewinnen.

Beide Kirchen erhielten 1921 wieder ein neues Geläute, die katholische Stadtkirche im Oktober, die evangelische Stadtkirche im Dezember.

Das Geld zur Wiederbeschaffung der Glocken wurde durch Haussammlungen, Durchführung von Konzerten und anderen Veranstaltungen sowie durch Spenden – auch aus dem Ausland – aufgebracht. 15.)

 

1909/10                              

Neubau für die Gewerbe- und Landwirtschaftsschule durch die Stadtverwaltung, direkt neben dem 1908 entstandenen Notariat, im gleichen Stil wie dieses.

Die Raumnot der berufsbildenden Schulen war zu groß geworden

1910   

Gründung des Gesangvereines Frohsinn.  

Der erste Vorsitzende war Johannes Andreas (1910/11), Heinrich Weiß (1911-1913), Hermann Schmitt (1913-1914) und Christian Frank (1914-1928). 20) 

Er bestand bis 1961 und schloss sich dann mit dem MGV Entracht zu dem Gesamtverein Eintracht-Frohsinn zusammen  1.7).

 

Im Jahre 1910 betrug die Einwohnerzahl Eppingens 3.402  1.1).

 

Für Ordnung in Eppingen war die Stadpolizei zuständig.

Sie bestand 1910 aus drei Mann:

Ferdinand Diefenbacher, geb. als Sohn des Ferdinand Diefenbacher und Frau Katharina geborene Trefz;

Jacob Pfründer, geb. 1881 als Sohnn des Schreiners und Webers Jacob Bernhard Pfründer und Frau Catharina geborene Brenkmann; Konrad Weiss, geb. 1875 als Sohn des Landmanns und Ottilienberg-Pächters Friedrich Weiss und Frau Eva Margarethe geborene Heinzmann.

Man nannte sie Polizeidiener, sie mußten noch andere städtische Tätigkeiten ausüben, wie Armenhausverwalter, Amtsbote, Ratsdiener, Hausmeister im Rathaus, Wag- und Marktmeister und Ausschellen von Nachrichten.

Gefürchtet waren sie von den in den steilen Gassen im Winter Schlitten fahrenden Kindern, und den Buben die auf der Straße oder Plätzen Fußball spielten;

Unbeliebt bei den Übersitzern, das heißt den Leuten, die in den zahlreichen Gaststätten die Polzeistunde nicht einhielten.  20).

 

Das erste richtige Auto in Eppingen,

einen Benz-Gaggenau 1910, Steuer rechts, außen Kulissenschaltung, mit Trompetenhupe, fuhr Dr. med. Friedrich Bauer, Kaiserstraße 7.

Es folgte ein Wanderer und ein Opel P 4.

Otto Preusch steuerte 1924 ein NSU-Auto.

1925 erwarb Dr. med. Emil Beysel, verheiratet mit Hertha geb. Schmidt-Staub (37 Jahre lang Krankenhausleiter, einen Zweisitzer Opel „Frosch“,

später einen Adler, den er sieben Jahre fuhr und der dann noch bei Metzgermeister O. Feeser noch lange lief.  20).

 

Villa Waldeck

wird gegründet durch Fritz Hatz am 26.Januar 1910.

Es wirbt in der Zeitung als "alkoholfreie Wirtschaft".   10).

1910

 

1911                                     

Erstellung einer Fass-Eichhalle

nach dem Einverständnis des Großherzoglichen Obereichamt Karlsruhe 1.1).

 

Gründung des Vereins ehemaliger höherer Bürger- und Realschüler,

er bestand nur bis 1914 1.1).

 

Die Brettener Straße war 1911 bereits voll kanalisiert,

eine Seltenheit im Kraichgau.  20).

 

1912                                     

Das Gemeindeeichamt

erhält zwischen Bachwegle und Kleinbrückentorstraße eine eigene Eichhalle. 1.)

 

Die Katholische Dreifaltigkeitskirche in Elsenz

wird im neubarocken Stil 1912/13  erbaut.

Im Kircheninneren ist die vollständige, neoklassizistische Ausstattung von eindrucksvoller Qualität, die noch durch einige Kostbarkeiten aus der Vorgängerkirche bereichert werden. 12.)

 

Im Städtischen Krankenhaus

waren 1912 insgesamt  234 Kranke untergebracht mit zusammen 6.089 Verpflegungstagen;

130 waren männlich und 104 weiblichen Geschlechts.

