16. Jahrhundert    Neuere Zeit ( 1500 – 1599 )


Bodendenkmäler:  Eppinger Linien mit Geisberg – Langenberger Hohle, Ottilienberg, Pfaffenberg, Schimmeles Weg, Ruhbank (bei den Stiftsäckern). 1.3).

 

1500                                     

Letzte Reststücke der Stadtmauer, die die um 1500 angelegte Brettheimer Vorstadt sicherte, sind noch in der Leiergasse beim kath. Kindergarten und am westlichen Ende der Gasse zu sehen. 29). 

Die rechtwinkelig zur Kettengasse verlaufende Zwingergasse beschreibt den Zug des älteren inneren Mauerrings.  21).    

  

Das Fachwerk-Renaissancehaus, Altstadtstraße 23

wird erbaut.

Dieses Fachwerkhaus zeigt eine außerordentliche Vielzahl von Renaissanceschnitzereien und Zierformen.

Besonders auffallend die vier geschnitzten Holzscheiben, deren Bedeutung noch nicht geklärt werden konnte.  29).

Es weißt Profile, Baluster mit Augen und eine (zugemauerte) Aufzugsluke mit Eselsrücken auf.

Ebenso wuchtige Balkenkopfreihen. War Haus Karg/Kuhmann  21)., 1.8).

 

Fachwerkhaus, Altstadtstraße Nr. 25,

wird erbaut,  zeigt wuchtige Balkenkopfreihen.  

War Haus Goldner, ehemals Stier 21)., 1.8).

 

Fachwerkhaus, Kirchgasse 22, Schwebegiebelhaus,

 dürfte um die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet worden sein.

Es gehört zu den fünf herausragenden Fachwerkgebäuden in der Eppinger Altstadt.

Es hat eine seltene alemannische Giebelkonstruktion.

Das sehr steile Dach wird durch einen Schwebegiebel, auch Freigespärre genannt, unterstützt.

Die vorstehenden Rähme tragen den unteren Sparrenfuß mittels eines kleinen Dreiecks.

Parallel zu den vorgezogenen Sparren laufen durchgehende Streben, die in der Mitte des Giebels durch zwei frei schwebende Rähme gehalten werden.

An einem Unterzug der Bohlenbalkendecke des unteren Fachwerkstocks ist noch gotisches Maßwerk eingeschnitzt.  1.8). 1.4).  29).

 

1507                                     

Hartmannus Hartmanni,

vermutlich der Neffe des Rektors Andreas Hartmanni, war Chordirektor am Heiliggeiststift in Heidelberg. Kurz vor seinem Tode 1507 errichtete er ein Stipendium für Studenten seiner Familie oder – falls keine zum Studium geeignet seien – für Eppinger Bürgersöhne;

dieses Stipendium wurde erst 1949 aufgelöst. 30). 

 

1513                                     

Fachwerkhaus Altstadtstraße 19,

wird erbaut, es ist größer als das Haus Nr. 20, im Kellerbogen ist die Jahreszahl 1591 eingehauen.

An der Südostecke über dem Seitendach ist ein geschnitzter Fenstererker erkennbar.

Im Speichergiebel sitzen drei Schnitzrosetten, im Volksmund, nicht ganz zutreffend, Sonnenuhren genannt.  

Das Fachwerk wurde von den Heimatfreunden Eppingen in den 90-er-Jahren freigelegt.21).

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 20,

auch Funkenhaus genannt, wird 1513 erbaut.

1911 hatte Bäckermeister Otto Funk aus Ittlingen das Wohnhaus mit Nebengebäuden und Hofraum erworben.  

Es steht gegenüber der „Alten Universität“, am Beginn des Altstadtbogens.

Das Fachwerk ist entsprechend der frühen Bauzeit einfach gehalten, ein fränkisches Fachwerk von alemannischer Kargheit.

Über dem massiven Erdgeschoss mit den Geschäftsräumen einer Bäckerei baut sich ein riesiger Giebel auf, bestehend aus zwei Vollgeschossen einmal vorgekragt und einem dreistöckigen Dachgeschoss.

Das Fachwerk mit geschwungenen geschosshohen Streben, ohne obere durchgehende Fenster- und Feldriegel, einige geschwungene Fußstreben und die selten gewordenen Holznägel an den wichtigsten Verbindungsstellen aufweisend, hat sich im Laufe der Jahrhunderte etwas zurückgeneigt.       21). . 1.8).

 

1515/1588                         

Die doppelgieblige „Alte Post“ am Marktplatz,  Marktplatz 2,

wird als Fachwerkhaus, mit schönen Renaissance-Fachwerkzierformen im Giebeldreieck erbaut.

Am Marktplatz, außerhalb des mittelalterlichen Stadtkerns, steht das große Bürgerhaus mit dem Giebel zum Platz, seiner Schauseite.

Über dem massiven Erdgeschoss zwei jeweils gering überstehende Fachwerkstöcke.

Die Balkenköpfe sind mit proflilierten Bohlen verkleidet.

Das zweistöckige Giebeldreieck ist über dem Hahnenbalken abgewalmt.

Alle Verstrebungsformen der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind zu erkennen.

In den Fachwerkstöcken, durch veränderte Fenster z.T. eingeschnitten, der Fränkische Mann mit leicht gebogenen langen Fußstreben und Knaggen darüber mit ausgeputzten Augen.

Unter den Fenstern geschweifte Andreaskreuze.

Besonders reich mit Zierformen und Schnitzwerk ist die Brüstung des oberen Stocks im Giebeldreieck versehen.

Andreaskreuze über gebogenen Rauten, kreisteils und im Vollholz ausgeputzte Blattformen.

