1820                                     

Ablösung der Herrenfronen in der Landwirtschaft

von sehr großer Wichtigkeit für die Dörfer und Umgebung 1.1).

 

„Alter Rathausplatz“

liegt zwischen der „Alten Ratsschänke, Altstadtstraße 5 und dem „Specht’schen Haus“ Altstadtstraße 11.

„Ritterplatte“ aus der Vorgängerkirche, die hier einmal stand.

Ein mittelalterlichen Eichenbrunnen ist dort noch vorhanden.

Bis 1820 stand hier das erste Eppinger Rathaus.

Im Jahre 2015 wurde, durch die Heimatfreunde und der Stadt Eppingen, dort eine in Bronze gegossene Stadtansicht aus dem Jahre 1865 installiert.  29).  10).

 

1820-26                              

Schloß Schomberg,  zwischen Gemmingen, Eppingen, Stebbach und Richen gelegen

wird auf dem Schomberg, auf einem Hügel westlich des Streichenberges,  erbaut.

Der Architekt Karl August Schwarz, Residenzbaumeister und Baurat in Bruchsal, vorher in Karlsruhe, erbaute es, genau wie das Eppinger Rathaus 1823/24. 1.2).

 

1821                                     

Die Union der lutherischen und reformierten Landeskirche tritt in Kraft.

Es entsteht die Badische Landeskirche 13). 33).

 

1822                                     

Eine große Dürrekatastrophe herrscht im Lande 1.1).

 

1823/24                              

Erbauung des Eppinger Rathauses  im Weinbrennerstil am Marktplatz.  

Es wurde von Karl-August Schwarz, einem Weinbrenner-Schüler, im klassizistischen Stil erbaut.

Die Fassade wird durch einen Mittelrisaliten, der durch einen Balkon und vier markante Pfeiler gegliedert ist, aufgelockert.

Im Dachtürmchen befindet sich ein Glöcklein von 1414, „um die Stunden anzuzeigen und bei Feuergefahr und zu Versammlungen der Bürgerschaft das Zeichen geben zu können“.

Man hat es  von der einst vor den Toren der Stadt vorhandenen St. Leonhardskapelle hierher gehängt.

An der Nahtstelle der pfälzischen Vorstadt zur staufischen Altstadt im 16. Jahrhundert angelegt, stellt der Marktplatz heute noch den Stadtmittelpunkt im wahrsten Sinne des Wortes dar.

Er ist beiderseits flankiert von Fachwerkhäusern.

Im Rathaushof dahinter waren damals das Gerätehaus der Feuerwehr und deren Schlauchturm untergebracht, die Freibank, die Viehwaage unentbehrlich.

Das Rathaus wurde 2006/2007 und 2009 durch einen modernen Anbau in Richtung Westen erweitert.  1.1).,  29)., 4)., 20).

 

1825                                     

Einrichtung einer Polytechnischen Schule in Karlsruhe

am 7. Oktober 1825 bedeutete die Gründung der ältesten Technischen Universität Deutschlands 1.1).

 

In der Metzgergasse 1 besteht ab 1825 eine israelitische Schule  20).

 

In Stebbach verweigert man die Steuerleistung 1.2).

 

1826                                     

Die Gründung des Erzbistums Freiburg

ersetzt die bisherigen  Einflussbereiche der alten Bistümer Speyer, Worms und Konstanz, mit Zuständigkeit für das ganze Land 1.1).

 

1828                                     

Die Kaspar-Hauser-Affäre

erschüttert das regierende Haus 1.1).

 

1829                                     

Dr. Carl August Wilhelm,

Geheimer Hofrat, war von Flehingen kommend ab 1829 Arzt in Eppingen und wurde 1843 zum Physikus (Bezirksarzt) ernannt.

Im Verwaltungsrat der Sparkasse war er 25 Jahre lang tätig.

Außerdem bemühte er sich um die Gutachten für das Zaisenhausener Schwefelbad. 30).

 

1830                                     

Großherzog Leopold I. übernimmt die Regierung bis 1852  1.1).

 

Fachwerkhaus Rappenauerstraße 22 erbaut.

Fachwerk-Modellhaus , Zweigeschossig, vier Fensterachsen, EG massiv, links Rundbogendurchfahrt, rechts Hauseingang, traufständig.  1.3).

Ein Rundbogentor mit der Jahreszahl 1830 besitzt dieses Haus. 1.8)

 

1831/1835                         

Bezirksgewerbeschule wird eingerichtet.

Sie gehört zu den ältesten dieser Art im Lande 1.1).

 

Das Recht auf Bürgergabholz wird am 31. Dezember 1831 an waldbesitzende Gemeinden gewährt, ebenfalls Eppingen  1.1).

 

1832                                     

Nach der französischen Juli-Revolution 1830

hatte sich der Deutsche Preß- und Vaterlandsverein gebildet, der am 27. Mai 1832 auf das Hambacher Schloß 20.000 bis 30.000 Personen zum Nationalfest der Deutschen für Freiheit und Einheit unter der schwarzrotgoldenen Fahne versammelte 1.1).

 

1833               

Ablösung des Zehnten,

ließ auch in Eppingen eine rege Vermessungs- und Berechnungstätigkeit entstehen.

 

Bei den Herrenfronen wurde der 17 fache, beim Freikaufen vom Bodenzins der 18 fache, bei der Zehntablösung der 20 fache Jahresertrag zugrunde gelegt.

Im Jahre 1834 hatten 39 Landwirte und Bürger (Zehntpflichtige und Güterbesitzer) um Anhörung über die Ablösung des Zehnten an Früchten und Wein eingegeben.