Außerdem waren 38 Kinder von Neckarau hier zur 4-wöchentlichen Erholung. 22).

 

Das Automobilwerk Wanderer

wird gegründet. 20).

 

1912-1949  

                        

Ausruf der Republik China  10.).

 

1913                                    

Ein Eppinger erringt am „Sedamstag 1913“ das erste Deutsche Sportabzeichen

und zwar gleich in Gold.

Es ist der am 4. Juli 1880 in Eppingen geborene Hermann Bachmann, der 1919 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Sportbehörde aufstieg.  1.1.) 9.)

 

Die Tender-Heißdampflokomotive

der badischen Baureihe VI c zog ab 1913 bis 1960 viele Züge über die Kraichgaubahn, welche die kürzeste Verbindung Karlsruhe – Nürnberg ermöglicht.

Die Lokomotive wurde von der Reichsbahn als Typ BR 75 übernommen und leistete 790 PS. 19).

 

Mindestens 15 – 20 Mann arbeiteten im Eppinger Bahnhof

Ein Bild von 1913 zeigt die komplette Mannschaft, auf Bahnsteig 2 aufgenommen:

Wilhelm Frank, Leiergasse 9, „Spatzen-Müller“, unteres Stellwerk,

Heinrich Weiss, St. Petersgasse,

Pius Reis, Schaffner,

Johannes Waidler, Fleischgasse 2,

Schorsch Meng, oberes Stellwerk,

Franz Brandmeier, Schaffner,

den Großherzoglich Badischen Bahnhofsvorsteher,

den Königlich-Württembergischen Bahnhofsvorsteher,  Johannes Vollweiler, Vater von Friseur-Vollweiler,

zwei Lehrlinge,

Heinrich Kuch, Ottos Vater, oberes Stellwerk,

Karl Doll, Fleischgasse 2, Rangiermeister

und Karl Hecker (Post-Hecker).

Nur die Bahnhofsvorsteher und Kuch, Müller und Meng besassen Beamteneigenschaft, alle anderen galten als Bahnarbeiter.

Nicht auf dem Bild sind Heckers „Louis“, Heckers „Roter“ und Ludwig Michel (Vater von Louis), der 1928 nach USA abwanderte.

Ein Inspektor war damals ein seltener und deshalb als hoher geltender Beamter.

Als die Reichsbahn in der Inflationszeit sparen mußte, entließ sie zuerst diejenigen, die nebenher eine kleine Landwirtschaft betrieben bzw. treiben mußten um auskommen zu können.

Man dachte, diese  kommen am ehesten durch und bei besserer Lage oder Bedarf kann man sie wieder einstellen.

 

Zur nächsten Eisenbahner-Generation gehörten:

Ludwig Lehmann,

Jakob Diefenbacher,

Andreas Doll,

Karl Greiner (Rangierer),

Karl Staudacker,

Wilhelm Störzinger,

die Lokomotivführer Hannes Wolfmüller, Thomas Fischer, Heinrich Guckau, Otto Barth, Johannes Haas, Heinrich Bergold,

Heinrich Glesing (Rottenaufseher),

Hermann Hofmann, Martin Schäfer und Hermann Weindel (Bahnhofsvorstand).

 

Der Bahnhof Eppingen, einer der wichtigsten im Kraichgau, ist in seiner gesamten Bahnanlage sehr groß geraten.

Aber die Erschließung durch die Bahn sollte die wirtschaftliche Entwicklung fördern, Verbindungen zwischen Stadt und Land schaffen, den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse erleichtern, den Güteraustausch beschleunigen und hier auch das Laden und Versorgen großer Militärzüge ermöglichen.  20).

 

Das Baumann’sche Haus, erbaut 1582/83

sah verwahrlost aus und war unter mehreren Besitzern aufgeteilt.

Seiner architektonischen Bedeutung wegen kaufte es die Stadt an und der badische Staat ließ es nach den damaligen Grundsätzen der Denkmalpflege herrichten und innen zu Beamtenwohnungen umbauen.