Die Bundständer sind dort mit Bandwerk bedeckt.

Durch feinen farbigen Anstrich sind diese Zierformen auch von unten, vom Marksplatz her, noch gut erkennbar.

Im Holz die Jahreszahl der Erbauung 1588.  

Das größere, zur Straße hin stehende Haus stammt aus dem Jahre 1588, das rechts sich anschließende Haus mit Toreinfahrt wurde 1515 errichtet und 1717 umgebaut.

Eine Generalsanierung wurde 2010 begonnen und 2012 erfolgreich zu Ende gebracht. 1.8).  29).

Zwischen den Fachwerkhäusern der im 16. Jahrhundert angelegten Vorstadt hatten Geschäftsleute an der breiten Brettener Straße, der alten Reichsstraße, moderne Massivbauten errichtet.  3).

 

1517                                     

Marthin Luther,

ein Augustinermönch, schlägt an der Schloßkirche zu Wittenberg seine 95 Thesen an.

Er wandte sich gegen den Ablaß, die käufliche Sündenvergebung und die eingerissenen Mißstände der verweltlichten Kirche.

Luther suchte in der zu seiner Zeit üblichen Weise die öffentliche Disputation mit berufenen Gegnern.

Der gelehrte Wittenberger Augustiner konnte sich dabei auf die große Tradition reformwilliger Ordensmänner und Humanisten berufen, neu war dagegen seine Wendung gegen Rom und das Papsttum. 28).

 

1518/58                              

Fachwerkhaus St. Petersgasse Nr. 8

wird von der Schultheißen-Familie Norsch 1518/1558 erbaut.

Über der Haustüre ist das badische Wappen angebracht, und das Flurfenster im Erdgeschoss ist wie in alter Zeit mit vierkantigen Stakhölzern vergittert.  21). , 1.8)

 

1520                                     

Sankt-Peters-Kapelle (Diakonat)

wird  in der Vorstadt (heute Bahnhofstraße) gebaut.

Die Fassade zeigt noch spätgotische Fenster- und Türformen.

Das Wechselbad der Geschichte fand im Wechsel der Gebäudenutzung sinnfälligen Ausdruck:

Schafhaus, Städtisches Kaufhaus, Lutherische Kirche, Elementarschule und Diakonswohnung, Mädchen- und Kochschule mit Lehrerwohnung, Studien- und Bibliothekszimmer, Kindergarten und 1900 Koch- und Industrieschule mit Lehrerwohnungen.

Anfang 2000 war die Stadtverwaltung mit verschiedenen Ressorts, wie Bürgerbüro und Stadtbücherei,als Filiale, bis zum Neu-Anbau des Rathauses darin untergebracht.

Ab dort Umbau zu Wohnungen in den oberen Etagen, an der Ostseite befindet sich die Geschäftsstelle der AOK, Allgemeine Ortskrankenkasse 3).  1.3).

 

Fachwerkhaus Mühlbach, Hauptstraße 69,

 wird im frühen 16. Jahrhundert erbaut.

Es ist das älteste Fachwerkhaus in Mühlbach. 1.8).

 

1522                                     

Reformation fasst Fuß 3).

 

1524/25                              

Bauernkrieg.

Der Sturm gegen Schlösser und Klöster in Schwaben, Elsaß und Thüringen bricht los.

Luthers Schrift „Ein Christ ist ein freier Mensch und niemand untertan“ dient als Rechtfertigung.

Der Bauernkrieg ist die erste soziale Revolution, die aber von der Macht der Fürsten blutig niedergeschlagen wird.

Das Los der Bauern ist schlimmer als vorher.  26).

 

1525                                    

Pfarrer und Theologe  Anton Eisenhut

war wahrscheinlich kurz vor dem Bauernkrieg als Pfarrer in Eppingen tätig, wobei nicht sicher ist, ob er lutherischer oder katholischer Geistlicher war.

Anton Eisenhut griff aktiv in die Geschehnisse des Bauernkriegs ein;

er verfaßte Aufrufe, in denen er die Abgaben und Frondienste der geistlichen und weltlichen Grundherren ablehnte, die Aufhebung der Klöster forderte und das weltliche Regiment von der Bauernschaft besetzt haben wollte.

Der Pfaffe sammelte um sich ein Heer von 1.200 Mann, mit dem er plündernd und zerstörend durch den Kraichgau zog.

Anton Eisenhut kämpfte mit radikalem Eifer für seine Überzeugung, mußte dies aber mit seinem Leben bezahlen, da er 1525 verhaftet und in Bruchsal enthauptet wurde.

Er war u.a. Führer des sogenannten „Kraichgauer Haufens“.  31). , 1.1).

 

1530                                     

Irencius (Franz Friedlieb), Verfasser des ersten deutschen Geschichtswerkes, ist Pfarrer in Eppingen 33).

 

1540                                     

Fachwerkhaus Mühlbach, Hauptstraße 48 wird erbaut.

Von den Eppinger Teilorten kommt nur in Mühlbach die dem Ortssparren und Kehlbalken entlang laufende Konsölchenreihe vor, in der Kunstgeschichte Zahnschnitt genannt. 1.8).

 

1541                                     

Fachwerk-Doppelhaus Altstadtstraße 34/34a wird erbaut.

Neben einer Fachwerkscheuer erscheint ein Doppelhaus von 1541, das mit viel Profilierungen, Kerbschnitzerei und Andreaskreuzen prunkt.

Obwohl ein schöner Giebel in der Einfahrt zum nächsten Haus versteckt ist, kommt es recht gut im Straßenbild zur Geltung.

