13. Jahrhundert    ( 1 200 – 1 299)


1200                                     

Kleingartach, unterhalb der Leinburg gelegen, war im 12. Jahrhundert durch das Kloster Hirsau und das Stift Wimpfen begütert. Im Jahre 1268 (1299) civitas Luneburc, 1332 eine badische Stadt. Im Jahre 1380 Pfändung an Württemberg, bis 1938 zum Oberamt Brackenheim gehörend, dann zum Landkreis Heilbronn. 1.2).

 

ab 1200                               

Bürgerliche Reformbewegung.

Bettelorden. 28).

 

um 1200                             

Der Bau des Freiburger Münsters wird begonnen.

Der Münsterturm um 1250   28).

 

Erbauung des Turmes der Altstädter Kirche Eppingen erfolgt um 1200  33).

 

1212 – 1250                       

Friedrich II.   

Friedrich, 2-jähriger Sohn  Heinrich VI., wächst in Palermo auf.

In Deutschland machen sich zur selben Zeit 2 Gegenkönige den Thron streitig.

Der Staufer Philipp von Schwaben, ein Sohn Barbarossas, und der Welfe Otto IV., Sohn Heinrich des Löwen. 1208 wird Philipp in Bamberg ermordet.

Otto IV. stirbt 1218 vergessen auf der Harzburg.

Als Friedrich 1212 aus Palermo nach Deutschland kommt, wird er stürmisch begrüßt und zum König gewählt.

Er ist „das Staunen der Welt“,  hochgeadelt  mit arabischer und abendländischer Kultur gleichermaßen vertraut, von universalem, seiner Zeit vorauseilendem Wissensdrang.

Er will den Feudalstaat durch den „modernen“ zentralisierten, absoluten Verwaltungsstaat ersetzen.

Sein Regierungssitz ist in Sizilien. 

1220 versäumt er den gelobten Kreuzzug und wird 1227 von Gregor IX. gebannt.

Trotzdem zieht er nach Jerusalem, das er durch Verhandlungen mit dem ägyptischen Sultan, damals der Herr Palästinas, kampflos gewinnt und krönt sich dort 1229 selbst zum König.

Inzwischen beginnt der Papst den Krieg gegen Sizilien.

In Deutschland erhalten die Fürsten die Rechte fast unabhängiger Landesherren.

Es ist der Beginn der unseligen Zerrissenheit und Kleinstaaterei.

Papst Innovenz IV. erklärt 1245 den König für abgesetzt und lässt Gegenkönige wählen (Heinrich Raspe und Wilhelm von Holland). Ab 1226 wird Preußen vom deutschen Orden erobert.

Friedrich II. führt seit 1240 in Italien den mörderischen Endkampf mit dem Papsttum um den Vorrang im Abendland.

Er stirbt vor der endgültigen Entscheidung. 26).

 

1219/20                              

Verpfändung Eppingens von den Staufern an die Markgrafschaft Baden   12.)

 

1220                                     

Gründung des Franziskanerordens  28).

 

1221                                                              

Gründung des Dominikanerordens   28).

 

1222                                     

Burg Ravensburg über Sulzfeld wird erstmals erwähnt,

im Zusammenhang mit einem Dieter von Ravensburg, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Sohn Ravens von Wimpfen handelte.

Als nächstes folgten 1231 Ravan, ein weiterer Sohn Ravens,

und schließlich noch Heinrich (1233) und Conrad (1234).

Alle vier Brüder nannten sich nach der Burg.

Interessanterweise sind Conrad, Dieter und Heinrich der Geschichtsschreibung schon aus früherer Zeit bekannt, allerdings bis 1220 noch unter dem Namen „von Sulzfeld“.

Dies lässt den Schluss zu, dass sie bis dato noch eine ältere Burganlage in Sulzfeld bewohnten, jedoch spätestens ab 1222 auf die neu erbaute Ravensburg umzogen und sich nach ihr benannten.