Auf einem Bild sind die damaligen Handwerker zu sehen, teilweise auf dem Baugerüst stehend, wie folgt:

Georg Zimmermann, Zimmermann;

Fritz Weixel, Bauhilfsarbeiter;

Fritz Weixel sen., Landwirt;

Heinrich Zimmermann sen., Zimmermeister;

Alexander Bentz, Glasermeister und Stadtrat;

Wilhelm Zimmermann, Zimmermann (Goethestraße); J

akob Wieser sen., Schreinermeister;

Jakob Zimmermann sen., Zimmermeister;

Johannes Andreas, Maurermeister;

Albert Wirth, Bürgermeister der Stadt Eppingen;

Karl Götz, Maurermeister;

der großherzogliche badische Bauleiter Essig aus Karlsruhe;

August Hohl, Steinhauer;

Emil Heininger, Steinhauer;

Johann Baumann sen., Maurermeister;

Karl Zimmermann, Schlossermeister;

ein Schlosserlehrling;

Auf der Leiter stehend von unten nach oben:

Bieber, Hilfsarbeiter;

Theodor Wieser, Schreiner;

Franz Wieser, Schreiner;

auf dem unteren Gerüstboden v.l.n.r.:

Georg Dieffenbacher, Malermeister;

Alexander Benz jun., Glaser.

Auf dem zweiten Gerüstboden: Ludwig Wieser, Schreiner;

Franz Baumann, Maurer;

Lehrling von Schreinermeister Kobold;

Auf dem oberen Gerüstboden Andreas Doll, Blechnermeister;

Dominikus Bachmann, Gipser

und Malermeister Meny, Richen. 20).

 

Eine Viehzählung

am 1.12.1913 ergab:

232 Pferde, 941 Rindvieh, 1.371 Schweine, 348 Ziegen, 59 Bienenstöcke, 4.977 Federvieh, 72 Hunde, 288 Hasen.

Hausschlachtungen: 1 Kalb, 2 Kühe, 416 Schweine, 91 Ziegen. 22).

 

In den letzten Tagen im Januar wurde der auf Eppinger Gemarkung angepflanzte Tabak verwogen.

Es waren im Ganzen 354 Zentner 52 Pfund.

Die Preise beliefen sich auf 30-32 Mark per Zentner. 22).

 

Die Hauptversammlung des Verschönerungsvereins

fand, unter Vorsitz des Herrn Oberförster Schairer  am 22. Januar im Krokodill statt.

Besondere Erwähnung verdient der im verflossenen Jahre hergestellte neue Weg von der Baumannshütte zum Ottilienberg, ebenso auch die Anbringung von verschiedenen Orientierungstafeln in unseren herrlichen Stadtwaldungen. 22).

 

Am 24. Januar wird berichtet:

Ein Verkehrsunikum

eigener Art dürfte der Umstand sein, dass eine zweigleisige normalspurige allen Anforderungen genügende Eisenbahnlinie, die zwei wichtige Verkehrszentren berührt, keinen Eilzugsverkehr aufzuweisen hat.

Dies ist bei der Kraichgaubahn der Fall, die von Bretten bis Heilbronn doppelspurig ist.

Schon seit Jahren bemüht sich der Stadtrat Karlsruhe im Einvernehmen mit den Orten an der Linie um Einführung von Eilzügen.

Alle Versuche scheiterten bisher an dem Widerstande Württembergs, das wohl eine Schwächung der Linie Heilbronn-Bietigheim-Karlsruhe befürchtet. 22).

 

Am 27. Januar nahm die offizielle Kaiserfeier

der Einwohnerschaft am Vorabend durch ein Festbankett im Engelsaale ihren Anfang.

 

Unter Mitwirkung der 3 hiesigen Gesangvereine, des Turnvereins und der Stadtkapelle nahm das Bankett den denkbar schönsten Verlauf.

Die Glanznummer bildete unstrittig die von echt patriotischem Geist durchwehte Festrede des Herrn Oberförster Schaier, der in markanten Worten die großen und schönen Vorzüge unseres erlauchten Herrschers ins Licht führte.

Dem Bankett voraus ging ein Zapfenstreich der Stadtkapelle und der Spielleute der Feuerwehr.  

Der heutige eigentliche Festtag wurde früh 7 Uhr eingeleitet durch Kanonenschüsse und Glockengeläute.

Die Stadt hat Festschmuck angelegt.

Um ¾ 10 Uhr stellte sich auf dem Marktplatz ders Festzug auf, der seinen Weg zu den beiden Stadtkirchen zu den Festgottesdiensten nahm.

Die israelitische Gemeinde hatte bereits am Samstag ihren Festgottesdienst in der Synagoge. 22).