In der Reihung der Fachwerkgiebel haben wir nun Werden und Wechsel mannigfacher Abwandlungen süddeutscher Fachwerkkunst kennengelernt. 21).

 

1544                                     

Die Zünfte in Eppingen haben eine lange Tradition.

In der Fachwerkstadt gab es viele Handwerker.

Als im Jahre 1544 im ganzen Amt Bretten die kirchlichen Einkünfte aufgeschrieben werden mußten, wurde in den Zunftordungen vermerkt, daß in Eppingen auch die „Bauleutkreuz“ einen Betrag zu geben hatten.

Das ist ein Hinweis, daß die Bauleute wie Maurer und Zimmermänner sich wie an anderen Orten als Bruderschaft organisiert hatten.

Sie hielten also an ihrem Jahrtag einen feierlichen Gottesdienst, danach folgte in einer Wirtschaft die weltliche Feier.

Bei Tod eines Mitglieds waren alle verpflichtet, beim Gottesdienst und bei der Beerdigung teilzunehmen.

Beim Gottesdienst zündeten gewöhnlich die jüngsten Meister eine große Zunftkerze an, und sie trugen sie auch bei Prozessionen. Bei Unglücksfällen und Notfällen gab es Unterstützung durch die Bruderschaft.

Vielleicht setzten sie damals schon Mindestpreise für ihre Handwerksarbeit fest. 

Von den vier Eppinger Zunftordnungen ist die älteste die der „Leyer und Schuhmacher“ (Gerber und Schuhmacher) vom 23. April 1592. 

Sie umfasst 22 Seiten und beginnt:

„Wir Johann Geörg von Rembdingen (Remchingen), churfürstlicher Pfalzfauth und Bonaventura Rudtlandt, Schultheiß zu Brettheimb, auch Schultheiß, Bürgermeister und Gericht der Stadt Eppingen Brettheimer Ampts verkünden hiermit, daß das ganze Handwerckh der leyer und Schuhmacher zu erkennen geben, wie ein gut Zeit hero bey ihnen allerhand Unordnung, Gezenckh und Widerwillen fürgangen und daß wie in der Statt Brettheim eine besondere verbrieffte ordnung auch bei ihnen auffgericht und für jeden handwerckhsgenossen geboten werden soll.“

Es sollen jährlich uff Crispini (am Fest des Schuhmacherpatrons) oder umb dieselbig Zeit zwey neue Brüdermeister aus ihnen erwelt und gesetzt werden.

Wer Meister dieser zweier Handwerckhe ist, soll zuerst bei der  Oberkeit zu einem Bürger angenommen werden und soll der Bruderschaft anderthalb Gulden in die Büchsen oder Laden geben.

Jeder Meister oder nach seinem Absterben sein Wittib (die mit Gesellen das Geschäft weiter betreibt) soll jede Fronfasten (jedes Vierteljahr) zwey Pfennig den Brudermeistern in die Büchsen erlegen.

Es soll kein Meister dem anderen Meister einen Knecht (Gesellen oder Gesindt wider seinem Willen zwischen den versprochenen Zilen abnehmen, sonst muß er ein Pfund Heller der Bruderschaft in die Büchsen als Strafe geben.

Ein neuer frembder Lehrknab soll der Bruderschaft nach der ersten Fronfasten einen halben Gulden geben, ein Meistersohn ein Ort (Viertelsgulden).

Es ist von althero gebreuchig gewesen und ist widerumb geordnet.

Wenn die Meister der Schuhmacher und Gerber uff den Wochenmärckt und an den Jahrmärckten austragen, sollen sie alle Fronfasten um die Ständ losen.

Jeder Schuhmachermeister darf an einem Sonntag oder gebannten Feiertag nur vier Paar Schuh aus dem Laden aushenken.

Die Brudermeister sollen zu rechter Zeit Hanf, Pech, Schmalz und Unschlitt einkaufen und folgends freundlich den Handwerkern, so daß begehren, austeilen, das Geld dafür getrulich einbringen.

Es soll auch keine Meister ein alt Werckh für neu verkaufen bei Straff des Handwerks erkenntnis.

Keiner soll Schuhe am Sonntag in andere Orte tragen, sie wären denn bestellt oder einem in ein Haus zu bringen befohlen worden, bei Straf 5 Schilling Heller, dem Handwerk zu erlegen“.

Wer zum Leyerhandwerk zugelassen werden will, muß zuerst das Mülrecht erkauffen (damit die Gerberlohe gemahlen wird)

Ein Leyersohn, Wittfrau oder Dochtermann soll zu Mülrecht anderthalb Gulden, aber ein Fremder drei Gulden zu Mülrecht geben. Das soll an den Mülbau angewendet werden.

Es soll kein frembder Leyer oder Schuhmacher, der nicht im Brettheimer Ampt daheim ist, an Wochenmwrckhten allhie feilhalten oder hausieren.

Es sollen keine Meister Leder oder Schuhe kauffen und danach wieder verkauffen bei Straf der Meisterererkenntnis …“.

 

Im Jahr 1695 bemühen sich die Bäcker und Müller zu Eppingen um eine Ordnung, weil besonders benachbarte Bäcker und Müller unter sich keine Brüderschaft und Handwerksgewohnheit halten und haben.

 „Der Statt Eppingen zünfftige Metzgerordnung und Articul“ sind im nächsten Jahr (1696) bestätigt, wieder von Franz von Sickingen, Oberamtmann des Oberamts Bretten.

„Kein metzger soll zwey offene Läden haben, worunter der gemeine banck nicht verstanden, deren ein jeder Metzger einen von der Statt um jährlich 13 ½ Kreuzer genießt“.

