10. Jahrhundert    (900 – 999)


899- 911   

Ludwig IV. Das Kind    

 

910                                       

Letzter ostfränkischer (deutscher) Karolinger, wird 910 von den Ungarn (Magyaren) bei Augsburg geschlagen

Die Ungarn, wahrscheinlich aus dem Wolgagebiet stammend, jedenfalls lange dort ansässig, nehmen Ende des 9. Jahrhunderts das früher von den Awaren beherrschte Pannonien (jetzt Ungarn genannt) in Besitz und suchen Deutschland mit furchtbaren Raubzügen heim.

Nach dem Tod Ludwigs des Kinds (Ende der ostfränkischen Karolinger) regieren in Frankreich die Karolinger noch  bis 987, wählen die deutschen Stammesherzöge (Franken, Bayern, Sachsen, Schwaben) einen König aus ihren Reihen. 26).

 

911                                       

Ende der Karolingerherrschaft in Deutschland  28).

Die Normannen gründen 911 an der Seine-Mündung die Normandie.

Hier nehmen die Normannen mit dem Christentum auch bald die französische Sprache und Kultur an. 26).

 

911 – 918   

Konrad I., Herzog der Franken  

Vor seinem Tode bittet er seinen Bruder Eberhard, dem fähigen Sachsenherzog Heinrich das Königtum anzutragen.

„König Heinrich saß am Vogelherd“, Ballade von Karl Loewe.   

Franken war die deutsche Herzlandschaft an Mittelrhein und Main, ein altes fränkisches Siedlungsgebiet   26).      

          

919 - 936    

Heinrich I., Herzog von Sachsen, „Der Vogler“

Von fränkischen und sächsischen Großen zum deutschen König gewählt, lehnt er Salbung und Krönung ab.

Er gewinnt die Stammesherzöge für sich.

Die Ungarn bedrohen das Reich, Heinrich lässt Dörfer und Klöster befestigen und setzt die Männer zum Kämpfen auf die Pferde.

Er wird so zum Vater der gepanzerten Reiterheere.

Sein Kämpfen und Handeln ist die Grundlage für seinen Sohn Otto, den er zu seinem Nachfolger bestimmt.

Er ruht im Dom zu Quedlinburg   26).

 

919 – 1024    

Unter den Herrschern aus dem sächsischen Hause erlebte die mittelalterliche Kaisermacht Zeiten höchsten Glanzes.  28).

 

936-973   

Otto I. Der Große.

Otto wird im Aachener Münster vom Mainzer Erzbischof zum König gekrönt.

Die Stammesherzöge übernehmen symbolisch die Hofdienste als Truchsess (Truchseßamt – Erzämter des Reiches).

Schenk, Marschall und Kämmerer.

Otto I. ist ein Mann der Tat, er bricht die Macht der Stammesherzöge.

Bischöfe und Reichsäbte werden die Stützen des Königtums (Reichskirchensystem).  26).

 

Mit der Schlacht auf dem Lechfeld 955 errang Otto der Große den entscheidenden Sieg über die Ungarn.

Im Jahr 962 erneuerte er die römische Kaiserwürde.

So entstand das  Heilige  Römische Reich Deutscher Nation, dessen Herrschaftsanspruch auch Italien einschloß.

Lehensstaat: Kaiser – Fürsten – Adel – Freie.  28).

 

951                                       

Otto bindet Italien (ehem. Langobardenreich) wieder an das Reich. 26).

 

955                                       

Er besiegt die eingefallenen Ungarn auf dem Lechfeld entscheidend und macht ihren dauernden Einfällen ein Ende. 26).

 

962                                       

Kaiserkrönung Ottos I. in Rom.

Die Kaiserkrone, die höchste Würde des Abendlandes, kommt bis 1806 nach Deutschland.

 

Die Römer werden verpflichtet, keinen Papst ohne kaiserliche Zustimmung zu erheben.

Otto erreicht die Anerkennung seines Kaisertums durch Byzanz.

So ist er der Idealkaiser der Deutschen.

Er ist der erste, der persönlich mitkämpft.

Seine Zeit ist der Beginn der Kolonisation im Osten.

Otto legt die Grundlage der deutschen Kaiserherrlichkeit, ethische Begriffe, wie Treue, Ritterlichkeit, Güte, Pflicht und das Denken für „Alle“ und an „Alles“ lebt er vor.

Er ruht in seiner Heimat im Dom zu Magdeburg.  26).

 

 973-983                             

Otto II. Sohn Ottos des Grossen.  

Er ist bemüht, das Erbe seines Vaters fortzusetzen.

972 heiratet er die byzantinische Kaisertochter Theophano und zieht 980 nach Rom.

In Unteritalien kämpft er gegen Byzantiner und Sarazenen und erleidet bei Catrone 982 eine schwere Niederlage. 

Ebenso verliert er kurz vor seinem Tode alle eroberten Gebiete östlich der Elbe durch einen großen Sklavenaufstand im Jahre 983. Er stirbt 28-jährig in Rom. 26).

 

983-1002                           

Otto III., Sohn Ottos II.

Zunächst Vormundschaftsregierung seiner Mutter Theophano.

Der junge Otto träumt von der Erneuerung des römischen Weltreiches.

