15. Jahrhundert    (1 400 – 1 499)


 

1400                                     

Sühnekreuz an der Einmündung des alten Rohrbacher Weges in die Speyerer Straße entsteht. 1.1)

 

1405                                     

Marbacher Bund  28).

 

1414                                     

Das 1414 gegossene Glöckchen, das ursprünglich in der ehemaligen St. Leonardskapelle hing, schlägt bis heute mit seinem hellen Ton den Bürgern der Stadt die Stunde vom Rathaustürmchen   25).

 

1412                                     

Bäckerhaus, Altstadtstraße 36 erbaut.

Es ist das älteste Fachwerkhaus der Region.

Es ist im alemannischen Stil mit abgezimmertem Stockwerksbau.

In den Zimmern ist Rokokostuck. Es hat das steilste Dach der Altstadt.  1.8). 29). 21).

 

1412 - 1695

Fachwerkhaus Kirchgasse 32 erbaut, 1412 - 1695.

Es ist das Eckhaus Kirchgasse/Altstadtstraße.

Gegenüber dem Baumann’schen Haus steht dieses Wohnscheuerhaus, vorn zur Straßenecke der Wohnteil, unmittelbar dahinter gegen den Berg die Scheuer.

Die Gebäude stammen aus dem Jahre 1412 bis 1695. 1.8.)

 

1414 – 1418                       

Das Konzil von Konstanz wird einberufen, um durch gemeinsame Beschlüsse die Kirchenspaltung (Schisma) zu beseitigen. 28).

 

1415                                     

Der Prager Theologe Johannes Hus, der kühne Reformgedanken vertrat, wurde trotz zugesicherten freien Geleits am 6. Juli 1415 zu Konstanz als Ketzter verbrannt. 28).

 

1417/1472                         

Fachwerkhaus „Alte Universität“ wird errichtet,

damals als dem größten Patrizierhaus der Landschaft.

Es diente ursprünglich mit seiner geräumigen Erdgeschoßhalle den Eppinger Metzgern als städtisches Fleischhaus.

Es ist das größte und höchste Fachwerkhaus in Eppingen.

In diesem Gebäude war während der Pestzeit in Heidelberg 1564/65 die dortige Universität untergebracht, weshalb es dann den jetzigen Namen erhielt.  12)., 25). ,29).,4)., 20).

 

1418                                     

Erster Hinweis auf eine Apotheke in Eppingen .

Regelmäßig nachweisen lassen sich Apotheker erst ab 12.10.1692.

Der erste war Hermann Schnitzler, am 21. Juni 1696 ist Johann Ernst Schlötzer „Apotheker allhier“. 1.3).

 

1420                                     

Im Jahr 1420 wird in einer Urkunde eine „Burg zu Odelßhofen“ erwähnt.

Es muß davon ausgegangen werden, daß diese Urkunde im Zusammenhang mit dem später bezeichneten Schloß steht. 1.2).

 

1421                                     

erste urkundliche Nachricht über eine Schule in Eppingen 3).

 

1428                                     

Das erste Stadtwappen Eppingens besitzt 46 mm Durchmesser.

Der Abdruck ist gebräunt, die Umschrift heißt: „Civitas Eppingen“ 1.6.)

 

1435 (1445)                       

Weihung der katholischen Altstädter Kirche am 25. April 1445, der Kirche: „Unserer Lieben Frau Mariä Himmelfahrt“.

Darin befindliche Fresken sind etwa im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden und haben die Passion Christi zum Gegenstand.

Eine Kanzel darin, aus bemaltem Sandstein, ist ein gotisches Meisterwerk des 15. Jahrhunderts. 3).

 

1445                                     

Zweite urkundliche Erwähnung über einer Schule in Eppingen  1.1).

 

1450                                     

Bauernkrieg .

In der Zeit um 1450 bilden sich gegen die Ausbeutung durch Fürsten und Kirche freie Bauernbünde wie „der arme Konrad“ und etwas später „der Bundschuh“.