Es wurde also damals noch Fleisch an den Fleischbänken im „Fleischhaus“, das heißt im offenen Erdgeschoß der „Alten Universität“, verkauft.

Die Erwähnung eines besonderen Zunfthauses ist in keinem Archiv zu finden, es ist  nur von der jeweiligen Zunftstube die Rede. In den kleinen und mittleren Städten gab es meist kein eigenens Zunfthaus;

jede Zunft gebrauchte einen Raum in irgendeiner Wirtschaft als ihre Zunftstube und feierte in der Wirtschaft ihren Jahrgang.

Das erhaltene Schatzungsbuch, wohl vom Jahre 1720, enthält alle Hausbesitzer mit der Lage ihres Hauses und mit den Anliegern, aber ein Zunfthaus ist nicht genannt.

Zünftig zechen konnte man auch in der Gastwirtschaft.

Die Zunftordnung der Küfer von 1709 ist ähnlich.

Im Jahre 1862 verordnete der Badische Staat das Ende der Zünfte und des alten Zunftzwanges.

Jetzt durfte jeder Meister oder Unternehmer mehrere Gesellen und Arbeiter beschäftigen und mehrere Betriebe errichten.

Billige Massenfabrikation wurde möglich.

Mit der Zeit entstanden die Innungen, die sich auf neue Weise um Erhaltung und Förderung des Handwerks mühen.  31).

 

1546    

Die Stadt Eppingen kauft die Güter des Wilhelmitenklosters Mühlbach

und rundete dieses Herrschaftsgebiet ab.

Erst im Jahre 1810 wurde Mühlbach wieder eine selbständige Gemeinde.    2.), 25.)    

                             

Eppingen erwirbt auch den Ottilienberg   33).

 

1547                                     

Kurpfälzischer Kanzler, Prof. Dr. H. Hartmanni aus Eppingen gestorben.

Er war ein Sohn der Stadt Eppingen und ist ein herausragendes Beispiel für den Aufstieg von Söhnen bürgerlicher Familien an der Wende vom 15. Zum 16. Jahrhundert.

Durch den Besuch von Lateinschule und Universität erreichten sie höchste Ämter in Staat, Kirche und Universität.

Nach dieser bedeutenden Familie ist auch das Eppinger Hartmanni-Gymnasium im Jahr 2008 benannt worden. 3). 18).

 

Hartmannis gleichnamiger Sohn promovierte 1547 an der Universität Bologna zum Doktor beider Rechte

und trat dann in kurpfälzische, später als Assessor am Reichskammergericht in Speyer in Reichsdienste.

Von 1567 bis zu seinem Tod 1586 war er Hofrichter in Heidelberg, Vogt des Oberamtes Bretten und Heidelberg und Vorsitzender des Kirchen-Konsistoriums, der obersten Kirchenbehörde in der Kurpfalz. 30).

 

Reformation.

Der größte Teil Deutschlands (außer Bayern) nimmt die Lehre Luthers an.

1547 zerschlägt Karl V. mit seinen spanischen Landsknechten die Koalition protestantischer Fürsten und Städte (schmalkaldischer Bund) durch seinen Sieg bei Mühlberg. 26).

Die im späten Mittelalter geschaffenen Herrschaftsverhältnisse wirkten sich  in der Reformationszeit auch auf die Glaubenszugehörigkeit der einzelnen Orte aus.

Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555 „Cuis regio, eius religio“ bestimmte die jeweilige Obrigkeit den Glauben der Untertanen.

Mit der Kurpfalz wurden die Bewohner von Eppingen, Mühlbach, Elsenz und Richen Calvinisten,

die von Kleingartach und Adelshofen wurden Lutheraner, und die von Rohrbach blieben Katholiken, obwohl die Kurpfalz mit Hilfe ihrer Vogteirechte über das Rotterstift Odenheim jahrzehntelang versucht hat, auch dort die Reformation durchzusetzen. 25).

 

1550                                     

Der aus Schwäbisch Hall stammende  Leonhard Engelhart leitete von 1550 – 1562 die Eppinger Lateinschule,

die unter ihm eine Blütezeit erlebte.

Weil er am Luthertum festhielt, mußte er die Kurpfalz verlassen.

Engelhart wurde Professor an der Universität Tübingen und später Pädagogarch in Stuttgart.

Er trat auch als Dichter und Übersetzer mit mehreren Veröffentlichungen hervor.  30).  1.1).   

   

Fachwerkhaus Bahnhofstraße 2 erbaut.

Es ist ein Haus von beachtlichen Ausmaßen und  steht gleichzeitig am Beginn der Bahnhofstraße und der St. Petersgasse beim Marktplatz.

Es ist das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus Landin.

Über dem massiven Erdgeschoss erheben sich Fachwerkwände, gekrönt von dem mächtigen Mansardendach, das an den Giebelspitzen abgewalmt ist. 1.8)

 

1550-1600                          

Fachwerkhaus Leiergasse 9

erbaut.

Scherzhaft in Eppingen auch „Schwalbennest“ oder „Kesselbrühschloss“ genannt.

Es ist ein eindrucksvolles Ackerbürgerhaus, dessen Fachwerkgefüge im Erd- und Oberstock bei der Vergrößerung der Fenster verändert wurde.

Das Traggerüst blieb weitgehend erhalten.

Die Bund- und Eckständer stehen noch auf den Balkenköpfen.

Besonders reizvoll aber ist das Fachwerk im Giebeldreieck.

Behutsam sind dort im unteren Stock die Sprossenfenster vergößert.

Hier bilden die Formen der Renaissance das reiche Fachwerk des dreistöckigen Giebeldreiecks.

Im unteren Stock der Fränkische Mann an den Bundständern.