Rom soll nicht nur Sitz des Papstes, sondern auch Hauptstadt der Welt werden.

Ottos hochfliegende Pläne scheitern in seinen Kämpfen um Rom.

996 wird er zum Kaiser gekrönt,

999 erhebt er den Erzbischof von Reims zum Papst Silvester II. 

Durch die Gründung des Erzbistums Gran und seine Anerkennung Stephans I. (er wird 1803 heiliggesprochen und ist Schutzheiliger der Ungarn) als König, wird die Verselbständigung des Ostens (Polen und Ungarn) eingeleitet.

Er stirbt mit 21 Jahren.     26).

 

984                                       

Ein Beispiel für das Ineinandergreifen von Volksgeschichte und Heimatgeschichte.

Auf einem Reichstag von Rara (Rohr bei Meiningen) kommt es zur Bestätigung der Regentschaft und Vormundschaft Theophanos über ihren 11-jährigen Sohn Otto III.

Gleichzeitig  wird Willigis, Erzbischof von Mainz, als ihr Berater bestätigt. 26).

Von diesem Erzbischof gibt es eine Urkunde aus dieser Zeit, in der er die Schenkung des Reichsdorfs Eppingen (unsere Heimatstadt) an das Domkapitel Worms verfügt.   26).

 

985                                       

Schenkungsurkunde von König Otto III;  

Er verfügt mit einer Urkunde vom 28. März 985, das Dorf Eppingon im Elsenzgau und Kraichgau dem Bistum Worms zu schenken.

Eppingen wird als Reichskammergut erwähnt. 1.)  

 

Auch wenn Eppingen erst 985 erstmals urkundlich erwähnt wurde, weist die „ingen“-Endung auf eine alemannische Gründung des 3./4. Jahrhunderts hin.

Die Schreibweise des Namens Eppingen ist im Laufe der Jahrhunderte fast unverändert geblieben.

Epbingon 985, (der Name bedeutet Siedlung des Eppo und seiner Leute), Eppingen 1057, Eppingun 1101, Ebbingen 1137, Eppinguin 1227, Eppingen 1250, Eppingen 1287 ff.    

                                             

Alle übrigen sechs Stadtteile sind fränkische Siedlungen,

die während des Landesausbaus im 6. Und 8. Jahrhundert entstanden sind. 

 

Doch während Richen (769), Kleingartach (766) und Mühlbachs (1290) Vorgängersiedlung „Witegowenhusen“ bereits Ende des 8. Jahrhunderts urkundlich Schenkungsverzeichnissen der Reichsklöster Lorsch bzw. Weißenburg/Elsaß erwähnt sind, gibt es die ersten schriftlichen Nennungen von Elsenz (1137), Rohrbach (1252) und Adelshofen (1287) erst im Laufe des 12. Jahrhunderts.

 

Doch Ersterwähnungen sagen in der Regel nicht viel über das tatsächliche Alter einer Siedlung aus, meist sind es Zufallsdaten, Daten, die durch einen in einer Urkunde festgehaltenen Wechsel des Besitzers einer Siedlung, sei es durch Kauf oder Schenkung überliefert sind. 

Elsenz und Rohrbach sind vor allem deswegen so spät erwähnt, weil sie lange Zeit in königlichem Besitz geblieben sind, in den im 11. Und 12. Jahrhundert auch Eppingen un Witegowenhusen bzw. dessen Nachfolgesiedlung Mühlbach wieder kamen.

 

Von Witewogenhusen ist bekannt, daß es eine Ausbausiedlung auf der urwprünglich viel weiter nach Westen reichenden Gemarkung von (Klein-)Gartach war und von diesem endgültig abgetrennt wurde, als es mit dem übrigen Besitz des Klosters  Weißenburg im Kraichgau in die Hand der Alier kam.                      

Die Zugehörigkeit von Eppingen, Rohrbach, Elsenz und Witegowenhusen, das 1290 erstmals als Mühlbach bezeichnet wird, zum salischen Königshaus ist der Grund dafür, daß diese vier Orte auch mit dem mit den Saliern eng verbundenen Bistum Speyer zugeordnet wurden.        

Kleingartach, Richen und Adeleshofen, das als Ausbauort von Richen aus gegründet worden ist, zählten dagegen zum Bistum Worms (seit Mitte des 15. Jahrhunderts auch Elsenz).           

Frühen Ortsadel gab es in Richen, Kleingartach und Eppingen, der aber bereits um 1300 ausstarb oder, wie im Fall der Ritter von Eppingen, im Dienst des Deutschen Ritterordens abwanderte.

Deshalb sind deren Burgen auch längst abgegangen.

Während in Elsenz und Mühlbach keine Burgen überliefert sind, haben die adligen Besitzer von Adelshofen und Rohrbach Wasserschlösser errichtet, von denen allerdings nur noch das von Rohrbach steht.  

            

Erst im Laufe des 14. Und 15. Jahrhunderts kristallisierten sich die Herrschaftsverhältnisse auf dem Gebiet der Gesamtstadt heraus, die bis zum Ende des Alten Reiches Bestand hatten.   25).  1.1).  1.3).  1.6).

 

986                                       

Erik der Rote legt an der Westküste Grönlands Siedlungen an, die bis ins 15. Jahrhundert bestehen.   26).