17. Jahrhundert


1600                                     

Fachwerkhaus Altstadtstraße 8

wird um 1600 erbaut.

Es war früher das „Schäfersche Haus“ und das schönste Fachwerkhaus in Eppingen.

Durch Kriegseinwirkung wurde es im April 1945 total zerstört.

Wertvolle Trümmerstücke konnten gerettet werden und sind heute im Fachwerkmuseum „Alte Universität“ zu besichtigen. Heute ist ein „Dritte-Welt-Laden“ darin untergebracht. 1.8), 4).

 

Fachwerkhaus Brettener Straße 3

wird um 1600 erbaut.

Es stammt aus der Barockzeit und diente bis 2012 als „Cafe Bitterich“ der Bevölkerung.

Im Untergeschoss an der Petersgasse besitzt das Haus eine geschnitzte Haustüre, deren Gesicht durch „Zopfstil“, mit Eierstab und Kartusche geprägt ist.  

Es geht auch in die St. Petersgasse über, dort ist der Eingang zur ehemaligen Schune mit der Jahreszahl 1842 und „Goldmann“ beschriftet. 1.8)

 

Zimmererwerkstatt, Bismarckstraße 31

in einfacher Fachwerk-Ausführung.

Steht östliche der Bismarkstraße zum Kohlplattenwerg hin. 1.8)

 

Fachwerkhaus Kleingartach, Zabergäustraße 10,

wurde 1600 erbaut, wie eine ornamentale Sandsteintafel mit Steinmetzzeichen verkündet. 1.8)

 

1607                                     

Das Ackerbürgerhaus, Kettengasse 6,

 wird 1607 in fränkischer Bauweise erbaut.

Es hat eine typische schräge Ecke. 

Es bildet mit den Häusern Kettengasse 5 und 9 die „Dreistilecke“, da von Gotik bis Barock jeder Baustil vorhanden ist 1.8). 29).

 

1610                                     

Fachwerkhaus Altstadtstraße 2

wird im 17. Jahrhundert erbaut.

Es ist heute das Haus Doll.

Es besitzt ein breites massives Untergeschoss, das früher zwei Handwerkern Raum bot.          1.4). 1.8)

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 4

wird im 17. Jahrhundert in fränkischer Bauweise erbaut.

In diesem Haus war früher eine Bäckerei untergebracht.   1.4). 1.8)

 

1613                                     

Galilei vertritt das kopernikanische Weltbild.      33).

 

1615                          

Fachwerkhaus Brettener Straße 10

wird erbaut.

Es ist durch einen Einfahrtsbogen mit dem Nachbarhaus verbunden.

1987 wurde es renoviert, heut befindet sich das Radio- und Fernsehgeschäft Tüx in diesem Gebäude. 1.8)

 

Fachwerkhaus Brettener Straße 11

wird erbaut.

Es wurde als Gaststätte und Metzgerhaus erbaut und beherbergte früher das Gasthaus „Zum Adler“.

Heute befindet sich die Bierbar „Zornickel“ darin. 1.8)

                                              

1618/48                              

Der Dreißgjährige Krieg findet statt. 

Zwei Fronten hatten sich gebildet. :

Auf der einen Seite  Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) im Bunde mit der Katholischen Liga unter Führung Maximilians von Bayern und den geistlichen Kurfürsten,

auf der anderen Friedrich von der Pfalz, unterstützt von der Protestantischen Union, der unter anderem Württemberg und Baden-Durlach angehörten. 

Dreißig Jahre wütete seit 1618 der Krieg.

Friedrich von der Pfalz, der „Winterkönig“, dessen Herrschaft nur 15 Monate dauerte, wurde 1620 in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag vernichtend geschlagen.

Die protestantische Union zerfiel, die Truppen der Katholischen Liga und eine spanische Armee besetzten die Pfalz, der Herzog von Württemberg und der Markgraf von Baden-Durlach mussten aus ihren Ländern fliehen.

 

Dem siegreichen Maximilian von Bayern wurde 1623 die pfälzische Kurwürde zuerkannt.

 

Wallenstein rückte in Württemberg ein.

Das Eingreifen der Schweden 1630 schien eine Wendung zu Gunsten der Protestanten herbeizuführen, nach anfänglichen Erfolgen wurden sie am 6. Sept. 1634 von den Kaiserlichen bei Nördlingen geschlagen.

Diese Schlacht hatte für die das protestantische Süddeutschland eine Katastrophe zur Folge.