In allen Stöcken in den Brüstungen unterhalb der Fenster geschweifte Fußbänder und kleine senkrechte Stiele, ausgekehlt und mit augeputzten Augen.

Ein sehenswertes Haus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.  1.4, 1.8)., 4).

 

Fachwerkhaus Brettenerstraße 47/1,

aus dem 16. Jahrhundert.

Zwischen Haus und Straße erstreckt sich ein Hausgarten. 1.8)

 

Fachwerkhaus Brettenerstraße 53,

aus dem 16. Jahrhundert, Haus Preusch.

Wurde nach dem Krieg in moderne Form umgebaut.  1.8), 4).

 

1552                                     

Fachwerkhaus an der Petersgasse Nr. 3 als Kaufhaus erbaut,

daher auch „Kaufmannshaus“ genannt.

Die Petersgasse ist Haus neben Haus noch eine sehenswerte Fachwerkgasse.

Wenig südlich vom Marktplatz steht das Haus Nr. 3, das Fachwerkhaus eines Kaufmanns von 1552.

Über dem tiefliegenden Keller drei Fachwerkstöcke, die kräftig überstehen.

Dieses Gebäude ist von besonderer Bedeutung, weil im Erdstock neben der Einfahrt drei Ladenöffnungen und der Hauseingang aus der Erbauungszeit erhalten sind.

Die, die Öffnungen sichernden Läden, im unteren Teil zugleich Verkaufstische, sind nicht mehr vorhanden.

Kräftige Ständer stehen beidseits der Öffnungen auf dem Steinsockel und tragen zusammen mit den ausrundenen Knaggen das Sturzrähm.

In den Oberstöcken stehen die Eck- und Bundständer auf den schmaleren Bundbalken.

Die vorstehenden Bundrähme und die Bundbalken werden von kurzen, durch Wulste und Kehlen verzierte Knaggen gefaßt.

Am Hauseingang breites, kräftiges Türgewände mit Kehlungen und gedrehten Wulsten.

Im ausladenden Türfries die Inschrift: „Melcher Seuther – Anno Domini- „ und im Sturzbalken mit „Eselsrücken“ ähnlichem Ausschnitt zwischen Spiralen die Jahreszahl 1 – 5 – 5 – 2.

Die schöne Haustüre stammt aus späterer Zeit.  

Es besitzt heute noch die original hölzernen Ladenöffnungen und einen schönen geschnitzten Hauseingang mit typischen Renaissancestilelementen.   1.8). 29). 1.4).

 

Fachwerkhaus an der Petersgasse Nr. 5

erbaut, (Haus Meermann).

Unterhalb des Hauses 3 erhebt sich, über zwei massiven Untergeschossen, das fränkische Fachwerk des Hauses Nr 5 (Meermann). Die Dachspitze ist zur Wetterseite hin abgewalmt. 21).

 

1553                                     

Fachwerkhaus Kirchgasse 25,

auch „Leiningsches Schlössle“ genannt, erbaut im 16. Jahrhundert als fränkischer Dreiseithof, war einstiger Adelssitz.

Das stattliche dreigeschossige Fachwerkhaus (16. Jh.) mit breiter Hofeinfahrt gehörte im 19. Jahrhundert den Herren von Leiningen.

Zusammen mit den Wirtschaftsgebäuden handelt es sich dabei um einen fränkischen Dreiseithof. 29).

 

Fachwerkhaus Zehntscheuer, Zunfthausgasse.

Wurde im 16./17. Jahrhundert aus Eichenholz und Lehmwänden erbaut. Diese Scheune beweist, mit welcher Selbstverständlichkeit man damals Baustoffe richtig und überlegt anwendete, und damit auch bei Bauten untergeordneter Art ein einwandfreies und schönes Aussehen erreichte. Die Scheune wurde leider inzwischen abgerissen. 21).

 

1555                                     

Die im späten Mittelalter geschaffenen Herrschaftsverhältnisse wirkten sich in der Reformationszeit auch auf die Glaubenszugehörigkeit der einzelnen Orte aus. 

Nach dem Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555 „Cuis regio, eius religio“ ( Wessen Land, dessen Religion),bestimmte die jeweilige Obrigkeit den Glauben der Untertanen.  33). 

                            

Mit der Kurpfalz wurden die Bewohner von Eppingen, Mühlbach, Elsenz und Richen Calvinisten, die von Kleingartach und Adelshofen wurden Lutheraner, und die von Rohrbach blieben Katholiken, obwohl die Kurpfalz mit Hilfe ihrer Vogteirechte über das Rotterstift Odenheim jahrzehntelang versucht hat, auch dort die Reformation durchzusetzen. 25).

 

1556                                     

Übergang der Westvorhalle der Stadtpfarrkirche an die Protestanten. 1.4).

 

Kurfürst Ottheinrich führt in der Kurpfalz die Reformation nach der Lehre Martin Luthers offiziell ein.

In Eppingen kommt so die Reformation, die schon vorher Anhänger hatte, zum Durchbruch. 33).

 

Kaiser Karl V. dankt ab 33).

 

1556-1821                          

Die Geschichte der reformierten und lutherischen Kirche in der Stadt Eppingen von 1556;

bis zur Union 1821 ist im Band 3 „Rund um den Ottilienberg“, Seiten 105-145 beschrieben, Autor Michael Ertz 1.3).

 

1557-1613                          

Mathias Quad von Klinckelbach, 1557 – 1613,

war ein großer Geograph, Kupferstecher, Formenschneider und Kunstschriftsteller.

Er wurde 1557 im niederländischen Deventer geboren und kam auf Umwegen nach Eppingen.

