1861                                     

In Eppingen existieren drei Gerbereien 1.1).

 

Erstes Deutsches Turnfest in Coburg  33).

 

 

1862                                     

Die Höhere Töchterschule wird gegründet,

sie existiert nur 17 Jahre.

Ein Nachruf vom 18.4.1879 lautet:

„ Am 1. April wurde dahier eine Jungfrau von 17 Jahren zu Grabe getragen, zwar ohne Sang und Klang, in aller Stille, aber doch zum Leidwesen derer, die seiner Zeit an ihrem Aufblühen ihre Freude hatten und jetzt noch an ihrem Dasein ihre Freude hätten

– die Höhere Töchterschule."

Selbst eine letzte Hilfe zur Weckung der nöthigen Lebenswärme in Form von 4 Ster städtischem Holz kam zu spät. Die jugendliche Kranke verschied. 15.)

 

Karl Stroh,

1862-1921 betrieb das Töpferhandwerk.

Er holte den Ton von seinem Grundstück „Hinter dem Schelmenrain“, im Gewann „Bei den Stiftsäckern“.  1.2).

 

1864                                     

Ein neuer Steinbruch wird in Mühlbach begonnen.

In den beiden alten Steinbrüchen übten zehn, im neuen Steinbruch acht Steinhauermeister ihr Gewerbe aus 1.3).

 

Als erste Landwirtschaftsschulen im Großherzogtum Baden

wurden im Jahr 1864 die Schulen Karlsruhe (später Augustenberg) und Heidelberg (später Eppingen 1869, Winterschule) gegründet. 1.1).

 

Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründet Darlehenskassenverein 33).

 

1865                                     

Die Einwohnerzahl Eppingens beträgt 3.256 Einwohner 20).

 

Der Turnverein Eppingen 1865 e.V. wird gegründet am 15. Mai 1865.

 

Es fanden sich 23 Gründungsmitglieder zusammen, um den Verein aus der Taufe zu heben.

Über das Gründungsfest liegen leider keine detallierten Aufzeichnungen vor.

Um die „Knaben an Zucht, Ordnung und Ausdauer zu gewöhnen, Eigenschaften, die unserer Jugend in der Tat Not tun“, meldet der Bezirksförster als Vorstand 1865 die Gründung des Turnvereins an.

In unserer Region wurde die Turnbewegung um 1860 populär.

Ein Werbeturnen der bereits aktiven Vereine Sinsheim und Bretten hatten zur Gründung des Eppinger Turnvereins beigetragen.  

Die Kriegswirren hatten in den zurückliegenden Jahren keinen Turnbetrieb mehr zugelassen.

Die Neuformierung und der Neuaufbau erfolgte  am 7. Mai 1880.

Unter dem 1. Vorstand Karl Gillard wurde erfolgreich Aufbauarbeit geleistet.  

1884 wurde Ernst Hochstetter zum 1. Vorstand gewählt. Dieses Amt führte er bis 1888 erfolgreich.

Zur deutschen Turnerschaft wurde die Verbindung durch Beitritt zum Gauverband Pforzheim aufgenommen.

Große finanzielle Opfer forderte die Anschaffung von Turngeräten, um dem „regeren Turnbetrieb“ gerecht zu werden.   

1885 beträgt die Mitgliederzahl 29 Aktive, 61 Passive und sieben Zöglinge.  

1886 beteiligt sich der TV am III. Kreisturnfest in Pforzheim und erringt einen 2. Preis. 

1887 gründet ein Lehrer die TV-Gesangsabteilung.    

Am 26. August 1888 wurde das 3. Gauturnfest des Pforzheimer Turngaues mit 99 Wettkämpfer in Eppingen durchgeführt.

An diesem Tag wurde die erste TV-Fahne feierlich dem Fähnerich Alexander Bentz durch Oberamtsmann Deitigsmann übergeben.       

Anfang des Jahres 1889 übernahm August Stroh den Vorstand. 

Mit gutem Erfolg wurde 1889 der Himmelfahrtswandertag eingeführt, der als „Götzwanderung“ eine feste Institution wurde.           

1895 fand erstmals am Fasnachtssonntag ein Maskenumzug statt, der aus umliegenden Großststädten und Ortschaften viele Zuschauer mobilisieren konnte.

1896 wurde Alexander Bentz erster Vorstand.    

1898 entschloß sich der Turnverein dem neugegründeten Kraich-Turngau beizutreten.

1902-1904 wurde durch die Stadt die Turnhalle im Rot gebaut.

Ein lang ersehnter Wunsch ging in Erfüllung, als die Stadt Eppingen die neu erstellte Halle dem Verein zur Benutzung übergab.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Turnstunden in verschiedenen Räumlichkeiten unter erschwerten Bedingungen abgehalten.   

1905 trat Alexander Bentz als Vereinsvorsitzender ab, sein Nachfolger wurde Wilhelm Kögel.  

Bei dem XI. Deutschen Turnfest 1908 in Frankfurt konnte ein 1. Preis im Vereinswetturen errungen werden.    

Im Jahre 1908 und in den Jahren 1919/20 unterhielt der Turnverein eine Fußballriege, außer der um 1920 „wild“ der VfR und der FC Union spielten.

Im Jahr 1921 wurde dann der VfB gegründet.   

Bis 1912 beteiligten sich die Eppinger Turner an zahlreichen größeren Wettkämpfen mit gutem Erfolg. 

Auf dem Landesturnfest 1912 in Freiburg war Karl Wieser als Kranzsieger erfolgreich.  

1913 konnte das erste deutsche Sportabzeichen in Gold von einem  Eppinger Turner erworben werden.

Es war der am 4. Juli 1880 hier geborene Hermann Bachmann, der 1919 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Sportbehörde aufstieg. 

Er wohnte damals in Karlsruhe und war  zu dieser Zeit dem Karlsruher Fußballverein angehörig.  

Der 1. Weltkrieg forderte große Opfer.

Mehr als 100 Turner wurden eingezogen.

Der Turnbetrieb musste zeitweise eingestellt werden.              

Mit frischem Mut übernahm Philipp Vielhauer 1919 als 1. Vorsitzender die schwierige Aufgabe, dem Verein wieder Leben einzuhauchen.

Die erste Frauenturnstunde wurde eingeführt.

Unter der Leitung von Theodor Wieser formierte sich die Männerriege.   

Ein neuer Turnplatz wurde unter kräftiger Vorarbeit der Leichtathleten 1921 im Roth geschaffen. 

   

Zum Gedenken der gefallenen Turner und Sänger wurde am 29.4.1923 auf dem Hornbuckel ein Ehrenmal feierlich eingeweiht. 

1924 konnten im Hardtwald die städtischen Sportplätze ihrer Bestimmung übergeben werden.  

In Verbindung mit der „Eppinger Woche“ wurde 1925 ein Gauturnfest abgehalten.

Die Chronik berichtet: „ein großes Fest mit glänzendem Verlauf“.              

1926 übernimmt Wilhelm Kögel nochmals für 2 Jahre die Vereinsleitung.

In dieser Zeit wurde die Wander-, Handball- und Schwimmabteilung angegliedert. 

Der TV nahm erstmals mit Turnerinnen an einem Wettkampf in Heidelsheim teil.   

Die Turner nahmen am Landesturnen in Offenburg teil und belegten mit die ersten Plätze.

Eine Wanderabteilung für die männliche Jugend über 14 Jahre wird gegründet. 

      

1927 gewann Karl Wieser die badische Landesmeisterschaft im Stabhochsprung mit 3,20 m.

Ein Jahr später konnte er beim 14. Deutschen Turnfest in Köln 11. Kranzsieger werden.  

    

Der 1929 neu gewählte 1. Vorstand Otto Wieser kämpft mit viel Engagement den in den letzten Jahren beeindruckend gewachsenen Verein über dir wirtschaftlich schwierigen Jahre zu bringen.

1930 fuhr eine sehr große Mannschaft zum Turnfest nach Mannheim.

Auf einem Bild, das auch im Turnerheim hängt, sind zu sehen, v.o. links:  Fritz Hahn,  Adolf Brenkmann, Adolf Müller (Schuhmachermeister), Richard Wieser (Holzbildhauermeister), Otto Wieser (i.d. Mitte), Philipp Lang (weit rechts),  li. Vorne: 1. Vorsitzender Wilhelm Kögel, Anton Wieser, Walter Bregler, Hermann Glesing, Helmut Pfründer, Richard Staub, Albert Doll; erste reihe v.li.: Karl Wieser, Ludwig Guckau, Erwin Diefenbacher, Erwin Pfründer (1931 verunglückt), Ludwig Goll und Hermann Zaiß (Ratschreiber, dann Stadtrechner). 20)., 4).  