Die zuchtlos gewordenen Soldaten schwärmten ungehindert mordend, sengen und plündernd aus.

Das Eingreifen den Franzosen 1635 verschlimmerte die Lage.

 

Der Westfälische Frieden (1648) verhieß dem geschundenen Land endlich Schonung, doch er war teuer erkauft. 

 

Österreich und das Reich mußten den Sundgau, die Landgrafschaft des Oberen und des Unteren Elsaß sowie die Langvogtei über die zehn linksrheinischen Reichsstädte, mit Ausnahme von Straßburg, an Frankreich abtreten.

 

Die Franzosen standen damit am Rhein, wo sie auch die Grenzfestungen Breisach und Philippsburg besetzten.

Die protestantische Markgrafschaft Baden-Durlach vermochte sich mit schwedischer Unterstützung beim Friedensschluß zu behaupten.

Markgraf Friedrich V. erreichte die Wiedereinsetzung in den Besitzstand von 1535.

Baden-Baden blieb unter Markgraf Wilhelm (1622-1677) katholisch. 

Die Friedensbestimmungen von 1648 legten fest, daß Lutherische und Reformierte im Deutschen Reich gleiche Rechte wie die Katholiken haben sollten. 28).         

Hauptsächlich durch Hunger, Pest und Seuchen starben einzelne Dörfer des Kraichgaus im Dreißigjährigen Krieg nahezu aus.

In Richen überlebten nur neun Einwohner, in Eppingen starben zwei Drittel der Bevölkerung, in Adelshofen mehr als die Hälfte.  25)., 1.2).

Mit Bauernschläue  retten die Eppinger im 30-jährigen Krieg ihre Stadt vor der Zerstörung, so erzählt es zumindest eine Sage.

Als, wie so oft in jener Zeit, wieder einmal die Einnahme des Orts durch einen Soldatenhaufen drohte, holten die Bürger flugs im Stadtwald Holz, das sie außen um die Stadtmauer herum in großen Stößen aufbauten.  

Nachdem das Heer nähergerückt war, zündeten die Eppinger das Brennmaterial an.

Der Führer des Kriegshaufens war sichtlich erstaunt, die Stadt in hellen Flammen vorzufinden.

Enttäuscht ließ er seine Landsknechte weiterziehen.

Die List hatte ihre Wirkung nicht verfehlt und trug sicher mit dazu bei, daß das Stadtbild noch heute in erstaunlicher Weise dem Kupferstich Merians aus dem Jahre 1645 gleicht.  30.),  1.1).

 

1620                                     

Die Schlacht am Weißen Berg

(bei Prag) findet statt.

Friedrich der V. von der Pfalz wird besiegt. 33).

 

1622                                     

Die Schlacht bei Wimpfen findet statt.

 

Der Markgraf von Baden wird geschlagen.

 

Tilly in Eppingen. 33).

 

1624                                     

Richelieu wird unter Ludwig XIII. französischer Minister 33).

 

1632                                     

Tilly, der Feldherr der „Liga“, fällt in der Schlacht am Lech.

Gustav Adolf von Schweden, der Führer der Protestanten, fällt bei Lützen. 33).

 

1636                                     

Die Kroaten zerstören Rohrbach vollständig. 

Auch Mühlbach und Elsenz hatte viele Tote zu beklagen   25).

 

1642                                     

Nach der fast totalen Zerstörung lebte in Kleingartach kein Mensch mehr !  25).

 

1644                                     

Hans Conrad Zimmermann

will ein Häuslein vor dem Vorstädter Tor nach Westen in seinen eigenen Garten bauen 3).

 

1644-1911                          

Qing-Dynastie in China, letzter Kaiser von China.

Die mandschurische Qing-Dynastie hatte ihre erste Kaiserstadt in Mukden, heute Shenyang und eroberte von hier aus das gesamte chinesische Kaiserreich.  10.).

 

1645                                     

Schlacht bei Eppingen zwischen Franzosen und Bayern. 1.1).  33).  

 

Schlimmste Verwüstungen brachten die Kriege des 17. Jahrhunderts. 25).

Hauptsächlich durch Hunger, Pest und Seuchen starben einzelne Dörfer des Kraichgaus im Dreißigjährigen Krieg nahezu aus.

In Richen überlebten nur neun Einwohner, in Eppingen starben zwei Drittel der Bevölkerung, in Adelshofen mehr als die Hälfte. 25).