Als Reformierter mußte Quad Köln verlassen; in Weinheim scheiterte er als Rektor, bis er schließlich am 6. Juli 1612 als Kollaborator (Hilfslehrer an höheren Schulen) an der reformierten Lateinschule in Eppingen eine Stelle fand.

Jedoch versah Mathias Quad dieses Amt nur für kurze Zeit, denn schon bald machte der Tod seinem Wirken eine Ende; er starb kurz vor dem 29. Oktober 1613.    31).

 

1559                                     

Das Spital, aus dem später das Städt. Krankenhaus hervorgehen sollte, taucht bereits 1559 in einer Urkunde auf.

Im 18. Jahrhundert befand sich das „Alte Spital“ inmitten der Altstadt im heutigen Armenhaus.

Zu dieser Zeit bestanden mindestens acht gemeinnützige Stiftungen.

So begründete Apotheker L. Lotter  1877 testamentarisch den Spitalfond, um den Grundstock für ein neuzeitliches Krankenhaus zu legen.

Schließlich konnte man am 15. Oktober 1895 den Neubau am Ortsausgang Richtung Karlsruhe eröffnen 3).

 

Friedrich der III. von der Kurpfalz wechselt zum calvinistischen (reformierten) Bekenntnis über.

Die Kurpfalz bleibt bis zur Union (Vereinigung des reformierten und des lutherischen Bekenntnisses) im Jahre 1821 im wesentlichen reformiert.

In Eppingen bestanden beide Bekenntnisse nebeneinander. 33).

 

1560                          

Spechtsches Haus, später Eisemann,  Altstadtstraße 11

wird erbaut.

Das sehr gut erhaltene und im Außengewandgefüge wenig gestörte dreistöckige Fachwerkhaus, bei dem auf der Giebelseite alle Stockwerke jeweils überstehen, dürfte vor dem Baumann’schen Haus um 1560/70 erbaut worden sein.

Die Eckständer stehen noch nicht auf der Schwelle, sondern auf den Gratsichtbalken.

Die von kräftigen Hölzern gebildeten Verstrebungsformen sind fränkisch.

Im unteren Giebelstock der Fränkische Mann.

Unter den Fenstern kleine Fußbänder, wie die Kopfknaggen mit Kehlungen und ausgeputzten Augen.

Vereinzelt auch frei stehende Stiele unter den Brüstungen mit bauchiger, balusterartiger Form.

An den Eck- und Bundständern oben zur Sicherung der vorstehenden Rähme zierliche Knaggen mit Wulst, Blatt und Kehle.  1.4).

An der Rückwand ist die Ritterplatte, eine vorzügliche Bildhauerarbeit aus der Zeit um 1500 eingelassen. 21). 

Die Einfahrt führte in die sogenannte „Wolfsschlucht“, einem Konglomerat von Häusern aus dem 15. Jahrhundert, das leider abgetragen werden musste.   1.8).  29).

 

Ebenso wurden die Fachwerkhäuser, Altstadtstraße 19 oder 23 zu dieser Zeit erbaut.

 

1562                                     

Schon 1562 bestand in Eppingen eine Mädchenschule.

Sie wurde geleitet von einer „Schulfrau“ 20).

 

1563                                     

Einsetzen der Gegenreformation als Auswirkung des Konzils von Trient, das seit 1545 tagte. 33).

 

Ausgabe des Heidelberger Katechismus, der das religiöse Leben der Reformierten in der Kurpfalz stark beeinflußte. 33).

 

1564                                     

Fachwerkhaus Altstadtstraße 1/Ecke Kirchgasse erbaut.

Nach 1903 brannte die kleine Hofreite mit dreistöckigem Wohnhaus, Stall, Scheuer und Werkstatt nieder.

1934 erwarb der Nachbar, M. Peter Wwe. das Gebäude und gründete, nach Neubau, das älteste Haushalts- und Baustoffgeschäft in Eppingen.

1936 wurde der zweigeschossige Fachwerkbau erstellt.

Zuletzt hieß das Geschäft Hochstetter, letzter Inhaber war Christian Hiltwein.

Als das Geschäft altershalber geschlossen wurde, zog sort eine Gaststätte (Turmschenke) ein, die Mauern entlang der Altstadtstraße fielen für Parkplätze.

2001 wurde die ganze Hofbebauung abgerissen und eine Sitzterrasse sowie neue parkplätze wurden angelegt.

An der Brandmauer wurde das Wappen von 1564 erhalten.  1.8)

 

1564/65                              

Heidelberger Universität (philosophische Fakultät) weicht während der Pest nach Eppingen aus in die 1495 erbaute „Alte Universität“, heute Fachwerk- und Heimatmuseum.  3). 33).

 

1565                                     

Badestube wird in der Badgasse erstmals erwähnt.

1662 wird  „der Stadt Badhaus“ und die „Badergasse“ erwähnt.

Die früheste Nennung eines Baders stammt aus dem Jahre 1601 1.1).

 

Die Stadt Eppingen hatte eine „Armee“ in Stärke von 21 Mann angestellt. 20).

 

1566                                     

Erste Regelungen in Eppingen über Feuerlöschzwecke. (Vorläufer der Feuerwehr) 3).

 

1567                                     

Fachwerkhaus Kettengasse Nr. 1

wurde 1567 erbaut und zeigt schöne Steinhauerdetails. 21).

 

Fachwerkhaus Bahnhofstraße 4

wird erbaut.

1820 wurde ein dreistöckiger Vorbau mit Walmdach  zur Bahnhofstraße hin, zur Vergrößerung der Wirtschaft, dem Gasthaus „Zum Löwen“, vorgenommen.