 

 1931 brannte die Turnhalle bis auf die Grundmauern nieder.

Der Turnbetrieb musste ca. 2 Jahre behelfsmäßig im Schwanensaal abgehalten werden

 

Der Turnverein 1865 hielt seinen Familienabend am 9. Januar 1932 ab.

Darüber war in der Zeitung zu lesen, dass im Verein Stimmen laut geworden seien, ob die Abhaltung einer solchen Veranstaltung in der gegenwärtigen Notzeit noch berechtigt sei.

Die Antwort darauf lautete: „Gerade die Schwere der Zeit und die dunkle Zukunft haben den Turnverein veranlasst, diesen Familienabend zu veranstalten, um damit den Mitgliedern , Freunden und Gönnern den Beweis zu liefern, dass die heranwachsende Turnjugend die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verloren hat und unbeirrt an den Hochzielen der deutschen Turnerschaft festhält“.

Einige Vereine verzichteten allerdings in diesen Wintermonaten auf einen Familienabend und veranstalteten nur gemütliche Zusammenkünfte.

1933 beginnt die Aera Wieser.

Unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Karl Wieser nahmen noch im gleichen Jahr 38 Turnerinnen und Turner am Deutschen Turnfest in Stuttgart teil. 

1937 wurde der Turngau „Oberer Kraichgau“ aufgelöst.

Der TV schloss sich dem Turnkreis Sinsheim an.   

Das letzte Deutsche Turnfest vor dem 2. Weltkrieg fand 1938 in Breslau statt.

Bei hoher Beteiligung konnte der Verein 3 Turnfestsiegerinnen stellen.    

Die in den Folgejahren 1939-1945  stark eingeschränkte Vereinstätigkeit kam während des Krieges fast völlig zum Erliegen.

Viele Turner sind aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr heimgekehrt.  

1946 erfolgte die Wiederaufnahme des Turnbetriebes. 

In der ersten Mitgliederversammlung nach Beendigung des schrecklichen Krieges wurde Otto Wieser am 27. Juni 1946 zum 1. Vorstand gewählt. Er war Vorstand bis 1962.

Karl Wieser übernahm in Personalunion den Schrift- und Kassenwart.    

Die Turnerinnen und Turner begannen sich wieder zu organisieren.

Sichtbares Zeichen der erfolgreichen Aufbauarbeit waren 18 Siege beim ersten Landesturnfest 1948 in Karlsruhe.

In unermüdlicher Kleinarbeit wurde in den einzelnen Abteilungen vorbildliches geleistet und damit der Grundstein für sportliche Erfolge im turnerischen als auch im leichtathletischen Bereich gelegt.    

1955 feiert  der TV 90jähriges Bestehen.

Mehr als 300 aktive haben an dieser Großveranstaltung teilgenommen. Ein großer Tag der Vereinsgeschichte.

Die Turnbrüder Otto und Karl Wieser erhalten den Ehrenbrief des badischen Turnerbundes

In den Jahren 1956-1962 sind die Wachstumsraten im Verein sehr groß.

Besonders die Jugend nimmt die vielfältigen Angebote der körperlichen Ertüchtigung unter Leitung erfahrener Turnwarte an.

1957  finden Schau- und Werbeturnen in Eppingen statt.

Der Turnverein  schenkte der turnerischen Betreuung der Schuljugend große Beachtung.        

Beim Kreisturnfest konnte der Verein zwölf Kreismeistertitel erringen.         

Das Landesturnfest in Mannheim 1957 war für die 38 Wettkämpfer des TV 1865 Eppingen ein großes Erlebnis.

Sie waren in den vielen Wettkämpfen sehr erfolgreich. Es gab 2 Jugendgruppensieger.

An einem Sonntag im September fand in der Turnhalle ein Schau- und Werbeturnen statt, bei dem ein Querschnitt durch die Jahresarbeit gezeigt wurde.

Die Turnerinnen führten ihren Festtanz vom Landesturnfest auf, die Turner ihre Festgymnastik.

Ein Staffellauf wurde in der Adelshofener Straße gestartet und führte furch die Brettener Straße bis zur Abzweigung nach Mühlbach. . 15.)

1957 war auch Planungsbeginn für den Bau eines Stadions durch den Turnverein 1865 Eppingen.

Rohbaufertigstellung des Stadions war 1960, später übernahm die Stadt Eppingen  das Projekt,

die Einweihung erfolgte im Jahre 1967   1).

1958 Deutsches Turnfest München: 21 Turnfestsieger.

 

Der Ursprung eines Turnerheims liegt sehr weit zurück.

Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte der TVE eine Umkleidehütte bei den Sportplätzen des VfB und dem daneben liegenden städtischen Platz besessen.

Dieser Bau aus Rundbalken wurde 1926 eingeweiht.

Die Schutzhütte diente gleichzeitig auch als Gerätehütte. Sie stand an der südwestlichen Waldseite, der höchsten Stelle über dem kleinen Sportplatz  mit Weitsprung- und Hochsprunggruben, benachbart zum VfB-Platz.

Heute ist dort der Hartplatz der Stadt Eppingen entstanden.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Hütte durch Vandalismus, aber auch durch Entwendung von Ziegeln für Reparaturen, an Häusern durch Bombenschäden, entstanden, sehr stark beschädigt und musste auch aufwändig repariert werden.

 

Das Turnerheim – 1. Bauabschnitt -   wurde in den fünfziger Jahren an der Stelle geplant, an welcher einmal das Kraichgaustadion liegen sollte.

Die Erdarbeiten erfolgten im Sommer 1958.

Im November 1961 konnte das Haus fertiggestellt werden.

 

1960 Meisterschaften Neckargemünd: 4 nordbadische Meister.

1961 Weltturnfest Stuttgart: 2 Teilnehmer.

 

1962 übernimmt Alfred Stunz die Vorstandschaft bis 1984.

 

1975 feiert der TV sein 110jähriges Jubiläum, vom 26.6. - 4.7.1995.

 

Zum 2. Bauabschnitt des Turnerheims kam es durch die Einweihung des Kraichgaustadions im Jahre 1967. 

 

Eppingen und der TV trauern im Oktober 1979 um den früheren Rektor und 2. Vorsitzenden des TVE, "Turnvater" Helmut Pfründer.

   

Zum 3. Bauabschnitt des Turnerheims kam es, weil die öffentlichen WC’s nicht immer in entsprechendem Zustand waren.

Neben dem WC-Trakt mit eigenen TV-Toiletten wurde auch gleichzeitig der Gymastikraum gebaut.

Die Freigabe erfolgte im Juli 1983.

Dieser dient verschiedenen Abteilungen als Trainingshalle.

Gleichzeitig wurde eine moderne Zentralheizung für das gesamte Gebäude installiert, die Zeit der Ölöfen ist vorbei.

 

1985 wurde Werner Maier im April neuer Vorsitzender des TV 1865, bis zum Jahr 2000, nachdem zuvor über zwei Jahrzehnte Alfred Stunz dieses Amt innehatte.    17.)

 

Im selben Jahr begeht der TV 1865 Eppingen, der größte Verein Eppingens mit 1.254 Mitgliedern auch sein 120-jähriges Bestehen, im Rahmen der 1000-Jahr-Feier der Stadt Eppingen.

 

Auch 1985 erfährt er mit der Verleihung der "Sportplakette des Bundespräsidenten" im Dezember eine besondere Ehrung.

 

1986 hat der Verein 1.229 Mitglieder und nimmt damit den 17. Rang im Badischen Turnerbund ein.

 

1987 beträgt die Mitgliederzahl erstmals über 1.300 Personen.

 

1989 steigt die Mitgliederzahl im April auf 1.400 an.

 

Im selben Jahr schaffen insgesamt vier Volleyballteams den Aufstieg in die nächst höhere Liga.

 

Frank Bergdolt wird im September Dritter bei den Deutschen Leichtathletikmehrkampfmeisterschaften in der Aktivenklasse.

 

1990 feiert der TV im Rahmen der 6. Eppinger Heimattage sein 125-jähriges Jubiläum.