Merian erstellt den berühmten Kupferstich, eine Südansicht von Eppingen 1.6).

 

1648                                     

Westfälischer Frieden.

Bestätigung des Augsburger Religionsfriedens.

Frankreich wird Vormacht in Europa. 33).

 

Ab 1648 Zuzug von Schweizer Einwanderern in den Kraichgau, auch nach Eppingen 33).

 

1650             

Fachwerkhaus Altstadtstraße 6,

wird Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, Renaissance-Fachwerk 1.4). 

Der Fachwerkgiebel dieses Hauses ist aus blau-gelben Profilgurten, geschwungenen Andreaskreuzen, Streben und einem „Schwalbennest“ (das ist die Giebelkrönung) zusammengesetzt. 21).  1.8)

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 10,

wird im 17. Jahrhundert erbaut.

Leider wurde es im April 1945 sehr stark durch französische Granaten beschädigt und nicht wieder im alten Stil aufgebaut.

Es ist heute das Haus Doll/Dieffenbacher.   1.4).  1.8)

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 12,

wird im 17. Jahrhundert erbaut.

Leider wurde es im April 1945 sehr stark durch französische Granaten beschädigt und nicht wieder im alten Stil aufgebaut. Heute Haus Reinhard Doll.  1.4). 1.8)

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 13/15

Nach einem Brand kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde das Doppelhaus wieder massiv aufgebaut.

In Nr. 13 war die Wirtschaft zur Altstadt, in Nr. 15 die Schneiderei Weigel.

Hinter dem Doppelhaus steht noch eine große Scheuer, deren rückwärtiger Giebel noch die ursprüngliche Lehmausfachung aufweist.

Früher brauchte ein Ackerbürger die Scheune, genauso wie ein Gastwirt. 18.)

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 14.

Eingezwängt zwischen größeren Häusern steht das drei Fensterachsen breite Häuschen, dahinter kaum noch Platz für einen sehr kleinen Hof und Schopfen.

Im Heimattagsjahr 1960 wurde das Fachwerk freigelegt. 18.

 

Zehntscheune in der Zunftgasse

wurde im 16./17. Jahrhundert aus Eichenholz und Lehmriegelwänden erbaut. 21).

 

Fachwerkhaus Richen, Hintere Gasse 36,

wurde während des dreißgjährigen Krieges erbaut und ist das schönste Haus der Hintergasse.

Es steht an der Kurve der „Löwenscheuer“  1.8).

 

1664

Heidelberger Faß

wird 1664 gebaut.

1664

Es wird  1710 repariert; das Holz stammt aus dem Eppinger Wald.

"Die Pfalz lieferte den perlenden Wein, und zum großen Heidelberger Faß waren Eichen aus dem Eppinger Hardtwald geholt worden", so steht im Büchlein von Anton Braun aus dem Jahr 1914 geschrieben.

Ein Schriftstück aus dem Eppinger Stadtarchiv Nr. A 190-193 gibt uns näheren Aufschluß darüber, dass in dem Jahr 1700 die Kurpfälzische Hofverwaltung zu Heidelberg 80 Eichenstämme in der Eppinger Hardt gegen den Willen des Gemeinderates fällen ließ:

"Jeder Stamm vor zwey Gulden". Wie weiterhin geschrieben steht, wurde das Holz für die Reparatur des großen Fasses benötigt.

Im Heidelberger Schloß wurde das erste große Faß mit einem Inhalt von 130.000 Litern in den Jahren 1589-1591 gebaut.

Kurfürst Karl Ludwig ersetzte es im Jahre 1664 durch ein weit größeres, das etwa 195.000 Liter faßte.

25 Jahre danach (1689) fand die Zerstörung des Schlosses samt Heidelberg im Pfälzisch-Orléan'schen Krieg statt.

Aus dem "Heidelberger Schloßführer" ist zu entnehmen: "Dieses Faß (195.000 l) überstand glücklich die Schreckensjahre von 1689-1693 und wurde unter Kurfürst Karl Philipp (1716-1742) prächtig erneuert".

Mit dem Eppinger Schriftstück läßt sich nun ein Anhaltspunkt in Einklang bringen. Demnach handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Reparatur des 195.000 l Fasses und fällt somit in die Zeit kurz nach 1700.

Wie kam man aber auf die Eppinger Eichen?.