Da dieser jedoch stark in die Bahnhofstraße hineinragte und die Straßenverhältnisse nicht positiv beeinflußt hat, wurde dieser 1983 wieder abgebaut und auf die alte Flucht zurückgenommen.

Dabei kam der vorher nur im Speicher sichtbare alt originale Fachwerkgiebel von 1567 zum Vorschein.

Die offenen Vollgeschosse wurden wieder mit einer Fachwerkwand geschlossen, die der Zimmermann mit altem Eichenholz geschickt dem früheren Baustil nachempfand.

Es hat eine schöne Luke im Firstgiebel.  1.8) 

 

1568                                     

Fachwerkhaus Lang, Bahnhofstraße 6,

wird  1568 erbaut,

im fränkisch-alemannischen Stil, dreigeschossig mit zweistöckigem Giebel, Vorkragungen, Dachbalken, Brustriegel und Sparren umlaufend profiliert, geschwungene Streben und Baluster mit Augen.

Erdgeschoss massiv, 1767 und 1949 umgebaut.  

1727 arbeitete darin ein Nagelschmied.

Von den über 80 Fachwerkinstandsetzungen nach dem zweiten Weltkrieg wurde dieses Haus 1949 als erstes freigelegt.  

Heute ist dort die Bausparkasse  LBS untergebracht    21). 1.8).

 

Fachwerkhaus Bahnhofstraße 6a um 1568 erbaut,

im einfachen Fachwerkstil.

Nach dem Krieg produzierte hier H. Blösch seinen berühmten „Chabeseo-Sprudel“ 1.8)

 

Fachwerkhaus Bahnhofstraße 7/Ecke Kettengasse/Gerbergasse 9.

Wurde um 1568 erbaut als ehemaliges Ackerbürgerhaus, später zum Geschäftshaus umgebaut. 

Hierin befand sich ein Barbier, später das Friseurgeschäft Gern, ab 1963 das Schuhgeschäft Geiger.

Das südlich anschließende Nachbarhaus, Bahnhofstraße 11, ist ein Gemeinschaftshaus.

Die unteren Räumlichkeiten wurden 1969 hinzugenommen und bilden heute das Büro dieses Hauses. 1.8)

 

Fachwerkhaus Bahnhofstraße 11.

Erbaut im Jahre 1568, steht in der Mitte des Ludwigsplatzes und bildet heute ein Gemeinschaftshaus zu Bahnhofstraße Nr. 7.

Der hintere Giebel zur Zwingergasse hin ist ein Schmuckstück.

Deutlich sind die Anblattungen der Streben, die Unterzugköpfe mit Knaggen zu erkennen und der frei liegende Hahnenbalken eines herausgesägten früheren Fluggespärres. 1.8)

 

Fachwerkschopfen Bahnhofstraße 19.

Erbaut 1568 im „Sparfachwerk“.

Gehört zu dem Massivbau an der Bahnhofstraße 1.8)

 

1572                                     

Bartholomäusnacht in Frankreich   33).

 

1573                                     

Das fränkische Fachwerkhaus Hoffmann in der Brettenerstraße 7

wird als Erkerhaus mit schönen Renaissance-Zierformen 1573 bzw. 1660 erbaut.

Nach der Inschrift an der angeschrägten Hausecke zu schließen, haben im Jahre 1573 bzw. 1660 ein Sigmund Klebsattel und Stephanus Teifenbacher dieses Haus erbaut.

Im Erdgeschoss befand sich das jüdische Schächt- und Schlachthaus neben einer christlichen Metzgerei. 

 

Weiter unten, in der Metzgergasse 1a ist das Erkerhaus aus dem Jahre 1601.

Es besitzt eine schöne Haustüre, noch die alten sandsteinumrahmten Schlachthausfenster und über kräftigen Steinkonsolen ist das Fachwerk mit breiten Profilgurten und beschnitztem Fenstererker aufgezimmert.

In der engen Metzgergasse sind an diesem Haus zur Vergößerung der Wohnfläche erkerartige Fachwerkstöcke weit über das massive Erdgeschoß, von kräftigen Konsolen gestützt, herausgezogen. 

Die Ecke des oberen Stockwerks ist in seltener Schönheit mit Zierformen der Renaissance geradezu überladen.

Im Fränkischen Fenstererker werden die Eckfenster von Dreiviertelstäben mit Flecht- und Bandwerk gerahmt.

Reich gezierte, geschweifte Andreaskreuze mit plastischen ausgeputzten Augen zieren die Brüstungen.

Das Ganze ist mit viel Einfühlung farbig vorsichtig herausgehoben.

Ein Kleinod der Renaissance, etwas beeinträchtigt durch die sprossenlosen, einscheibigen Fenster.

 

Am Ende der Metzgergasse steht ein von Gugenmus 1715 erbautes einfacheres Giebelhaus, auf dessen Gefache Wappen und ein Spruchband gemalt sind. 21).  29). 1.4). 1.8)

 

Fachwerkhaus Brettener Straße 32

wird erbaut.

Es hat einen Dreiseithof, den sich zwei Landwirte geteilt hatten.

Der Keller ist ein sehr schöner gewölbter Keller.

Das Haus wird heute gewerblich genutzt durch  Friedel Hecker 1.8)

 

1577                                     

Der Schulmeister der Knaben-Schule ist der Collaborator Johann Otto. 20).

 

1580                                     

Inschrifttafel an der Ostseite der Friedhofsmauer an der Waldstraße.

Wurde 1580 erstellt und 1937 renoviert.

Inhalt ?? nicht mehr lesbar! 1.8).

 

Fachwerkhaus Kettengasse 1,  um 1580 erbaut, nicht freigelegt. 1.8)

 

1581/82/83                       

Baumann‘ sches Haus, heute Kirchgasse 31,

wird in fränkischer Fachwerksbauweise erbaut.