Sie formulieren ihre Forderungen in 12 Artikeln der gemeinen deutschen Bauernschaft.    3). 26).

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 30 wird Mitte des 15. Jhdts. erbaut.

1988 durch Architekt Karl-Peter Ehehalt erworben und umgebaut bis 1990.

Das Haus sieht fast aus wie vorher und umfasst vier Wohneinheiten. 1.8).

 

Fachwerkhaus Altstadtstraße 32 wird Mitte des 15. Jhdts erbaut.

1986 kaufte es der Schreinermeister Michael Mairhofer und baute es bis 1989 um. 1.8).

 

Fachwerkhaus Badgasse 2 wird Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut.

Ein Altstadtführer nannte diese Gasse „Hohe Gasse“, weil man den Blick vom steilen Berg unten in eine Hohe Gasse hat.   1.8)

 

Fachwerkhaus Badgasse 4 wird Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut, dreigeschossiges Haus mit dem hohen „Falkschen Giebel“ nach Norden hin. 1.8)

 

Fachwerkhaus Badgasse 15, wird Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut.

Der Besitzer hat auf die Oberstockwand Fachwerk aus Bohlen gesetzt.

Das Haus ist nicht freigelegt.  1.8)

 

Fachwerkhaus Kirchgasse 13 wird erbaut Mitte des 15. Jahrhunderts als Handwerker- und Wohnhaus,  mit alemannischem Fachwerk und mit Ladeluke im Speichergeschoss.

Hier tritt das „Weible“ als Fachwerkfigur auf.

Hier wohnte in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts der in ganz Europa bekannte Motorrad-Seilkünstler Günter Bossert.

Er ist in der zugemauerten Ladeluke im Giebeldreieck als Gemälde dargestellt.   1.4). 29). 21).

 

Fachwerkhaus Kirchgasse 16, die Katharinenkapelle,  wird 1450 erbaut.

Sie wird 1421 gestiftet und ist ev. Knabenschule im 16. Jahrhundert bis 1881.

Kinderschule von 1882 bis 1973.

Die dient bis 1.9.1979 den evangelischen Schwestern als Wohnung,

im Saal unten war der evang. Kindergarten untergebracht. 

1979 kaufte sie der kath. Dekan Dr. Baunach und renovierte sie.

Heute ist der Saal Sitzungssaal der kath. Kirchengemeinde.  1.4).  29; 10)., 4).

 

Fachwerkhaus Kirchgasse 21, wird erbaut, nicht freigelegt. 1.8)

 

1456                                     

Der Wirt des  Gasthauses  „Zum Löwen“ in Richen, Jörg Maurer,  erhält 1456 durch Pfalzgraf Otto I. von Pfalz-Mosbach eine Urkunde, dass er als Wirt seine Herberge in Richen „mit Hofrait, Scheuer, Stallung und Zubehör zu einem rechten Erbe“ gegen einen jährlichen Erbzins von 5 römischen Gulden, der ihm und seinen Erben am St. Martinstag zu entrichten sei betreiben darf.  1.9).

 

1457                                     

Antoniterhof (Krankenpflegerorden)  in Eppingen niedergelassen. 1.1).

 

Gründung der Universität Freiburg   28).

 

1462                                     

Stadt Eppingen geht endgültig an die Kurpfalz. 3).

In der Schlacht bei Seckenheim schlägt Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz den Markgrafen Karl von Baden, den Schwiegersohn Kaiser Friedrichs III.  und Feldhauptmann, den Grafen Ulrich V. von Württemberg und den Bischof von Speyer.

Baden verlor damals Eppingen und Besigheim an die Kurpfalz,  Pforzheim wurde ihm nur als Lehen belassen.

Württemberg-Stuttgart mußte Löwenstein hergeben, Bottwar und Waiblingen verpfänden und durfte Marbach nur als Lehen behalten.

Die Kurpfalz konnte ferner Weinsberg und Neuenstein erwerben und hatte damit mächtig aufgeholt.  28).