 

1992 wird Frank Bergdolt Deutscher Meister im Leichtathletischen Dreikampf der Männer.

 

1993 errichtet der TVE im nördlichen Bereich des Kraichgaustadions einen Pavillon für die Jugend des TVE.

 

1995 findet das erste internationale Hochsprunggmeeting im Kraichgaustadion statt.

 

1996 wurde mit dem 4. und umfassendsten Erweiterungsbau in der Turnerheim-Geschichte begonnen.

Die problematische Eternit-Dachabdeckung wurde entfernt und das Gebäude mit einem neuen Ziegeldach versehen.

Parallel hierzu hatte man die Decke im Wirtschaftsraum angehoben und auch den Gymnastikraum um einiges erhöht.

Ein Kraftraum mit vielseitig verwendbaren Geräten wurde angebaut.

Einweihung war am 8. Juni 1997.

 

Bei der Einweihung stellte der Vorsitzende des Elsenz-Turngaues Siegbert Herbster fest:

„Ihr habt in einer Zeit des allgemeinen Jammerns durch kalkuliertes und finanzielles Handeln 400.000 Mark investiert, die dem Leistungs- wie dem Gesundheitssport, der Prävention und der Geselligkeit gleichermaßen zugute kommen“.    

 

2000 übernimmt Hartmut Stunz die Vorstandschaft bis 2008.

 

2002 findet das erste Langlaufmeeting, ein Vorläufer des späteren Ottilienberglaufes, statt.

 

Zwischen der einzelnen Bauabschnitten des Turnerheimes hat der TV auch noch ein Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag erstellt.

 

Am 25. Oktober 2003 war die offizielle Einweihung des 5. und letzten Bauabschnittes, ebenso die Einweihung des Kleinspielfeldes.  

 

Der TVE verfügt nun über ein Gebäude und ein eigenes Kleinspielfeld,  das auch für die kommenden Generationen alle Möglichkeiten zur Ausübung des Sports und der Pflege der Geselligkeit beinhaltet.

Das Haus verfügt über eine Solaranlage zum Erwärmen des Duschwassers, die sanitären Räume sind technisch auf dem neuesten Stand.

Ein Behinderten-WC gehört ebenso dazu wie ein Geschäftszimmer und ein Konferenzraum.

Die Terrasse erlaubt den Mitgliedern, das Geschehen im Stadion und auf dem Kleinspielfeld von oben aus zu betrachten.

Die modern eingerichtete Küche läßt ebenfalls keine Wünsche offen.

Und noch eine Besonderheit wurde mit dem neuen Turnerheim geschaffen:

Alle Eppinger Schulen können, gemäß einem Überlassungsvertrag zwischen dem Turnverein und der Stadt Eppingen, zu bestimmt festgelegten Zeiten die Umkleide- und Duschräume benutzen.

Der Regieraum und das Umkleidezimmer, Dusche und WC für Schiedsrichter kann über die äußere Wendeltreppe erreicht werden.   

       

2008 übernimmt Edith Kobold die Vorstandschaft bis 2014.

 

Im selben Jahr findet der erste Ottilienberglauf unter der Regie des TV, ab dort dann jährlich, statt.

 

2014 erfolgt in der Vorstandschaft ein Stabwechsel.

Edith Kobold,  6  Jahre lang erste Vorsitzende,

mehr als 20 Jahre lang stellvertretende Vorsitzende,

41 Jahre im Turnrat  tätig, stellt sich nicht mehr zur Wahl als 1. Vorsitzende. 

 

Ihre Nachfolge tritt Ute Schäfer-Kern 2014  an. 10).

 

2015 wird das 150jährige Jubiläum des TVE 1865 gefeiert. 1.1). JK).

 

1866

Baden schließt ein Schutz- und Trutzbündnis mit Preußen.

Der Badische Landtag ging den Weg zum „Musterländle“ weiter 1.1). 

 

Jacob Renz wird geboren,

später ist er Bürgermeister von Mosbach.

Er engagierte sich auch in der Heimatforschung.

Seine Vorträge über die Geschichte der Stadt Mosbach sind in mehreren Bänden veröffentlicht.   20). 30).

 

Deutsch-Österreichischer Krieg (Königgrätz) 33).

 

1867  

Gründung des“ Vorschuß-Vereins“  

am 15. Dezember, Vorläufer der Volksbank,  auf Betreiben des Oberamtmannes Leutz.

Später wurde daraus die Volksbank-Raiffeisenbank 1).  

Die Leiter ab 1867 waren: Paul Bentel, G. Neudeck, Ad. Huber, Konr. Metzger, Phil. Vielhauer. 20).

 

Ab 1849 erschien für das Amt Bretten und Eppingen der „Kraichgaubote“

(gedruckt und verlegt bei C. Macklot, Karlsruhe).

F. Reuter (Druckerei und Verlag in Eppingen) gab seit 1866 den „Eppinger Volksboten“ heraus,

der schließlich 1911 in der 1867 gegründeten „Eppinger Zeitung“ (Verlag und Druckerei Heinrich Luz, Eppingen) aufging. 1.1).

 

Bildung des Staatlichen Forstamtes Eppingen

im Dezember durch Erlaß des Großherzogs. 1.1).

 

1867-69

Neubau der höheren Bürgerschule

an der Kaiserstraße, dreigeschossig aus dem heimischen gelben Keupersandstein, im Stil klassizistisch beeinflusst. 

Darin ist die  heutige Kraichgau-Sonderschule.

Zur Einweihung der Höheren Bürgerschule weilte am 6. September 1869 der Großherzog in den Mauern der Stadt.

 

Im Erdgeschoß des alten Gymnasiums befand sich ab 1923 bis zu ihrer Verlegung nach Sinsheim die Handelsschule 1.1).

 

Prinz Max von Baden wird der letzte kaiserliche Reichskanzler bis 1929 1.1).

 

1868

Gründung des Gartenbauvereines Eppingen

durch Lehrer Geilsdörfer. 

In der Satzung heißt es.  Zweck des Vereins soll sein: „die Förderung des Gartenbaues in allen seinen Zweigen".

Er sucht das zu erreichen durch Bezug und Verteilung guter Sämereien und Pflanzen sowie durch Veranstaltung von Vorträgen“. 1.6).  20).

 

1868-1870 Rebellion um den Bürgernutzen und Stadtwald Eppingen findet statt.

Abhandlung hierüber im Band 3 „Rund um den Ottilienberg“, Seiten 351-358, Autor Helmut Binder 1.3).

 

1869

Die älteste Landwirtschaftsschule Badens

war am 1. Dezember 1846 in Heidelberg eingerichtet worden und wurde, nach längerem Tauziehen um den besten Standort, in die Kraichgaustadt Eppingen verlegt.

Dort wurde am 1. November 1869 in der Höheren Bürgerschule das 6. Wintersemester eröffnet.

Für diese wohl beste Lösung soll sich der Großherzog selbst gekümmert haben 1.1).

 

Das Wahlrecht für alle 25 Jahre alten Staatsangehörigen,

ohne Rücksicht auf das Ortsbürgerrecht, wird eingeführt, ebenso das metrische System 1.1).

 

1869-1934  

Ludwig Zorn,

1869-1934 ragt aus der Brauerfamilie Zorn besonders heraus.

Unter ihm entwickelte sich das Unternehmen zu einem angesehenen Familienbetrieb.

Zorn gehörte auch dem Gemeinderat an und arbeitete in zahlreichen Vereinen mit.

Nach ihm wurde die an der Brauerei vorbeiführende Straße benannt.  30).    

  

1870

Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland am 19. Juli.

Erstmals kämpfen alle deutschen Staaten gemeinsam im Feldzug gegen Frankreich bis 1871.

 

Aus Eppingen sind 3 tote Kriegsteilnehmer zu beklagen, aus Elsenz einer. 27).

 

Am 18. Januar 1871 kommt es im Schloss zu Versailles zur Friedenserklärung.

 

Friede von Frankfurt Main 1871  1.1).  33).

 

Kaiserproklamation,

dem Gründungsakt des Zweiten, allerdings kleindeutschen Kaiserreichs.

Reichskanzler wird Bismarck.

Er führt Deutschland erfolgreich durch die europäischen Wirrnisse 1.1).

 

1870

war auf dem Ludwigsplatz

begonnen worden, zur Zierde der Stadt einen neuen Brunnen zu bauen. 1.1).