Es ist „das schönste Fachwerkhaus zwischen Rhein und Neckar“.

Es ist 11,57 m breit, 14,27 m lang und am Giebel zur Straße 18,40 m hoch. 

In der durch Handel wohlhabenden Zeit erbaute es 1582 ein reicher, kunstsinniger Bürger, den dies ein Vermögen kostete.

Der massive Unterbau des mächtigen Bauwerks enthält zwei Geschosse.

In die Kellergewölbe ist mit viel Einfühlung und Geschmack eine Gaststätte eingebaut.

Darüber hinaus, jeweils überstehend, zwei Fachwerkstöcke und dreistöckiger Giebel.

Die Zierformen des Steinbaus der Renaissance sind verschwenderisch an den Hölzern und Schauseiten zu finden.

Die Gefache werden durch Band- und Strebenwerk gegliedert.

Es bleibt kaum Platz für Putzflächen.

Die Hälfte der Fassadenflächen bedeckt das reich verzierte Holzgefüge.

Da prunken Dreiviertelstäbe mit Voluten, Flecht- und Bandwerk, Rosetten und Palmetten, profilierte Bohlen und Knaggen.

Die Hauptecke an der Straße ist zusätzlich mit Fenstererkern geschmückt.

Die kleinen geschweiften Hölzer im Giebel haben ausgeputzte Augen, Andreaskreuze zieren die Gefache.

Man kann die Fülle der Renaissanceformen nicht beschreiben, man muß dieses Bauwerk sehen. 1.4). 

Die Stadt Eppingen hat es erworben und dem Staat war 1931 nichts zu viel, um das Haus würdig für einen öffentlichen Verwendungszweck herzurichten.

Eine Augenweide für sich ist das reiche Schnitzwerk 3).,  1.4). , 1.2)., 4)., 20).

 

1582 

Ein besonders schönes Fachwerkhaus im Renaissancestil wird in Mühlbach in der Schalksgasse erbaut.

Es besitzt reiche Holzschnitzereien und Steinmetzarbeiten von besonderem Wert 25).

 

Einführung des Gregorianischen Kalenders  33).

 

1583 

Sandsteingewinnung in Mühlbach wird 1583 erstmals konkret 1.3).

 

1585 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 22 erbaut.  

Das dreistöckige Fachwerkhaus vom Ende des 16. Jahrhunderts ist ein gutes Beispiel eines Bürgerhauses der Renaissance.

Nicht überladen mit Zierformen, zeigt es doch in vornehmer Zurückhaltung an den kleinen Hölzern unter den Fenstern geschweifte Formen mit ausgeputzten Augen und Fischblasen im Holz.

Besonders ist hervorzuheben das Schnitzwerk am linken Eckständer des oberen Fachwerkstockes.

Behutsam farbig herausgehoben sind unter gekreuzten Schlüsseln Delphinen ähnliche Fabeltiere (Delphine, Hausschlange, zum Schutz vor Dämonen z.B.)  zu erkennen.

Es wird auch „Kobold-Haus“ genannt, weil es vom späteren Inhaber  Stefan Kobold ab 1835 gekauft und  bewohnt wurde.

Es wird aber auch „Delfinehaus“ genannt, weil am linken Eckständer des oberen Fachwerkstockes ein Schnitzwerk mit zwei Delfinen ähnlichen Fabelwesen, die ein Herz umfassen, zu sehen ist.

Heute ist es das Haus Hecker. 1.4). 29). 21).

 

Fackwerkhaus Altstadtstraße 22a

wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und diente als Scheune. . 1.8).

 

Fackwerkhaus Altstadtstraße 26,

 Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, von Sattlermeister Blösch 1960 freigelegt. . 1.8).

 

1586                                     

Hartmannus Hartmanni der Ältere,

der Sohn des Rektors (1494-1547), war zunächst Dekan der Artisten-Fakultät, dann Professor für römisches Zivilrecht und Hofrat, ehe er 1527 in die Dienste von Pfalzgraf Friedrich II. trat.

Da dieser als einer der beiden Stellvertreter Kaiser Karls V. fungierte, war Hartmanni auch mit der Reichspolitik befasst.

1528 erhob ihn Karl V. in den erblichen Ritterstand und ernannte ihn zum kaiserlichen Rat und 1532 sogar zum Pfalzgrafen.

Als Friedrich II. 1544 Kurfürst von der Pfalz wurde, machte er den Eppinger zu seinem Kanzler.

Hartmanni galt als der führende Kopf in der Kurpfalz.

Vor allem auf sein Betreiben bekannte sich Friedrich II. offen zur Reformation.  

Er verstirbt 1586.  30). 

 

1587                                     

Die Stadt besoldet einen Turmbläser.  20).

 

1590                                     

Schützengesellschaft Eppingen wird gegründet.

Sie hatte als Vorläufer das frühere Freischießen,

 die 1920 in das Leben gerufene Schützengesellschaft und den 1928 gegründeten Kleinkaliber-Schützenverein 3).

 

1596                                     

Fachwerkhaus St. Petersgasse Nr. 6

stellt ein schönes Beispiel für das Fachwerk am Anfang des 16. Jahrhunderts dar.

Die Linienführung der Hölzer ist streng und klar, die schwierige Eckvorkragung sauber gearbeitet.

Das Haus dürfte wohl einmal Pfarrhaus gewesen sein, besitzt an der Haustüre (Rautenmuster) einen alten, eisernen Türklopfer und in den Zimmern des 1. Obergeschosses Rokoko-Stuckdecken. 1.8)