 

1470                                     

In der Evangelischen Pfarrkirche Kleingartach entstehen beachtliche Malereien 12.)

 

1471                                     

Die Kleingartacher Kelter gilt als älteste ihrer Art im deutschen Düdwesten.

Das Ritterstift zu Wimpfen hatte 1471 beim Herzog von Württemberg den Bauantrag gestellt.

Bis ins 20. Jahrhundert produzierten die örtlichen Winzer hier Wein.

Heute liefern sie direkt an die Genossenschaft der Heuchelberg-Weingärtner mit Sitz in Schwaigern ab. 19).

 

1473                                     

Kapellenstiftung der Ottilienbergkapelle als Wallfahrtskapelle durch Hans und Metza von Gemmingen.

Sie wurde auf einer von einer von einem  vorzeitlichen Ringwall umgebenen Kuppe errichtet.

Von 1290 bis zur Reformation pilgerten Wallfahrer auf den Ottilienberg.

Sonntagsprozessionen im 18. Jahrhundert nahmen diesen Brauch wieder auf.

Die in Stein gehauene Heilige Ottilie schaut nach Westen über das fruchtbare Kraichgauer Hügelland, wie sie auch im Mutterkloster "St. Odile" bei Obernai (Elsass) über den „gesegneten Garten“ des Elsaß nach Osten schaut, als ob sich ihre Blicke treffen wollten, um die geschichtlich gewachsene Einheit der Lande beiderseits des Oberrheines zu betonen.

Nach neuesten Erkenntnissen durch den katholischen Staqdtpfarrer Eppingens, Manfred Tschacher, im Jahr 2015 bestand das Bauwerk ursprünglich aus zwei Teilen.

Der ältere muss unmittelbar nach 1462 entstanden sein, als Eppingen an die Kurpfalz fiel, der jüngere wurde ab 1473 verwirklicht. Auffällige Baudetails haben den Stadtpfarrer darauf gebracht. 

Zu allen Zeiten der Geschichte war der Eppinger Hausberg Zufluchtsort, Stätte der Erbauung oder der Erholung, wie durch Ausgrabungen erwiesen ist. 1.1).

Das Langhaus wird im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 zerstört.

Ende 17. Jahrhundert wird die Ruine der Anlage zur Artilleriefestung am Verteidigungswall Eppinger Linien ausgebaut, bevor im 18. und 19. Jahrhundert die Tradition der Wallfahrten zur Kapelle wieder auflebt.

Später wird sie Ausflugsziel.

Am 5. April 1945 brennt die Kapelle nach einem Bombentreffer aus und wird 1954/1955 vereinfacht wieder aufgebaut.

Im ab 1951 errichteten Neubau nahe der Kapelle ist seit den 70er Jahren eine Bildungsstätte des Christlichen Jugenddorfwerks untergebracht.

Seit 1976 betreut der Odenwaldklub ein ehemaliges Stallgebäude neben der Kapelle.

Die Kapelle wird 2014 für 130 T€ saniert, indem das Gemäuer stabilisiert wurde.

Die Wände im Innern des Gewölbes werden neu verputzt.

Bei der nächsten Sanierungsetappe soll das mit Schieferschindeln gedeckte Dach renoviert werden.

Die Ottilienbergkapelle wird im August 2015 „Denkmal des Monats“ durch die Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Dabei wurden 40.000 Euro für die Sanierung des Bauwerks gestiftet.

Die Stadt Eppingen erhält dafür jetzt die entsprechende Urkunde. 17.), 4).

Zur „Jägersberger Kärwe“, am Himmelfahrtstag,  fanden sich auf dem Ottilienberg früher mehr Zabergäuer als Eppinger ein.

In der Neuzeit ist es am 1. Mai auf der nahen Leinburg umgekehrt 3).

 

1474                                     

Andreas Hartmann aus Eppingen ist Rektor der Universität Heidelberg 33).