Diese Namenswechsel waren beim Niederadel des 13. Jhds. Gang und gäbe, da es sich noch in erster Linie um Ortsangaben handelte.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich ab 1253 ein vermutlicher Sohn des Ravan von Ravensburg, der ebenfalls Ravan hieß, nach seinem neuen Stammsitz in Mentzingen benannte und 1258 ein Dieter von Helmstatt erschien, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Sohn Dieters von Ravensburg handelte.

Der 1267 erwähnte Conrad genannte Atto von Sulzfeld, vermutlich der Nachkomme Conrads von Ravensburg, nutzte offensichtlich den alten Herrensitz im Dorf weiter als Domizil.

Bertold, genannt Goler von Ravensburg, ein weiterer Sohn der vier Brüder, hatte, wie sein Name zeigt, die Ravensburg selbst weitergeführt.

Der Beiname „Goler“ – später zu „Göler“ verändert – ist die alte Bezeichnung für einen männlichen Raben oder Haushahn.  Wahrscheinlich hatte ihn Berthold wegen seines Wappentieres, des Raben, erhalten und in seinen Namen integriert.

Solche Beinamen treten sehr häufig auf, wie zum Beispiel bei den Geyer von Biebelstadt, den Gabel von Obrigheim oder auch den Capler von Oedheim.

Am Ende des 13. Jhds. waren vier Linien entstanden, die sich den Besitz des Raven von Wimpfen geteilt hatten und neuen hinzugewannen.

Die Ravensburg vereint fünf Baustile: Mittelalter, Renaissance, Barock, Gotik und Biedermeier

Die Sandsteinanlage aus der Stauferzeit  ist 140 Meter lang und 75 Meter breit.

Der buchstäbliche Höhepunkt ist der 25 Meter in die Luft ragende Bergfried.

Auch der 45 Meter tiefe Brunnen im Burghof, der geheimnisvolle Gang und der zur Kapelle umgebaute Weinkeller sind sehenswert. Die Burg ist immer noch im Besitz der Familie „Göler von Ravensburg“.     10). 34).

 

Die Mongolen  1229 - 1241

1229 – 1241                      

Der mongolische Großchan Ugedai, Sohn  des Dschingis-Chan, will den Western erobern.

Er setzt 1237 ein Reiterheer von ca. 500.000 Mann zur Eroberung Europas in Trab.

Sie ziehen eine Spur der Verwüstung von der Mongolei durch Russland, Ungarn und Polen bis nach Schlesien und Österreich.

1241 besiegen die Mongolen bei Liegnitz ein deutsch-polnisches Reiterheer, der deutsche Kaiser kämpft ja in Italien.

Deutschland ist offen, da kehren die Mongolen plötzlich um, weil Großkhan Ugedai  gestorben ist.

Das erste „Marnewunder“ in der deutschen Geschichte hat stattgefunden.  26).

 

1244                                     

Eppingen niedergebrannt  3).

 

1250                                     

Der Speyerer Pfarrhof  existiert seit Mitte des 13. Jahrhunderts, heute  im Kirchenareal vor der Kath. Stadtkirche rechts.

Dazu gehört die Hatz’sche Scheune, die nach dem Krieg der Fam. Hatz gehörte. 1.10).

 

1250 – 1254                       

Konrad IV. 

Er ist der Sohn Friedrichs II., übernimmt das schwere Erbe des Kampfes, auch er kann das Blatt nicht mehr wenden.

Die Päpste haben die Franzosen zu Hilfe gerufen, die den Staufern Unteritalien und Sizilien entreißen. 26).

Konradin, Konrads Sohn, versucht das verlorene Erbe wieder zu erobern, aber er wird ebenfalls 1268 bei Tagiacozzo geschlagen und auf der Flucht durch Verrat gefangengenommen.

Nach einem Scheinprozess wird er auf dem Marktplatz von Neapel, 15-jährig, mit seinen letzten Getreuen enthauptet. 

Er war der letzte Staufer. 26).

In Deutschland folgen nun nach dem Interregnum, „der schrecklichen kaiserlosen Zeit“ (1254 – 1273) Kaiser aus den verschiedenen Häusern, wie Nassau, Habsburg, Luxemburg, Bayern und die Pfalz. 26).