 

Schutzhütte an der Hohlwegkreuzung

auf der Höhe des Odenbergs wird gebaut.

Im Türsturz ist die Bezeichnung „KA 1870“ zu sehen 1.1), 4).

 

Eppingen hatte 3.261 Einwohner.

Davon waren 568 Bürger der Stadt und 60 ortsabwende Bürger der Stadt, die für die Gabholzberechtigung in vier Klassen eingeteilt waren.

90 an der Front stehende Soldaten, darunter 4 Juden, wies  der Stadtrat ein Taschengeld von 5 Gulden an. 1.1).

 

Ein Sturm am 26. Oktober

beschädigt die Dächer auf dem Ottilienberg, am Armenhaus und am städtischen Schafhaus sehr stark. 1.1.) 

         

In Eppingen existieren fünf Gerbereien 1.1).

 

Karl Vielhauer

wird geboren, er war Tierarzt und Schlachthofdirektor in Hamburg. 20).

 

1871

Die ersten Reichstagswahlen

finden statt.

Das Reich hat 41 Millionen Einwohner.  

 In Baden lag die Wahlbeteiligung erheblich höher als im übrigen Reichsgebiet und dem Wahlergebnis nach lagen hier die Liberalen mit rd. 62 % an der Spitze, gefolgt von der Zentrumspartei  mit 26 %, den konservativen Parteien mit etwa 12 % und den Deutsch-Konservativen mit nur 3 %.

Der Amtsbezirk Eppingen gehörte dabei zum Wahlkreis XIII, zu dem noch Sinsheim, der Osten des Brettener und der Norden des Bruchsaler Bezirkes gehörten.

Im Badischen Landtag saß ständig ein Abgeordneter aus Eppingen 1.1).

 

Entstehung des Deutschen Reiches.

Wilhelm der I. von Preußen wird in Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen.

Otto von Bismarck wird erster Reichskanzler (bis 1890) 33).

 

Friedrich Ebert aus Heidelberg wird Reichskanzler von 1871 – 1925 1.1).

 

Handwerker gab es viele  in Eppingen, am meisten vertreten waren:

Schuster 28,

Maurer 20,

Leineweber 18,

Schneider 18,

Bäcker 12.

In Eppingen bestanden 1871 neunzehn Wirtschaften, davon sieben zugleich Brauereien.

Sechs Küfer und zwei Kübler lassen erkennen, dass der Obst- und Weinbau ehedem eine größere Bedeutung besaß, als heute. 1.1).

 

Ein Großbrand

vernichtet 1871 die Häuser Konrad Schmidt, Kupferschmied Hofmann, Franz Zorn, Philipp Frey, Adam Gebhard und Heinrich Doll.

Die bisher geschehenen Großbrände hatten dem Gerätepark der Feuerwehr schwer zugesetzt.  20).

 

In Eppingen entsteht das „Roth“ mit seinem Behördenviertel, seit 1859 im Bau 33).

 

Heinrich Lutz (1871-1926) eröffnete 1897 am Marktplatz eine Buchdruckerei.

Ab 1899 gab er die „Eppinger Zeitung“ heraus, zu der er 1911 noch das Verlagsrecht des 1866 gegründeten „Eppinger Volksboten“ erworben hat.

Nach seinem Tod blieb das amtliche Verkündungsblatt bis Ende 1972 in Familienbesitz.

Die „Eppinger Zeitung“ ist seitdem eine Ausgabe der Heilbronner Stimme.  30).

 

1872  

Kriegerverein Eppingen wird gegründet.

Zweck des Vereins: die Pflege des Geistes der Treue gegen Kaiser, Landesherr und Vaterland.

Unterhaltung und Belebung des militärischen kameradschaftlichen Bewusstseins.

Die Erhaltung des Andenkens der im Kriege gefallenen Soldaten jeden Grades und die Pflege der Erinnerung des Krieges 1870/71. 1.7).

 

1872-1946  

Hermann Otto Kuenzer

(1872-1946) war an verschiedenen Orten Staatsanwalt und ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg

Reorganisator der Badischen Gendarmerie.

Dann berief ihn die Reichsregierung als Reichskommisar zur Überwachung der öffentlichen Ordnung nach Berlin.

1923 wurde Kuenzer Leiter der politischen Abteilung des Reichsministeriums des Innern,

1929 schied er aus dem Staatsdienst aus.  30).

 

1873

 

Die Firma Dieffenbacher (JDS),  

wird  gegründet durch Jakob Dieffenbacher.  

 

Er erlernte das Schlosserhandwerk und kam dabei auch als Lehrling zu Carl Benz in dessen Autowerkstatt nach Mannheim.

Nach bestandener Meisterprüfung kehrte er aus Mannheim, wo er bereits ein Schlossergeschäft betrieb, in seine Heimatstadt zurück. 

Er gründete im Alter von 26 Jahren das Unternehmen mit einer Schlosserei in der Altstadt am „Bachweg“.

 

Von 1873 bis 1909 waren es noch Handwerkliche Anfänge.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde so ziemlich alles, was in einem Kleinstädtchen benötigt wurde angefertigt:

Schlösser, Zäune, Stahltüren, Eisengitter, Reparaturen aller Art, vor allem an Landmaschinen.

Man baute Kassenschränke, Herde und Öfen in der vorhandenen Schmiede und Schlosserei.

Es folgte ein  erfolgreicher Ausbau, erste Ansätze zu fabrikatorischer Fertigung waren zu erkennen. 

 

1910 siedelte man in die Südstadt, an die Heilbronner Straße über.

Es entstand ein Wohnhaus mit angegliedertem Fabrikgebäude.

 

Schon vor dem ersten Weltkrieg, 1912, wurden Pressen gebaut,

und zwar wegen des „vermehrten Anbaus von Ölsaat, Obst und Wein“,

und schon gab es „Ölmüllereimaschinen“, vor allem hydraulische Ölpressen und Obstpressen sowie die dazugehörigen Pumpen, Antriebe, Geräte und Aggregate für das Umfeld.

Mit zunehmender Produktauswahl und vermehrter Maschinenfabrikation hieß die Anstalt, noch vor dem ersten Weltkrieg  1914,  „Maschinenfabrik“.

Die Belegschaft bestand 1914 aus 12 Personen, stieg dann aber stetig auf 25.

 

Die junge Firma wurde per „Kriegsgesetz“ gezwungen, Granaten zu drehen.

 

Der Krieg hinterließ tiefe Spuren und so mussten auch die Bauern umdenken.

So wurde das bereits angelaufene Ölpressen- und Ölanlagengeschäft enorm und erfolgreich ausgebaut.

 

In den 20er und 30er Jahren exportierte die 2. Generation schon Ölpressanlagen in viele Länder Europas, vor allem auf den Balkan, sogar bis nach Ägypten.

Die Belegschaft wuchs 1922 auf über 50 Personen an.   

 

Nach dem Tod des Gründers im Jahre 1929  mit 83 Jahren übernahmen die beiden Söhne Wilhelm und Friedrich (2. Generation) das Unternehmen.

 

Bereits 1928 wurden die ersten Industriepressen (Bakelitpressen) gebaut.

Weitere Neukonstruktionen kamen hinzu, die Produkte wurden immer größer und schwerer.

 

Der Zweite Weltkrieg begann. Wieder wurde Rüstung befohlen und man drehte wieder Granaten.

 

Nach dem Krieg wurden durch Frankreich die meisten Produktionsmaschinen, wie Drehbänke und große Bohrwerke als „Reparationszahlungen“ aus dem Werk entfernt.

 

Man entwickelte weiter, 1949/50 wurde die erste Sperrholzpresse gebaut.

 

1950 sterben beide Geschäftsführer überraschend und noch nicht einmal 70 Jahre alt.

   

Die beiden Vettern Gerhard und Albert Dieffenbacher kommen erst spät (1949)  aus russischer Gefangenschaft zurück.

 

Sie übernehmen am 1.5.1952 die Geschäftsleitung der Firma (3. Generation).

 

Unter Ihrer Leitung werden die ersten Spanplatten- und Furnierpressen gebaut.

Der Großpressenbau hält Einzug.

 

1969 wird ein Zweigwerk in Lebach/Saar gegründet, dort werden  Schwerstteile, bis zu 120 to schwer,  als Rahmen und Gestelle für Pressen erstellt, später auch komplette Pressen.

 

1973 ist Dieffenbacher 100 Jahre alt und feiert dies in der Turnhalle im Roth.  