 

Am 3. Februar hat Prinz Carneval

überall Einzug gehalten.

Auch im Gasthaus Rößle von Herrn Gastgeber Scholer.

Am Fastnachts-Sonntag zogen die Kleinen durch die Straßen und mit Eintritt der Dunkelheit waren die Großen auf dem Plan.

In der „Schwane“ hatte der Gesangverein „Frohsinn“ Maskenredoute mit anschließendem Tanzkränzchen.

Auch hier war fidele, echt carnevalistische Stimmung Trumpf. 22).

 

Am 24. Februar tauchte etwa um halb 12 Uhr nachts aus westlicher Richtung das Militärluftschiff Ersatz Z.I.

über unserer Stadt auf und entschwand in südöstlicher Richtung den Augen des zu hunderten auf den Straßen sich aufhaltenden Neugierigen.

Das Surren der Propeller und Brummen der Motore hatte die schon im Schlafe sich Wiegendenen erweckt. 22).

 

Im März wurde die Schlußprüfung an der Volksschule

abgehalten und zwar zum ersten Male in Form eines feierlichen Schlußaktes.

520 Schüler und Schülerinnen fanden sich in der Turnhalle ein.

Gut eingeschulte Lieder wechselten mit frisch und lebhaft vorgetragenen Gedichten.

Am Schlusse der Feier gab Herr Oberlehrer Waldi den zur Entlassung kommenden Schülern und Schülerinnen ernste Geleitworte auf den Weg. 22).

 

Der Farrenstall

gibt im März die Zeiten bekannt, innerhalb welcher die weiblichen Tiere zum Sprunge gelassen werden.

Sie sind bis auf weiteres 5-7 Uhr vormittags, 11-1 Uhr mittags und  6-8 Uhr nachmittags festgesetzt. 22).

 

Eine Warnung ergeht an die Bürger im März.

„Nach § 1 der ortspolizeilichen Vorschrift vom 26. Juni 1882 darf der Verkehr auf den Gehwegen durch unbefugtes Zusammenstehen mehrerer Personen nicht gehemmt werden.

Übertretungen werden mit Geldstrafen bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen geahndet. 22).

 

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der deutschen Sozialdemokratie

veranstaltete am 26.5.1913 die Ortsgruppe Eppingen im „Schwanensaale“ ein Konzert, verbunden mit Vortrag des Herrn Landtagsabgeordneten J. Kahn aus Schwetzingen.

Die Veranstaltung war von Parteiangehörigen zahlreich besucht und nahm einen guten Verlauf.  22).

 

Das Jubiläumsfest am 23. Juni im Engelsaale,

zum 70-Jährigen des Gesangvereins „Eintracht“ und gleichzeitig Einweihung einer neuen Fahne, verbunden mit einem Gesangswettstreit nahm einen guten Verlauf.

Der Festzug am nächsten Tag mit über 50 Vereinen war hervorragend.  22).

 

Das Großherzogliche Bezirksamt Eppingen

feiert sein 100-jähriges Bestehen noch im Monat Juli.

Dies teilte der Großherzogliche Amtsvorstand, Herr Oberamtmann Roth bei der Geburtstagsfeier Seiner Königlichen Hoheit am 10. Juli mit. 22).

 

Am Sonntag, 20. Juli um 1 Uhr 7 Minuten wurde im ganzen badischen Lande

ein mehr oder weniger heftiges Erdbeben verspürt.  Ruckweise folgten nacheinander rasch drei bedeutende Erschütterungen, die von einem unterirdischen Rollen, etwa wie wenn ein beladener Bierwagen weit entfernt über eine Brücke führe, empfunden wurde.

An verschiedenen Häusern wurden Ziegel und in den Zimmern Verputz heruntergeworfen. 22).

 

Die Anlieferung von Cichorienwurzeln an die hiesige Filialfabrik der. Fa. Franck Söhne Ludwigsburg ist in vollem Gange.

Der Ausfall der Ernte ist in diesem Jahr als gut zu bezeichnen. 22).

 

Zur Erinnerung an die denkwürdige Völkerschlacht bei Leipzig

sind auch in Eppingen Feiern im Oktober verschiedener Art abgehalten worden.

So fand eine Schülerfeier der Großherzoglichen Realschule in der Turnhalle statt.