Wegen der Ausmärker unterrichtete des Bürgermeisteramt noch 72 Mühlbacher, 57 Richener, 31 Adelshofener, 5 Sulzfelder und durch Bekanntmachung in Stebbach 1.1).

 

Die Bürger-Militär-Musik Eppingen

besteht aus 12 Mann, unter Kapellmeister Fink spielen 1835 bereits 19 Musiker. 20).

 

Preußen gründet den Deutschen Zollverein 33).

 

1834                                     

Die ehemalige Lateinschule wird in eine Höhere Bürgerschule umgewandelt

und war der Vorläufer des heutigen Gymnasiums 1.1)., 4).

 

Die evangelische Pfarrkirche Adelshofen

ist ein außergewöhnlicher, sakraler Bau. 

Sie wurde 1830-1834 auf halbkreisförmigem Grundriss mit Fassadenturm von Karl A. Schwarz entworfen. 25).

 

1834-1900                          

Leopold Regensburger

(1834-1900) studierte Rechtswissenschaft.

Er  war einer der gesuchtesten Rechtsanwälte in Baden und vertrat das Großherzogtum in dem Steuerprozess mit dem Fürst von Fürstenberg.

In der National-Liberalen Partei war er jahrzehntelang tätig.  30).

 

1835                                     

Palmbräu Zorn Söhne,

die heute noch bestehende Eppinger Brauerei,  wird gegründet durch Jakob Zorn.

 

Sie ist die einzige überlebende Brauerei in Eppingen, es gab insgesamt sieben Brauereien.  

Die Gründungsstätte und der Erste  Sud wurde  im Stammhaus, heutiges Gasthaus „Zur Palme“ gebraut.

Die Gründungsstätte, die „Weinwirtschaft und Bierbrauerei bey Jakob Zorn“ war bald zu klein geworden, so dass der Betrieb in das Rot verlegt und dort laufend vergrößert werden musste.

Franz Zorn, ein Sohn des Gründers brachte von seinen Lehr- und Wanderjahren aus der Fremde einige Palmensetzlinge mit, die in seinem Garten zu aller  Erstaunen gut gediehen.

So wurde „Zorn’s Biergarten“ zu einem Palmengarten, eingefasst von zwei Kegelbahnen. 

Aus dem Stammhaus wurde das heute noch existierende  „Gasthaus zur Palme“.

Die alte Sudhausecke steht heute noch, die Palmen mussten neuen Betriebsgebäuden weichen, leben aber in dem nach ihnen umgetauften Stammhaus und in dem Namen des Familienunternehmens fort.

In den zwanziger Jahren war bei „Palmbräu“  die Wandlung von einer Kleinbrauerei zum späteren Großbetrieb zu erkennen,

der später seinen Stoff „beliebt durch deutsche Güte, … als der Gesundung Quell‘ bis nach Stuttgart und Frankfurt am Main beliefert“.

 

Die Staffeln am Standort der Brauerei, auch „Zorns Gässle“ genannt, da wo heute noch das Sudhaus ist, sind auf alten Ansichten noch zu sehen, mussten später jedoch einer breiten Straße, der Ludwig-Zorn-Straße, weichen.

Für den Ortsverkehr wurden damals noch stattliche Brauereigespanne, ansonsten erste Bierautos, noch mit Vollgummireifen, eingesetzt.

Auf dem Betriebsgelände wurde mit Kohle die notwendige Wärme für den Brauvorgang, wie auch der benötigte elektrische Strom, selbst hergestellt.

Heute ist die Brauerei nicht mehr im Zorn’schen Familienbesitz und wurde durch einen neuen Besitzer, Familie Scheidweiler, nach vielen Querelen, übernommen und weiterhin zu einer modernen und sehr erfolgreichen Brauerei ausgebaut.

 

Der neue Inhaber hat sich die Herstellung nach dem deutschen Reinheitsgebot auf die Fahne geschrieben und verwendet überwiegend biologisch angebaute Braugerste aus dem Kraichgau sowie Hopfen aus Badischen Regionen, wie Tettnang am Bodensee.

Ein Hauptaugenmerk liegt auch auf langer, schonender Reifezeit.

Das Eppinger Bier wird ständig mit Preisen der DLG und Goldmedaillen ausgezeichnet.

Auch muss man sagen, dass die Eppinger „Ihrem“ Bier schon immer sehr treu geblieben sind.

Ohne ihre gewaltige  Unterstützung würde es vielleicht diese Brauerei heute nicht mehr geben 1.1).

 

Landwirtschaftlicher Bezirksverein wird gegründet.

Vorstand war der Oberamtmann Roth.  

Daneben gab es einen Bauernverein, Vorstand Landwirt Franz Hahn, und einen Gartenbauverein, Vorstand war der katholische Stadtpfarrer 1.1).

 

Gewerbeschule

wird ins Leben gerufen, existiert bis 1962 in der Alten Gewerbeschule an der Ludwig-Zorn-Straße 14)., 4).

 

Erste deutsche Eisenbahnverbindung

von Nürnberg nach Fürth wird eröffnet 33).

 

1836-1840                          

Ein handschriftliches Liederbüchlein der Elisabeth Wirth

aus Eppingen entsteht 1.3).

 

1837                                     

Gründung der Stadtmusik- und Feuerwehrkapelle Eppingen 1.7).

 

1839                                     

An zehntbaren Grundstücken waren im November 1839 in Eppingen 384 Äcker und 288 Weinberge vorhanden.

Die Ablösungskapitalien waren sehr happig.

1850 zeigte sich, dass diejenigen, welche die Ablösung in Naturalien gewählt hatten, den angenehmeren und leichteren Weg schritten, als diejenigen, die das aufgenommene Kapital verzinsen mussten 1.1).