Die Jagd in der Eppinger Hardt hatten die Kurfürsten von der Pfalz inne; zur Zeit der Renovierung des Fasses war es Karl Philipp, der aufgrund seiner Jagdleidenschaft "Jäger aus Kurpfalz" genannt wurde.

Der urwüchsige Wald war ihm somit bekannt.

"Jägersleut waren seit eh und jeh durstige Leut", daher auch darauf bedacht, für entsprechende Köstlichkeit Lagerkapazität zu schaffen.

Über die Bezahlung der Eichen bereitete man sich zu Hofe kein großes Kopfzerbrechen. Für einen Stamm wurden kurzum 2 Gulden berechnet, eine Maßvergütung gab es nicht.

Bemerkenswert war die widerwillige Haltung des Gemeinderates der Stadt Eppingen, hat man doch sonst höchst untertänigst großzügige Schenkungen dargebracht, so zeigte man hier aber die kalte Schulter.

Eppingen war zu dieser Zeit mit seinem großen Waldbesitz eine reiche Stadt. Gemeinden ohne Wald waren dagegen arm dran.

Der Transport der Eichenstämme von hier nach Heidelberg mußte sich besonders schwierig und nur etappenweise vollzogen haben. Es war doch für jeden Stamm mindestens ein Ochsengespann erforderlich.

1710

Viele Wege und Straßen gab es damals noch nicht. Die Kleingartacher Straße wurde erst 1862 gebaut. Der heutige Altgartacher Weg war in jener Zeit als Erdweg die Hauptstraße. Der Erschließungsbeginn des Waldes durch befestigte Wege (Schotterwege) fiel erst in dieses Jahrhundert.

Der Hornbuckelweg wurde in den zwanziger Jahren als erster dieser Art gebaut.

Erzählungen besagen, daß früher die Bauern oftmals ihre Wagen voller Büschel (gebündelte Äste und Reisig 1 m lang und 1 m Umfang) opfern mußten, um die tiefen Wegelöcher aufzufüllen, damit sie das restliche Holz holen konnten. Wegenamen dokumentieren dies heute noch: z.B. "Kälberlöcherweg".

Nach der Zerstörung Heidelbergs wurde nun Mannheim (1720) kurpfälzische Residenz und kultureller Mittelpunkt, während Schwetzingen der sommerliche Lieblingssitz der Kurpfläzer wurde. Hier wurde aus dem zerstörten Jagdschloß ein neues Schloßgebäude mit einer großartig gestalteten barocken Gartenanlage errichtet, die heut noch ein eindrucksvolles Bild der Gartenbaukunst des 18. Jahrhunderts vermittelt.

Hier besann man sich nun wieder auf den Eppinger Wald. Denn für die Bepflanzung der Anlagen wurden unter Kurfürst Karl Theodor (1742-1799) "Holzsötzlinge" (Waldpflanzen) nach Schwetzingen geliefert.          33)., 1.2).  42).  

1742

 

1670                                     

Eine Besitzurkunde aus dem Jahre 1670 nennt das Backhaus in Richen  1.2).

 

1681                                     

Frankreich annektiert Straßburg  33).

 

1685                                     

Rücknahme des Edikts von Nantes durch Ludwig den XIV., 

Hugenottenauswanderung aus Frankreich in unseren Raum.   33).

 

Aussterben der protestantischen Pfalz-Simmerschen Linie.

 

Die katholische Neuburger Linie kommt zur Herrschaft.  33).

 

Die katholische Kirche in Eppingen

wird dem Dekanat St. Leon zugeteilt.

Vor der Reformation gehörte sie zum Dekanat Bretten (Erste Erwähnung schon 1323) 33).

 

1688                                     

Die Eppinger Einwohnerschaft beträgt 718 Einwohner

und  setzt sich zusammen aus 576 Reformierten, 111 Lutheranern und 31 Katholiken (Erwachsene). 33).   

        

1688/1697                         

Gerade, als durch Einwanderung, hauptsächlich aus der Schweiz,  die Lücken in der Bevölkerung durch die vielen Kriege nahezu geschlossen waren und das Land zum größten Teil wiederaufgebaut war, suchte den Kraichgau ein neuer schlimmer Krieg heim: der Pfälzische Erbfolgekrieg, oder Orleans‘sche Krieg, mit  erneuten großen Bevölkerungsverlusten und Zerstörungen. 

 

Die Franzosen verwüsteten die Pfalz (Melac).

Bretten und Sinsheim werden zerstört,

Eppingen kommt einigermaßen davon. 33).