 

1476                                     

Die Pfarrkirche wird erbaut, ihre Vorgängerin wird bereits 1373 als „Frühmessnerei“ genannt 1.2).

 

1475                                     

Fachwerkhaus, Steingasse 4, Frankeburg genannt.

Soll ab 2015 renoviert werden, soll jedoch im alten Stil bleiben 4).

 

1479                                     

Stadt Eppingen erhält das Marktrecht vom Pfalzgrafen Phillipp

auf den Tag Simon und Juda (28. Oktober)

sowie den Mathäeustag (21. September),

Krämermärkte finden am 2. Montag im März (Märzmarkt),

im Mai (Maimarkt),

am 24. August (Bartholomämarkt),

und am 1. Montag im Oktober (Kirchweihmarkt) statt

 

Der Schweinemarkt  existiert, seit die Stadt Eppingen 1479 das Marktrecht zugesprochen bekam.

Am 13. Oktober 1905 herrschte ein Rekordauftrieb von 539 Säuen und Ferkeln.

Bei 6 Pf. Standgeld nahm die Stadt nur 32,34 Mark ein, was nicht besonders ins Gewicht fiel, dagegen sehr die Belebung, die dadurch die Geschäftswelt erfuhr.

Im letzten Kriegsjahr 1918  sank die Menge der Säue auf 26 Stück. 

1932 waren über 500 Stück keine Seltenheit und die Spitze erreichte der 4. Oktober 1932 mit 701 Stück.

Das Standgeld kostete nur 10 RPf.  je Stück.

Er war 1957 noch mit 180 bis 320 Milchschweinen und mit 83 bis 120 Läufern beschickt.  15.)  20).

Der Schweinemarkt wird am 15. Mai 1979, nach mehr als 500jährigem Dasein, aufgehoben

 

Fresken in der Martins-Kirche Kleingartach stammen aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts  1.2).

 

1488                                     

„Schwarzles Haus“, ein alemannisches Fachwerkhaus, heute Kettengasse Nr. 9, wird 1488 in alemannischer Bauweise erbaut.

Das von Hans Rink erbaute dreigeschossige Haus zeigt eine auffallende Verstrebung der Außenwände durch Geschosshohe, steile und miteinander verblattete Andreaskreuze.

Es steht in der sogenannten „Dreistilecke“, weil dort in der Kettengasse mit Haus 5 und 6 zwei Häuser in unmittelbarer Nähe im Stil der Gotik und fränkischen Stil stehen.  3)., 29)., 4).

 

1492                                     

Christoph Kolumbus entdeckt die „Neue Welt“ – Amerika  28).

 

Magister Konrad Költer, Abkömmling einer Eppinger Ratsherrenfamilie, stand von 1492 bis 1527 der Eppinger Lateinschule vor, die er im humanistischen Geist reformierte.

Zu seinen Schülern zählen Leonhard Fuchs, der Vater der modernen Botanik und die Reformatoren Johannes Oekolampad (Weinsberg), Johannes Lachmann (Heilbronn) und Eduard Schnepf, der in Württemberg und Nassau wirkte. 30). , 1.2).

 

1493-1519                          

Kaiser Maximilian – der letzte Ritter.

Er versuchte unter Anderem, die Reichsverfassung zu verbessern und die Fürsten enger an das Reich zu binden und ließ auf dem Reichstag zu Worms den ewigen Landfrieden verkünden.   28).

 

1495                                     

Andreas Hartmanni gestorben.

Er gehörte zu den bedeutendsten Eppinger Geschlechtern.

Er war über 30 Jahre lang Professor beider Rechte an der Universität Heidelberg, siebenmaliger Rektor und zeitweise Hofrat der Kurfürsten von der Pfalz.

Sein gleichnamiger Vetter stand bis zu seinem Tode 1507 als Leiter der bischöflichen Gerichtsbehörden und Generalvikar über drei Jahrzehnte in den Diensten der Bischöfe von Straßburg.  30).