Glockengeläut von den Kirchtürmen verkündete am Samstagabend weiterhin den Festtag.

Der Turnverein sammelte sich abends gegen7 Uhr vor dem Rathause zum Abmarsch nach dem Hornbuckel, woselbst ein Höhenfeuer abgebrannt wurde.

Am Sonntagvormittag fanden in den beiden Stadtkirchen Gedächtnisgottesdienste statt.

Die israelitsche Gemeinde hatte bereits am Samstagvormittag einen solchen in ihrer Synagoge.

Die offizielle Gedenkfeier für die Einwohnerschaft fand am Sonntagabend im Engelsaale statt.

Diese Veranstaltung war getragen von echt patriotischem Geist.  22).

 

Am 21. Oktober fand im ganzen badischen Lande die Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer statt.

Die Wahlbeteiligung war eine nicht besonders starke.

In Eppingen erhielt der Kandidat der Nationalliberalen Partei, Geiger, 219 Stimmen, Herr Müller vom Bund der Landwirte 107 und der Kandidat der Sozialdemokratischen Partei, Remmele, 173 Stimmen.  22).

 

Die Kirchweih

am 26. Oktober brachte dank des einigermaßen guten Wetters zahlreiche Fremde ins Städtchen.

Die Wirtschaften waren durchweg gut besetzt, ja die Tanzlokale überfüllt.

Für die Jugend bot die Schiffschaukel beim „Grünen Hof“ Unterhaltung.

Der Kirchweih-Montag, mit Kirchweihmesse verbunden, ist bei schönem Wetter lebhaft besucht.  22).

                                               

1914                                     

Der Erste Weltkrieg

beginnt am 3.7.1914  und dauert bis zum 11.11.1918.

Er beginnt mit dem Attentat in Sarajewo und endet mit dem Frieden von Versailles 1919.

Er fordert 17 Millionen Menschenleben,

20 Millionen Menschen wurden verwundet.  1.1).

Deutschland ist seit dem 1. August im Kriegszustand.

Der Kaiser hat auf Grund des Artikels 68 der Reichsverfassung das deutsche Reichsgebiet in den Kriegszustand erklärt. Diese Botschaft, die gestern Nachmittag in der 4. Stunde durch eine Extraausgabe des "Amtlichen Verkündigungsblattes" und durch die Alarmtrommel bekannt gemacht worden ist, löste in der Bevölkerung momentane Ergriffenheit aus. Die den einzelnen Kommandos zugeteilten Mannschaften verließen ruhig nach verschiedenen Richtungen die Stadt. Um 8 Uhr war eine große Menschenmenge am Bahnhof, um von den Abreisenden Abschied, hoffentlich auf baldiges gesundes Wiedersehen, zu nehmen. Die gesamte Einwohnerschaft steht heute Vormittag gespannt vor den weiteren Entscheidungen, die stündlich zu erwarten sind.   

Die Einrichtung des Vereinslazaretts in hiesiger Stadt ist durchgeführt.  Im hiesigen städtischen Krankenhaus stehen 20 Betten mit voller Ausrüstung bereit. Die Kleidung und Leibwäsche für 20 Mann hat der hiesige Frauenverein in vorschriftsmäßiger Form zur Verfügung gestellt und an das Krankenhaus abgeliefert. In der Industrieschule wird fortgesetzt unter Leitung des Frauenvereins für die Truppen genäht. Außerdem sollen aus dem gesamten Bezirke geeignete Mädchen in der Krankenpflege ausgebildet werden. Die Liebestätigkeit  auf dem hiesigen Bahnhof hat hier stark eingesetzt. Den durchfahrenden Kriegern werden Erfrischungen aller Art gereicht.    40).

              

Die Eppinger Soldaten

waren als Reserve-Bataillon des 1. Badischen Leibgrenadier - Regimentes 109 in Karlsruhe zusammengezogen worden. 

Im August 1917 marschierten sie in der Kaserne zur Vereidigung.

Dazu tragen die Rekruten die farbige Montur der Friedenszeit, den blauen Rock und den schwarzen Lederhelm  mit goldfarbenem Wappen und Spitze (Pickelhaube).

Der Krieg forderte:

163 Gefallene und 12 Vermißte von der Stadt Eppingen,

Adelshofen 23 Tote,

Elsenz 77 Tote,

Kleingartach 34 Tote,

Mühlbach 72 Tote,

Richen 53 Tote,

Rohrbach 47 Tote.   20).