 

Herr Wolfgerd Dieffenbacher (4. Generation), heutiger Geschäftsführer tritt  1980 in das Unternehmen ein.

 

In Windsor, Kanada wird ein Zweigwerk gegründet.

 

Die erste Kontinuierliche Spanplattenpresse (CPS) wird 1990 in Betrieb genommen.

 

1991 folgt die Gründung von Dieffenbacher Zaisenhausen (DMZ), ein Jahr später ein Tochterunternehmen in Brünn, Tschechien,

1995 Tochterunternehmen in den USA und Asien,

1998 Übernahme der Firma Schenck Panel Production Systems in Darmstadt.

 

Das 125jährige Jubiläum findet 1998 in Eppingen  statt.

Der Baden-Württembergische Wirtschaftsminister Dr. Döring hält die Festrede.

 

Ab 1999 werden laufend neue Unternehmen dazugekauft, z.B. CTA, Hamburg, Schenckmann & Piel, Leverkusen, ASA, Jöhlingen (ab 2005 in Eppingen), das Werk in Brünn/Tschechien wird weiter ausgebaut.

 

Im Jahr 2000 tritt Herr Axel Dieffenbacher (4. Generation) in das Unternehmen ein.

 

Die Unternehmensstandorte weltweit sind nun in:

Deutschland (5 mal), Tschechien, Kanada, USA, Singapur, China (2 mal), Brasilien, Österreich.

Bis zum Jahr 2008 kommen noch Unternehmen und Standorte in Malaysia, Brasilien, Russland, Finnland und Schweden hinzu.

 

Es werden im Jahr 2008 insgesamt 920 Mitarbeiter beschäftigt, ein Umsatz von 300 Millionen € wird erreicht.

 

 Seit März 2014 ist mit Christian Dieffenbacher (Sohn von Wolfgerd Dieffenbacher) die 5. Generation mit tätig. 10.JK).

 

 Die Motorrad- und Autofirma NSU wird gegründet. 20).

 

Das Amtsgericht wird als Sandsteinbau an der Kaiserstraße im „Regierungsviertel“ erbaut.

 

Nachbarn des Amtsgerichts sind im Norden das evangelische Dekanats- und Stadtpfarramt,

an der Kaiserstraße gegenüber die 1867/69 erbaute Höhere Bürgerschule und die 1881 erbaute Volksschule. 

 

Als ältester Nachbar erweist sich südlich das 1859 erbaute Amtsgefängnis, heute Feuerwehrgerätehaus.

Genau 100 Jahre später wurde das Gericht nach Heilbronn wegrationalisiert.

Das Gebäude beherbergte dann nur noch das Notariat und das Grundbuchamt und heute (2014) nur noch das Forstamt,

ferner ist eine Kinderkrippe darin seit 2013 untergebracht 1.1)., 4).

 

Eröffnung und feierliche Einweihung der  „Neuen Synagoge“ , am 31. Oktober 1873. 

Gleichzeitig Umzug von der „alten Synagoge in die neue“.

Ein Festzug, nachmittags 4 Uhr bildete die Eröffnung der feierlichen Einweihung der neuen Synagoge.

Die Festpredigt hielt Bezirksrabbiner Geißmar aus Sinsheim, am folgenden Samstag predigte Bezirksrabbiner Dr. Sonderheimer aus Heidelberg.

Das stattliche neoromanische Gebäude stand als Eckhaus, um Vorgartentiefe zurückgesetzt, zwischen des Volksschule und der evangelischen Stadtkirche.

Schräg gegenüber entstand 1874 das katholische Stadtpfarramt.

Leider konnte sich die jüdische Gemeinde nur fünfundsechzig Jahre ihrer neuen Synagoge erfreuen.

Am 26. Oktober 1938 wurde das Gebäude an die dahinter liegende Sparkasse verkauft, da die Gemeinde im „Dritten Reich“ auf wenige Angehörige zusammengeschmolzen war.

 

In der „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 wurde auch die Eppinger Synagoge schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Wie auch anderwärts festgestellt, musste auswärtige SA beim Anzünden der Synagoge aushelfen, und da diese nicht brennen wollte, wurde mit Eppinger Stroh und Benzin nachgeholfen.

1940 wurden die Reste von einem Bauunternehmer, dem zur Verstärkung kriegsgefangene Franzosen zugeteilt worden waren, im Handbetrieb abgebrochen, und das Gelände 1954–56  als Pausenplatz der Volksschule benutzt.

Später baute die Bezirkssparkasse ihr neues Verwaltungsgebäude auf diesen Platz.  1.1).,  20). , 4).

 

Großer Brand (Viereck Rössle – Pfeifferturm – Zehntgasse).

Ein Maurer und Feuerwehrmann, der später sogenannte „Brandmüller“ wurde erwischt, als er die Scheune des Rösslewirtes Karl Hartmann anzündete.

Er hatte auch frühere Brände gelegt.

Das Feuer nahm trotz aller Bemühungen der Feuerwehr seinen Lauf.

Die mit Erntegut gefüllten Scheunen entlang des sogenannten Zwingergrabens, zu den Anwesen an der Kirchgasse und der Rappenauerstrasse gehörend, boten den Flammen reiche Nahrung.

Bis zu Franz Herr und einschließlich der Zehntscheuer fielen sie den Flammen zum Opfer, wie auch das Doppelwohnhaus F. Fuhrmann und J. Hirsch, das evangelische und katholische Pfarrhaus und die Häuser K. Doll und J. Fürth.  1.7). 20)., 4).

 

1874

Neubau Katholisches Stadtpfarramt 1.1)

 

Obligatorische Zivilehe

(vor dem Standesamt) im Deutschen Reich  33).

 

1875  

 

Gründung des Katholischen Kirchenchores,

der zunächst aus einem Doppelquartett von Männern bestand.

Im Jahre 1881 wurde auf einen gemischten Chor umgestellt 1).

Vorstand ist Stadtpfarrer Anton Braun, erster Dirigent Schreinermeister Johannes Ziegler,

1905 agiert dieser Verein als Cäcilienverein. 20).

 

Bau eines großen Hauses durch Dr. Weng in der Rothstraße

(Heute Ludwig-Zorn-Straße).

Hinter der neuen Synagoge stand ein Ackerbürgerhaus, das später von der Sparkasse gekauft und 1955 für den Neubau abgerissen wurde, unmittelbar daran hatte sich Dr. Wenig dieses große Haus gebaut.

In dieses Haus zog am 1. März 1925 die Sparkasse ein.

Sie war am 29.März 1840 auf Betreiben des Oberamtmannes Ortallo (heute würde man Landrat sagen) gegründet worden, bildete sich 1891 in eine Städtische Sparkasse und 1934 zur Bezirkssparkasse um.

Das Gebäude steht auf einem Werksteinsockel, ist verputzt und besitzt eine klassizistische Architekturgliederung aus gelbem Sandstein. Dazu gehörte früher ein parkähnlicher Garten.

Heute befindet sich darin die Verwaltung eines dort angesiedelten Pflegeheims 1.1)., 4).

 

Die Wochenarbeitszeit betrug 1875 noch 72 Stunden,

sank 1900 auf 60,

1913 auf 57 und

1932 auf 42 Stunden. 20).

1875-1957.

 

Albert Wirth, (1875-1957),

war von 1903 bis 1933 Bürgermeister der Stadt Eppingen.

In seine Amtszeit fiel der Bau der Wasserleitung (1906) und der Anschluß an die lektrische Stromversorgung (1919/20).

Seine Bemühungen um Industrieansiedlungen blieben aufgrund der Kriegsfolgen ohne bleibenden Erfolg.

Es gelang ihm, im Roth ein neues Wohnviertel zu schaffen und das innerstädtische Straßennetz auszubauen.  30).

 

1876

 

Das Simultanschulgesetz

erging, es brachte auch Eppingen erhöhten Raum- und Baubedarf 1.1).

 

Dem Gerätepark der Feuerwehr Eppingen

hatten die Großbrände in den Jahren 1846-71 schwer zugesetzt.

Der am 13. April 1876 einstimmig zum Kommandanten gewählte Heinrich August Wittmer, - Stellvertreter wurde Wilhelm Schmelcher, forderte zahlreiche Verbesserungen.

Da der Gemeinderat nicht darauf einging, stellte er aus Protest 1879 sein Amt zur Verfügung.