Karl IV., ein Luxemburger, in Prag residierend, legt in der goldenen Bulle von 1356 fest, daß die 7 deutschen Kurfürsten das Recht zur Kaiserwahl haben.

Karl der IV. stiftet in Prag 1348 die erste Universität. Seit 1438 bleibt die Krone fast ununterbrochen bei den österreichischen Habsburgern. 26).

Ende der alten Kaiserherrlichkeit!

Das Kaisertum gibt seinen universalen Geltungsanspruch auf und sinkt zu einer deutschen Territorialautorität ab.

Versuche scheitern, die Kaisermacht in Oberitalien (Reichsitalien) wieder geltend zu machen.

Dort blüht jetzt die Renaissance als italienische Nationalkultur auf, die dann auf Europa übergreift.

Die bisherigen Randstaaten wie England, Frankreich und Spanien steigen zu neuen Großmächten auf und überflügeln das im Provinzialismus versinkende Deutschland.  26).

 

1252                                     

Die älteste erhaltene Urkunde über Rohrbach stammt aus dem Jahre 1252, erwähnt wurde Rohrbach jedoch erstmals 1170 3).

 

1268                                     

Leinburg als Luneburc urkundlich genannt 3).

 

Konradin, der letzte Staufer, wird in Neapel enthauptet.

 

Ende des Herzogtums Schwaben.  28).

 

Die Habsburger 

1273 – 1293                       

Rudolf von Habsburg ist König.  

Der erste Habsburger ist auf dem deutschen Königsthron.

Mit ihm endet das Interregium.

Rudolf besiegt König Ottokar von Böhmen, der während des Interregiums die Reichsländer Österreich, Steiermark, Kärnten und Krain an sich gebracht hatte, und belehnt seine eigenen Söhne mit diesen Ländern.

Es beginnt die österreichische Hausmacht der Habsburger.  26).

Besitztumskämpfe.

Aufstieg der Städte.

Stadtrecht. Bürgerrecht. Stadtherr, Vogt, Amtmann, Bürgermeister.

„Stadtluft macht frei!“

Freie Reichsstädte.

Patrizierfamilien, Handwerkerzünfte.

Fachwerkbauten, Rathäuser, Zunfthäuser, Kornspeicher, Lagerhäuser, „Badehäuser“, Kirchen werden von den stolzen Bürgern als wichtigster Zentralpunkt des Gemeinschaftslebens erbaut. Mystik.  28).

 

1279-1368                          

Mongolische Fremdherrschaft in China;

Peking wird große Hauptstadt der Mongolen. 10.).

 

1282                                     

Regelung der Eppinger Reichsstadtrechte durch den Deutschen König Rudolf I. von Habsburg 3).

 

1287                                     

Adelshofen wird erstmals unter dem Ortsnamen „Otolshoven“ erwähnt. 

Es war bis 1806 Gräflich Neipperg’sches Gebiet und fiel dann an das Großherzogtum Baden.

1813 wurde es dem Amtsgericht Eppingen zugeschlagen.

Die bis dahin selbständige Gemarkung Dammhof wurde 1924 mit der Gemeinde Adelshofen vereinigt. 1.2).

 

1290                                     

Mühlbach, früher Mulinbach, entstand aus den Weilern Ober- und Nieder-Mühlbach.

1290 erstmals urkundlich erwähnt, als Heinrich von Brettach dem Wilhemitenkloster Marienthal bei Hagenau eine Kapelle stiftete, woraus ein Kloster dieses Ortes entstand.

Im 14. Jahrhundert kaufte Eppingen die beiden Weiler an, was die Herren von Oettingen als Lehensherrschaft bestätigten.

Das Kloster ging um 1546 infolge der Reformation ein.

Eppingen kaufte das Kloster und seine Güter und hatte lange Zeit viele Rechte und Einkünfte in Mühlbach.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Mühlbach eine selbständige Gemeinde und erhielt 1846 auch ausreichende Waldungen.

In den folgenden Jahrhunderten bestimmten die Steinbrüche in den heimischen Keupersandsteinbrüchen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung 1.2).

1294                                     

Der Weinbau in Elsenz wird erstmals beurkundet 1.2).