 

Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Inflation brachten einen gewaltigen Einbruch in der begonnenen neuzeitlichen Entwicklung. 1.).

 

Aufstellung des Kriegerdenkmals (Siegesdenkmal)  für die 1870/71  teilnehmenden und gefallenen Kameraden auf dem Ludwigsplatz in der Bahnhofstraße.

Es ist gleichzeitig auch Ehrenmal für den Großherzog Friedrich I. von Baden.  

Auf allen vier Seiten sind Tafeln mit den  Namen der 108 hiesigen Feldzugsteilnehmer und der Gefallenen eingegossen.

Die Errichtung wurde im März 1914 vom Kriegerverein und dem Veteranenverein Eppingen beschlossen.

Dem Comitee für die Errichtung eines Großherzog Friedrich- und Kriegerdenkmals wurde ein von Herrn Bildhauer Schmidt hier vorgelegtes Model gutgeheißen und Herr Schmidt mit der Fertigstellung des Denkmals beauftragt.

Das Monument wird aus Muschelkalk hergestellt, außer der Büste des hochseligen Großherzogs Friedrich I. sind an zwei Seiten Tafeln, die die Namen der Festzugsteilnehmer tragen.

Die Büste und Bronzetafeln werden von Herrn Bildhauer F. Föry in Karlsruhe modelliert. Es ist zu erwarten, dass das Denkmal so zeitig fertig gestellt wird, dass der Einweihung bis Ende August d. Js. Nichts im Wege steht.    40).

 

Die Enthüllung durch Großherzog Friedrich II. war für den 30. August 1914 geplant, konnte aber wegen des Ausbruchs des Krieges nicht durchgeführt werden.

Nach der Abschaffung der Monarchie in Baden wurde die Büste Friedrichs I. entfernt.

Das Denkmal wurde umgestaltet und ein Brunnen installiert.

Erst 1926 wurde die Büste des Großherzogs Friedrich I. auf Betreiben des Kriegervereins wieder aufgesetzt.  1.1). ,  27.), 4).

 

Im Freien baden

konnte man schon, die Badeanstalt für die Frauen („Mädlesbadheisle“) befand sich an der Elsenz (Mühlkanal) unterhalb der Ölmühle (ehemalige Mühle Heid),

die für die Männer („Buwebadheisle“) unterhalb der Stadt, ebenfalls an der Elsenz, beim Breiten Steg (jetzige Fläschlebrücke).

Das Badhäusle der Juden (kein Freibad) steht noch zwischen hinterer Kettengasse und früherem Elsenzlauf (seit 1950 Mühlkananl genannt, dann nur noch ein Rinnsal).

Im Interesse der öffentlichen Sittlichkeit achtete die Aufsichtsbehörde jedes Jahr streng darauf, dass der Abstand solcher nach Geschlechtern getrennten Badeanstalten groß genug war und sie eingezäunt waren. 1.1).

 

Dem Consum- und Absatzverein

steht Schreiner Heinrich Frey vor. 20).

 

Im Frühjahr 1914 waren 25 Jahre verflossen, seitdem der ev. Kirchenchor dahin ins Leben gerufen wurde.

Zur Feier dieses Jubiläums veranstaltete der Verein, unter seinem eifrigen Dirigenten, Herrn Lehrer Schelling, ein in allen Teilen wohl gelungenes Kirchenkonzert.

Herr Stadtvikar Brockel dahier, welcher der wochenlangen Vorbereitung ebenfalls viele Zeit und Mühe widmete, übernahm die zahlreichen Orgelpartien. Dem weiteren Verlauf lag ein Gang durchs Kirchenjahr zugrunde.

1914

 

1917                                     

Russische Revolution, Lenin kommt an die Macht  33).

 

1918                                     

Ende des 2. Weltkrieges

am 11. November 1918 10).

Abdankung Kaiser Wilhelms des II. 33).

 

Erneute Revolution ,

in Baden und  Deutsche Revolution.

In Eppingen gründet sich ein Arbeiter- und Soldatenrat  1.1).

 

Großherzog Friedrich II.,  

geb. 1857, gestorben 1928, regierte von 1907 bis 1922.

Bei einem Besuch im November 1918 in Eppingen schien das Verhältnis zu ihm nicht so gut gewesen zu sein.