Seinem Nachfolger Valentin Stellberger glückte mehr, allerdings dauerte es bis 1897 bis die dringend notwendige neue Schiebeleiter angeschafft wurde.  20).

 

Im Amtshaus in der Brettener Straße

waren im Jahr 1876 folgende staatlichen Sonderbehörden ansässig: 

Amtsgericht (Oberamtsrichter Ludwig Kugler),

Gerichtsnotar Johann Opppel und

Distriktsnotar Carl Bucherer,

Gerichtsvollzieher Carl Mader,

Amtsgefängnis (Wärter und Gerichtsdiener Michael Faessler),

Gendarmerie,

Bezirkstierarzt August Lydtin,

Bezirksarzt Jos. Adolf C. Hofmann (Bezirks-Assistenzarzt Jonas Billigheimer),

Steuerkommissar Thomas Dürr,

Bezirksförster Emil Kuenzer,

Bezirksstraßenmeister Jacob Eberhard,

Bezirksgeometer Peter Englert,

Kaiserlicher Postmeister Georg Bläss,

Kaiserliche Fahrpost (nach Bretten und Steinsfurt) und private tägliche Fahrpost (nach Heilbronn und Langenbrücken)

Posthalter Heinrich Wittmer.

 

Später kamen der Zollsekretär Brudler,

Bezirks-Baukontrolleur Robert D. Kussmaul und die Ortkrankenkasse (Emil Ziegler) dazu.

Das Eichamt versah ein Küfermeister unter staatlicher Aufsicht. 20)., 4).

 

Als städtische Polizeidiener

taten 1876 drei Mann Dienst:

Christof Hahn (zugleich Ratsdiener), Johann Renz und Wilhelm Geiger.

Die drei staatlichen Gendarmen waren:

Wachtmeister Philipp Fien und die Gendarmen  Fr. Sales Bührle und Franz Pfaff. 20).

 

Die allgemeine Schulpflicht wird 1876 gesetzlich eingeführt. 

Als Schulhäuser dienten:

St. Katharinen-Kapelle, Kirchgasse 14, Rappenauer Straße 23, Kettengasse 4, und das Diakonat.

Für die 614 Schulkinder erbaute die Stadt schließlich das Schulhaus im Rot, Kaiserstraße 4. 20).

 

Die Kleinkinderbewahranstalt,

die bisher in der Bahnhofstraße 2 bei Schmiedemeister Johannes Ebert untergebracht war, zieht 1876 in das Diakonatsgebäude in der Petersgasse 2 um. 20).

 

1876-1897  Baubeginn der jetzigen Evangelischen Stadtkirche in Eppingen;

die Altstadtkirche geht ganz an die katholische Kirchengemeinde Eppingen 33). 

Grundriß lateinisches Kreuz mit 5/8-Chorschluß, Seitenschiffe zweigeschossig, Hauptschiffe dreigeschossig, Innengliederung mittels  mächtiger Rundbogen, flache Sprengwerkholzdecke, flachgeneigtes Walmdach, in Westfassade quadratischer Sandsteinturm mit umlaufender Galerie, hohem Zeltdach, vier Zifferblätter.

Originalgrundstein und große Glocke der Altstädter Kirche sind hier installiert  worden.   1.3)., 4)., 36).

 

1877  

 

Zu dieser Zeit war die Zeitungslandschaft in Eppingen

noch sehr vielfältig.

Von verschiedenen Versuchen erschienen drei Blätter einige Jahre lang. Sie hießen „Eppinger Volksbote“, „Generalanzeiger“ und „Eppinger Zeitung“. 

Die „Eppinger Zeitung“  erwies sich schließlich als am langlebigsten und erscheint heute noch, wenn auch in veränderter Form und mit anderem Verlagsort.

Sie heißt heute „Kraichgaustimme“ und  wird, gemeinsam mit der Heilbronner Stimme  in Heilbronn gedruckt.

In Ihr wird im lokalen Teil über Eppingen und Umgebung und natürlich den Kraichgau berichtet.

In Eppingen befindet sich eine Geschäftsstelle 1.1).

 

Fachwerkhaus, Richen, Gemminger Straße 1,

wurde 1877 erbaut.   1.8).

 

1878

 

Großherzog Friedrich besucht am 19./20.  September Eppingen.

Ihm zu Ehren wurde am Ende der Brettener Straße eine Ehrenpforte erstellt mit der Aufschrift:

„Hurra, der Landesvater kommt“.

 

Ihre Königliche Hoheit, Großherzoging Luise von Baden

fuhr mit einem Landauer, einer Kutsche, zum Marktplatz und stieg aus.

Dort waren die Honoratioren und die Einwohnerschaft zum Empfang des hohen Gastes fast vollzählig versammelt, der Veteranenverein ist im Ordensschmuck angetreten.

Grund des Besuches war, nach seinen Manövertruppen zu schauen, sowie die Besichtigung des nahezu fertig gestellten Neubaus der evangelischen Stadtkirche im Rot.

Der Großherzog und die Großherzoging weilten gerne und des Öfteren in Eppingen.

Als der Großherzog einmal alleine in Eppingen war, sagte ein alter Eppinger zu Ihm:

„Unn saage se aa ihrer Fraa en scheener Gruss“ 1.1)., 4).

 

 Reichskanzler Bismarck

setzt im Reichstag das Sozialgesetz durch 1.1).

 

Fische gehörten in Eppingen schon immer zu gern gegessenen Spezialitäten.

Gebackene Fische aß man bei Bierbrauer Zaiß im „Eichbaum“ und Theodor Link im „Deutschen Kaiser“, in den 50-er und sechziger-Jahren auch im Gasthaus „Eisernes Kreuz“.  

Schellfische boten den Hausfrauen die Geschäfte L. Hochstetter und Konditor Bitterich an

und frischgewässerte Stockfische gab es bei J. Zutavern und Georg Ihle, beide Seifensieder, zu kaufen und auch bei Hermann Geier.  

 

Folgende Anekdote gibt es dazu zu berichten:  

Hermann Geier hat in der Leiergasse, in einer Werkstatt, seine Stockfische aufbewahrt und im Elsenz-Kanal gewässert.

Irgendwann hat er von seinem Lieferanten an der Nordsee jedoch sehr schlechte Ware, die nicht zu verkaufen war, bekommen.

Er war darüber so böse, dass er das ganze Fass voll in die Elsenz gekippt hat, mit den Worten:  

„So jedzd schwimmd‘er graad widder doo nåå wuu’der heer kumme seid“. 15.)

 

Gewerbe in Eppingen:

Geschäftseröffnungen

scheinen 1878 große Mode gewesen zu sein, ebenso rege Geschäftswerbe-Tätigkeit in der Zeitung.  

Eine Ziegelei gab es bereits, die Ziegelei Wittmer, gegenüber vom Friedhof, daher war noch bis in die jüngste Zeit der Name „Ziegel-Wittmer“ im Umlauf.         

Der Ziegler Andreas Gern erhält in diesem Jahr vom Großherzoglichen Bezirksamt Eppingen die Genehmigung zur Anlage einer Ziegelei.      

Flaschner Paul Rügner macht seinen Laden im Haus des früheren Seifensieders Diefenbacher in der Kettengasse auf, später empfiehlt er in Zeitungsanzeigen auch Kinderspielwaren, Lampen und Eimer.  

Im Haus Vollweiler an der Adelshofener Straße eröffnet Heinrich Hecker, Sattler und Tapezierer, sein Geschäft.

Jakob Vollweiler gibt bekannt, daß er ein Geschäft als Kunstfeuerwerker betreiben werde und Aufträge im Elternhaus in der Altstadt entgegennehme.                       

Konrad Wirth beehrt sich, den Landwirten mitzuteilen, daß seine Dampfdreschmaschine zur Arbeit bereitsteht, kleinere Partien könnten in seinem neuerbauten Maschinen-Schuppen gedroschen werden.   

Schreiner Wilhelm Kobold gibt bekannt, daß er wieder selbständig arbeitet,  

Küfer Gustav Schäfer teilt mit, daß er sein Geschäft angefangen hat.  

Daneben hat sich August Holdermann in der Rappenauerstraße 327 als Herren-Kleidermacher

und Jakob Hammler als Wagner im Haus des Johann Willemann (heutige Bäckerei Heinzmann in der Kirchstraße) niedergelassen. 