Eppingen, das wie schon im Dreißigjähringen Krieg auch in diesem Krieg nur geringe Gebäudeverluste hatte, spielte dank seiner Lage zwischen dem französischen Brückenkopf Philippsburg und dem kaiserlichen Magazin in Heilbronn eine wichtige strategische Rolle.

1693 verlegte der neue Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, das Hauptquartier zwischen Eppingen und Stebbach.   1.6). 25).

 

1691                                     

Fachwerkhaus Richen, Ittlingerstraße 39,

wird erbaut.

Eines der bemerkenswertesten in Richen ist dieses Haus.

Es handelt sich um das Gasthaus „Zum Löwen“.

An der Einmündung eines Seitengässchens steht das 1691 erbaute Hauptgebäude, dem 1817 an der Traufseite prallel zur Hauptstraße ein Saalbau angefügt wurde, während das Anwesen nach rückwaärts von Nebengebäuden und einer Scheune – ebenfalls Riegelbauten – abgeschlossen wird.

Die Köpfe der in der Wirtsstube stehenden achtkantigen Pfosten, mit derben Renaissanceornamenten versehen, an denen einer Fabel nach, in vergangenen Jahrhunderten das durchziehende Kriegsvolk seine Säbel probierte, haben nun an dem oberen Eckpfosten Kollegen erhalten, die wieder – wie in alter Zeit –dem Leben und Treiben auf der Hauptstraße zusehen können. 1.8).   

 

1695                                     

Im Jahr 1695 sollte beim Bau der „Epinger Linien“  durch den Türkenlouis auch die Stadt besser befestigt werden.

Es existierten 8 Stadttore : 

1.) das Stadt-Thor

2.) das Unter- Thor

3. das Neu- Thor

4. Das Rad-Thor

5. Das Ober-Thor

6. Das Vorstätter-Thor

7. Das Kleine Brücken-Thor

8. Das Kleine Thörlein

ein Plan darüber existiert im Generallandesarchiv aus dem  Jahr 1695.  1.1).

 

1695/96                              

Eppinger Linien;  

Der Baubeginn ist im Frühjahr.

Als langes Verteidigungsband zum Schutz gegen die Franzosen, ziehen sie sich von Neckargemünd im Odenwald bis Weissenstein am Rande des Schwarzwaldes.

Der Pfaffenberg in Eppingen  wird als Schanze angelegt. 33).

Um die damalige Markgrafschaft Baden gegen französische  Überfälle zu schützen, ließ Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, besser bekannt als „Türkenlouis“, ab 1695 dieses ausgeklügelte Verteidigungssystem aus Gräben und Wällen aufbauen.

 

Wahrscheinlich bewahrte allein der diesem Bauwerk vorauseilende Ruf die Eppinger vor weiteren Raubzügen durch die Truppen des „Sonnenkönigs“ Ludwig.

Vom Kraichgaustadion aus kann man den Weg der noch heute sichtbaren Linien mitverfolgen.

Informationstafeln begleiten die Wanderung, für die gutes Schuhwerk und ein langer Atem gebraucht werden.   3).  24). 25).

 

Ein Feldlager der Kaiserlichen und Alliierten Reichs Armee befindet sich im Mai 1695 bei Eppingen.

Dies belegt eine Karte vom 1. Juli 1695. 21).

 

1698                                     

Pater Dominikus

aus dem Kloster Hirschhorn wird nach der Reformation erster katholischer Pfarrer in Eppingen und damit wird die katholische Pfarrei neu errichtet.

In diesem Jahr beginnen auch die Standesbücher der katholischen Kirche. 33).

 

Der Markgraf Friedrich Magnus von Baden-Durlach

erläßt genaue Vorschriften über 4 modellmäßige Typen von Häusern, den Modellhäusern.

Der Stadtschultheiß von Eppingen  war der erste, der 1781/84 das erste Haus vor dem Vorstädter Tor erbaute, gefolgt von einem Landwirt und einem Schmied, die 1783 in barockem Gewand als Doppelhaus das erste Eppinger Modellhaus bauten. 1.1).

 

1699                                     

Infolge der religiösen Umwälzungen bestehen ab 1699 eine reformierte Knabenschule,

 

die reformierte Mädchenschule,

 

eine lutherische und eine katholische Volksschule,

 

wozu vor 1825 noch als fünfte die israelitische Schule (Metzgergasse 1) kam. 20).