Es rumorte sogar einmal und bei seinem Besuch wurde die Situation durch Hochhalten eines Schildes gerettet, auf dem zu lesen stand: „Ob gleichwohl unsere Stadt Abneigung gegen Hoheit hat, so liebt sie ihren Fürsten doch, es lebe hoch der Großherzog“. 20).  

 

Ein Ehrenfriedhof

für Soldaten und Zviltote (später beider Weltkriege) wurde schon während des 1. Weltkrieges am östlichen Eingang des Friedhofes angelegt.

Dies war notwendig geworden, weil das Krankenhaus in Eppingen damals ein Lazarett war.

Viele Verwundete starben hier und mussten beerdigt werden.

Ursprünglich lagen hier 19 deutsche Soldaten, sechs französische und vier russische Kriegsgefangene.

Im 2. Weltkrieg wurde der Ehrenfriedhof erweitert.

Neben Soldaten liegen hier auch Zivilpersonen, die bei den Luftangriffen auf Eppingen ums Leben kamen.

Die Muschelkalksteinkreuze wurden 1963/1964 errichtet. 27).

 

1919                                     

Friedrich Ebert, ein Heidelberger,

 wird von der Weimarer Nationalversammlung zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt. 1.1).

 

Das elektrische Licht hält Einzug in Eppingen. 20).

 

Adolf Dieffenbacher

eröffnet im Mai die „Eppinger Lichtspiele“.   

1929 eröffnet Franz Zorn die „Rössle-Lichtspiele“ beim Pfeifferturm, sie existieren bis zum 25. November 2008 1.1).

 

Gründung des Bezirks- und Obstbauvereines

im August in der Wirtschaft „Zur Eisenbahn“.

Philipp Schweizer aus Ittlingen ist 1. Vorsitzender.

Örtlich wirkt ab 1920 Philipp Welz dreißig Jahre lang.  1.6). 20).

 

Volksentscheid über eine neue Badische Verfassung 1.1).

 

Die Gendarmeriestation Eppingen wurde nach dem ersten Weltkrieg aufgewertet.

Es gab einen Kommisar, drei Gendarme und einen Gefängniswachtmeister, sodaß die Stadt ihre Polizeimacht auf zwei Mann einschränken konnte.

Diese waren: die Schutzleute Ferdinand Diefenbacher und Hermann Barth (Badgasse).

Die Uniform war einheitlich schwarz, der Waffenrock der Gendarmerie grün und bei der städtischen Polizei blau.  

Daneben war noch ein Feldhüter beschäftigt, der zur Erntezeit im Herbst Verstärkung erhielt.

Des alten Feldschütz‘ „Bockmayer“ Leitspruch ist überliefert:

„Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, versieh das Deine nur getreu, schreibst du die reichen Bauern auf, so bist Du deines Dientstes frei“.  20).

 

Die Stammtische

kamen in Mode.

Der vornehmste und gewichtigste mit dem „Dammhöfer“ (Jakob Gebhard) saß beim „Lindewirts Karl“,

derweilen im „Grünen Hof“ gaben Fabrikanten Dieffenbacher den Ton an.

Als die Linde altershalber geschlossen wurde, wanderten die Stammtischbrüder zu Karl Schmelcher in den „Löwen“.

Auch beim „Franke Christl“ im „Deutschen Kaiser“ war einer vertreten.

 

Albert Dieffenbacher,

wird am 3.1.1919 geboren.

Er übernahm am 1.5.1952 in 3. Generation, zusammen mit seinem Vetter Gerhard, die Geschäftsführung der Maschinenfabrik Dieffenbacher.

Er war für den gesamten betrieblichen Bereich und Maschinenpark, als Industriemeister,  verantwortlich.

Die Firmengröße betrug bei seinem Einstieg ca. 50 Personen, in seinem Todesjahr ca. 1 800.

Er brachte die Firma, zusammen mit seinem Vetter Gerhard,  ab 1952 auf den Weg eines professionellen, internationalen Industriebetriebes.

Er war in mehreren Eppinger Vereinen, vor allem in der Schützengesellschaft, dem Reiterverein und dem Turnverein 1865 als Mitglied und in Ämtern tätig.

Auch als Stadtrat der Freien Wählervereinigung war er lange Jahre tätig.  

Er wurde 1984 mit dem Wappenteller der Stadt Eppingen ausgezeichnet.

Er verstarb am 11.5.2014, 95-jährig.  10).