Im Reparieren aller Arten von Waffen empfiehlt sich Büchsenmacher Rolzhäuser, wohnhaft bei Gemeinderat Hihl in der Altstadt.  

Friedrich Brenkmann betreibt gleichzeitig sein Geschäft als Schneider wieder.  

Friedrich Benz, Gold- und Silberarbeiter, preist unter anderem Messer und Scheren einer Heilbronner Firma an.

Er war auch Gastwirt „Zur Altstadt“, woher der  bei älteren Eppingern noch bekannte Name „Gold-Benz“ kommt.   

J.F. Mayer, Uhrmacher und Mechaniker empfiehlt sich im Schleifen von Rasiermessern, Scheren und  Maschinenmesser, auch werden Reparaturen an Näh- und anderen Maschinen von ihm besorgt. Dazu werden neue Wanduhren in verkleinertem Maßstab nach der neuen Kirchenuhr mit einfachem und doppeltem Stundenschlag und Repetition gefertigt und die Reparatur von allen Uhren durchgeführt.  

Julius Hirsch war durch günstige Ledereinkäufe in der Lage, eine große Partie Damen-Kidleder-Stiefel mit Gummizug anfertigen zu lassen und verkauft solche zu 7 ½ bis 8 Mark. Daneben führt er alle Sorten Lederartikel.   

 „Modistin“ Eva Gürlitt nimmt Herren- und Damen Strohhüte zum Waschen und Modernisieren an.

Cigarrenmacher Doll verkauft 100 Cigarren für 1,10 Mark.  

Kupferschmied Jakob Heilig bietet transportable Waschkesselherde an.     

Spiegel mit Rahmen sowie Spiegelgläser empfiehlt Johann Georg Bentz, Glaser.  

Bäcker Franz Wieser zeigt an, daß er vier Pfund Brot zu 42 Pfennig abgibt.   

L. Hochstetter preist eine große Auswahl der verschiedensten Waren an: holländische Vollheringe, Traubenzucker, Weinsteinsäure, Bohnenhobel und Bohnenschneidemaschinen gehören ebenso zu seinem Sortiment wie Gummi-Abfüllschläuche, Salzsäcke zum Aufwaschen, Maschinen- und Wagen-Schmiere, zur Saatzeit auch  Klee- und Grassamen und Gartensämereien. Der Kleesamen ist auf seiner Kleeseide-Reinigungsmaschine doppelt gereinigt.     

Philipp Geiger bietet allerhand Lukullisches. Er empfiehlt Eier-Suppennudel, italienische Maccaroni, ebenso Schokolade, frisch marinierte Heringe, Limburger Käse und Mineralwasser. Faß- und Flaschenkorken, Kinderspielwaren, Damentaschen und feinstes Porzellan führt er ebenfalls.   

Bei Georg Bitterich sind Citronen, Orangen, Arac, Rum und Cognac zu haben, auch Lebkuchen und Schnitzbrot bietet er an.   

Kürschner Karl Kirsch bringt sein Lager in Filz- und Seidenhüten in empfehlende Erinnerung. Filzhüte werden gefärbt und faconiert, Strohhüte gewaschen und nach neuesten Formen umgeändert. Auch ein Ausverkauf in Pelzwaren findet bei ihm statt.    

Julius Heinsheimer empfiehlt Vogelfutter, dürre Zwetschgen, Bohnen, Erbsen, Traubenzucker, Tee, russische Sardinen in Fünf-Kilogramm-Fäßchen, Schweinefett, Einmachgläser, Mineralwasser, Weinessig, eine Knittlinger Harmonika, wie auch Kleesamen, Ruhr- Saar- Stück- und Grubenkohlen. Zur Weihnachtszeit veranstaltete das Geschäft eine Weihnachts-Ausstellung mit Porzellan- Glas-, Messer- und Kinderspielwaren. 

Isaak Heinsheimer bietet Latten, Rahmen und Bretter, Rebpfähle, Regulier-Füllöfen, Öfen für Holz- und Steinkohlenbrand, Leger in Steinkohlen und Holz an. Alfred Bieringer empfiehlt in großer Auswahl Filz- und Seidenhüte.  

Wilhelm Wirth, Uhrmacher zeigt schließlich an, daß eine neue Auswahl in Goldwaren bei ihm eingetroffen ist.  15.)

 

Eine Badeanstalt

gab es in Eppingen auch 1878 schon, allerdings eine nur ganz kleine.

Die Gebrüder Ihle luden „zu fleißiger Benützung ihrer neu eingerichteten Badeanstalt an der Elsenzbach ein, wo selbst zu jeder Tageszeit warme, kalte und Dusche-Bäder zu haben sind“.

Das kleine Häuschen stand am Mühlkanal, unweit des heutigen katholischen Kindergartens an der Leiergasse.

Später haben dort die Gebrüder Wieser einen Maschinenraum mit Säge.

Jahrzehnte zuvor wässerte Seifensieder Ihle dort an dem vorbeiziehenden Mühlkanal seine Stockfische. 15.)

 

Eine Arbeitsschule

wurde 1878 erricht.

Aus einer Bekanntmachung der Schulausichtsbehörde an die Eltern volksschulpflichtiger Mädchen geht hervor, daß die Schule nach Verordnung des Großherzoglichen Oberschulamtes einen Bestandteil der Volksschule bildet und den Vorschriften wie diese unterworfen ist. 15.)

 

Gründung des Weltpostvereins.  33).

 

Hermann Gebhard

1878-1928 .

Er war Kämpfer für die Landwirtschaft.

Er wurde  durch seinen Einsatz für seine Berufskollegen zu einem weithin bekannten fortschrittlichen Landwirt.

Seine Bemühungen galten der Vereinfachung und Vereinheitlichung des bäuerlichen Organisationswesens.

Er war Landesvorsitzender des badischen Landbunds, Chef der badischen Landwirtschaftskammer, Mitglied des Reichs-Bewertungs-Beirats und abgeordneter des Badischen Landtags.

Zu seinen Forderungen zählten auch die Feldbereinigung und Landverbesserung.  20)., 30).

 

1879   

                                  

Eppingen erhält einen Eisenbahnanschluss.  

1835 verkehrte der erste deutsche Eisenbahnzug,

schon 1837 wurde in Karlsruhe die erste Lokomotive gebaut.  

Am  14. Oktober 1879 war Eppingen durch die 40,76 Kilometer lange Kraichgaubahn mit Grötzingen verbunden.

Die Bahnlinie war von der Stadt Karlsruhe erbaut worden, die 1876 die Konzession dazu erhalten hatte, und mit der Inbetriebnahme durch Kauf an den badischen Staat übergegangen. 

Im gleichen Jahr wurden die 8,13 badischen Kilometer in Richtung Heilbronn fertiggestellt, wie es im Staatsvertrag vom 29. Dezember 1873 Württemberg zugesichert worden war.

Ein Befahren der Strecke durch Oberbaurat Becker und Oberbürgermeister Lauter aus Karlsruhe hatte bereits vor der Inbetriebnahme stattgefunden.

Kommentar: „Die Bahn ist in ihrer Ausführung eine der schwierigsten des badischen Landes;  im fortwährenden Wechsel tiefer Einschnitte, hoher Aufdämmung und Tunnels ist das Planum gebildet. Die Hochbauten sind alle in Angriff genommen, zum Teil schon unter Dach“.

 Ein Tunnel wurde zwischen Eppingen und Sulzfeld gebaut. 4).

 

Großherzog Friedrich I.

erscheint am 15. Oktober 1879 zur Eröffnung der neuen Eisenbahnlinie,

nebst Festbankett in der großen  Güterhalle auf der Südseite des Eppinger Bahngeländes.   15.)  20). 

 

1879 wurde der Bahnhof Eppingen

nach den Plänen von Ludwig Diemer, Architekt aus Karlsruhe, im Stil der italienischen Neo-Renaissance erbaut. 1.)

 

Zur Bahn-Eröffnung am 14. Oktober traf um halb Elf Uhr des Festzug mit Seiner Königlichen Hohheit dem Großherzog in Begleitung des Erbgroßherzoges, der Minister und anderer hoher Gäste in Eppingen ein.

Ein weiterer Festzug mit etwa 700 Karlsruhern traf um 2 Uhr nachmittags in Eppingen ein.

Die Großherzogliche Badische Staatseisenbahn bewilligte bald darauf auch eine Festfahrt für die Bewohner des Kraichgaus in die Residenz Karlsruhe.

Es wurden 700 Freikarten an die Orte an der Bahnlinie versandt und von Ortsbehörden entsprechend verteilt. 15.) , 4).

 

Der Bahnhof war, bedingt durch die Lage der Stadt an der Grenze, in einen badischen und württembergischen Teil getrennt.

Es gab eine badische und eine württembergische Drehscheibe, zwei Bahnhofsvorsteher, zwei durchlaufende badische und zwei württembergische sowie drei gemeinschaftliche Gleise.

Der Lokschuppen und das Aufnahmegebäude wurden gemeinschaftlich genutzt. 15.) 

 

1880 ging es über Schwaigern nach Heilbronn weiter.

Früher donnerte einmal der Schnellzug Paris-Karlsbad (Böhmen) über diese Strecke.

Zwischendurch, bis zum Jahr 1990,  war es mühsam, die Bahnstrecke aufrecht zu erhalten.   

           

Nur mit Maßnahmen durch Eppinger Vereine, hauptsächlich ist der Schachclub zu nennen, sowie Mitwirkung der gesamten Bevölkerung gelang es, die Strecke zu erhalten.  

 

Erst Ende der 1990er, Anfang des neuen Jahrhunderts wurde die Strecke elektrifiziert und durch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit modernen Stadtbahnwagen ausgestattet und wurde zum Erfolgsprojekt.

 

1899 wurde die Querverbindung zur Strecke Heilbronn – Heidelberg nach Steinsfurt gebaut.

Wie gewichtig die Rolle der Stadt Eppingen beim Einsatz für die Bahnverbindung war, zeigt sich z.B. darin, dass die Stadt 1899 mit Genehmigung des Bürgerausschusses und des Ministeriums des Innern ein Darlehen von 50.000 Mark aufnahm, um Gelände für die Bahnlinie nach Steinsfurt/Sinsheim ankaufen zu können.

Mittlerweile gibt es auch eine elektrische Stadtbahnstrecke bis nach Heidelberg und weiter über Mannheim bis  in die Pfalz.  1.1).

 

Einweihung der Evangelischen Stadtkirche im „Rot“ am 23. März 1879.

Sie ist in der Form des lateinischen Kreuzes mit einem 5/8-Chorabschluss im neoromanischen Stil erbaut.

Am höchsten Punkt der Kaiserstraße legte am 22. Oktober 1876 die evangelische Kirchengemeinde den Grundstein für ihren Kirchenneubau.

Mit den Worten: „Wir haben gezimmert, wir haben geschnürt, an diesem Gebäude, wie sich’s gebührt…“, konnte am 18. September abends um halb sieben der Zimmermann das Richtfest einleiten.

Zuvor erbaute die jüdische Gemeinde 1873 in direkter Nachbarschaft die neue Synagoge,

die aber in der Reichsprogromnacht 1938 angezündet und später abgebrochen wurde.

           

Am 20. September 1878 besichtigte der Landesherr, Großherzog Friedrich I.,  den beinahe fertig gestellten Bau.

 

Im März 1879, zur Einweihung im März 1879 war er, nach damaligem Kirchenrecht, zugleich Oberhaupt der evangelischen Landeskirche Baden, wieder anwesend und besichtigte die fertige Kirche.

     

Zu den Kuriositäten des Jahres 1878 zählte auch eine ehrwürdige Glocke, die auf „Wanderschaft“ ging und in der bereits fertiggestellten evangelischen Stadtkirche ihre neue Heimat fand.

Die heutige katholische Stadtkirche in der Altstadt – vollendet im Jahre 1445 – wurde bis zur Erbauung dieser neuen evangelischen Kirche im „Roth“, von den beiden Konfessionen gemeinsam als Gotteshaus benützt.

Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde einigten sich darauf, dass von dem bisher gemeinschaftlichen Geläute die drei kleinen Glocken auf dem Turm des alten Gotteshauses zum Gebrauch der katholischen Gemeinde verbleiben, die große Glocke (1713 kg) mit Namen „Osiana“ aber auf den Turm der neuen Kirche gebracht werden sollte.

Die evangelische Gemeinde beschloss, zu dieser Glocke noch drei Neue gießen zu lassen, was mit Kosten von 3.500 Mark veranschlagt war.

Unter den evangelischen Einwohnern fand eine bezirksamtlich genehmigte Haussammlung statt, die den stattlichen Betrag von 1330 Mark erbrachte.

Spender und jeweiliger Spendenbetrag (von 20 Pfennig bis zu 300Mark) wurden in der Zeitung veröffentlicht. Die lange Liste der Spender gibt heute eine Übersicht über die damals in Eppingen wohnenden evangelischen Familien. 15.)  

 

Zum Tag der Einweihung am 23. März 1879 ließ man eine Gedenkmünze prägen, und Dekan Wirth brachte seine verdienstvolle „Kirchengeschichte der Stadt Eppingen“ heraus.

Am Abend der Einweihung veranstaltete der Organist und Orgelbau-Commissär A. Haenlein aus Mannheim auf der von L. Voith & Söhne in Durlach erbauten neuen Orgel ein Orgelkonzert.

Es fand solch großen Anklang, dass am Sonntag, 14. September 1879, nachmittags ein zweites Orgelkonzert durchgeführt wurde.

   

Es folgte im Jahre 1883 der Neubau des evangelischen Dekanats- und Stadtpfarramtes, ebenfalls in gelbem Sandstein aufgemauert.  

Zu Ehren der endlich gewonnenen Reichseinheit wird die Straße an der evangelischen Stadtkirche anlässlich der Einweihung in „Kaiserstraße“ benannt.   

 Die hinter dem neuen Rathaus, entlang der Vorstädter Stadtmauer angelegte neue Straße taufte man aus gleichem Grunde „Wilhelmstraße“.

Beides Namen, die dem nationalen Hochgefühl jener Zeit entsprachen, und auch in größeren Städten häufig zu finden sind 1.1).

 „Großherzogs-Brezeln“

Die Großherzogin, geborene Luise von Preußen, versuchte beim Kaffee-Empfang dem Eppinger Frauenverein bessere Manieren anzugewöhnen, vor allem das Unterlassen des Eintunken der mürben Brezeln in den Kaffee.

Bei einem späteren Kaffeebesuch tunkte die Großherzogin die Brezeln selber.

Schüchtern und respektvoll meinten die Frauen: „Aber Königliche Hoheit, Sie selbst haben uns doch gelernt, daß man das doch nicht dürfe“.

Luise gab schlagfertig zurück: „Ach das eine Mal, das macht nichts, soo schmecken sie doch so gut“. Seither heißen sie Großherzogs-Brezeln    20).

 

Johannes Kleinheins, Eppinger Heimatdichter,

wird am 27. Februar 1879 im Hause Kettengasse 28, als viertes Kind des aus Gemmingen gekommenen Schlossers und Schmiedes Johann Georg Kleinheins und Katharina geborene Raussmüller  geboren.

Er starb am 1.  April 1938, 59-jährig, als Ministerialoberrechnungsrat.

Beeindruckt von der deutschen Einigung und dem Krieg 1870/71, war der spätere Karlsruher Ministerialoberrechnungsrat zum begeisterten vaterländischen Dichter geworden, von dem 1913 bis 1925 fünf Bändchen erschienen sind.

Er vergaß nie seine Heimatstadt, in der es kaum etwas gab, dem er keine Verse gewidmet hätte, vom runden Geburtstag eines verdienten Handwerksmeisters bis zum 75jährigen Bestehen des Gewerbevereins und dem Eppinger Nationallied.

Er starb am 6. April 1938 und die Stadt verlieh einer Straße in der Südstadt seinen Namen. 20).   1).

 

Fleischpreise

werden gegenübergestellt zwischen Eppingen und Karlsruhe, eine interessante Untersuchung.

Im April kosteten:

ein Pfund Rindfleisch in Eppingen, 68 Pfennig (Karlsruhe 64),

Kalbfleisch 70 Pfennig (Karlsruhe 68),

Schweinefleisch 64 Pfennig (Karlsruhe 68).

In Karlsruhe musste für ein Pfund Ochsenfleisch 76 Pfennig,

für die gleiche Menge Hammelfleisch 60 bis 70 Pfennig bezahlt werden. 15.)

 

Der Carnevals-Club lädt zum Umzug

ein (K. Hartmann, Th. Linck u.a.m.) 20).